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Dörperin im Bundes-Nachwuchskader

Henrike Sophie reitet für Deutschland

COPPENBRÜGGE. Sie ist 16 Jahre alt, kommt aus Dörpe und reitet für Deutschland: Henrike Sophie Boy wurde für den Bundes-Nachwuchskader der Deutschen Reiterlichen Vereinigung nominiert.

veröffentlicht am 27.06.2018 um 15:55 Uhr

Henrike Sophie Boy mit „Chocolate“ bei der S*-Springprüfung in Bad Pyrmont. Foto: NLS
Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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Vor drei Wochen steckte der Postbote in Dörpe einen dicken Umschlag für Henrike Sophie Boy in den Briefkasten. Riesenjubel nach dem Öffnen, denn da lag sie tatsächlich drin. Die langersehnte Nominierung in den Bundes-Nachwuchskader der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Peter Teeuwen, Trainer der Junioren, hatte das 16-jährige Leichtgewicht im Sattel aus dem kleinen Ort bei Coppenbrügge schon seit längerem im Visier.

Die konstant guten Leistungen mit ihrem zwölfjährigen Paradepferd „Saint Salima“ bei der deutschen Jugendmeisterschaft und Platz sieben beim Preis der Besten in der Reiterhochburg Warendorf waren der Schlüssel zum Erfolg. Obwohl ihre Stute aus der Oldenburger Zucht ein äußerst schwieriges Pferd zu sein schien und fast schon auf dem Abstellgleis stand. „Sie galt als unreitbar“, erinnert sich die junge Reit-Enthusiastin aus dem deutschen Nachwuchsteam genau. „Doch ich habe sie in den Griff bekommen. Und jetzt sind wir längst ein richtig gutes Team geworden.“ Henrike Sophie scheint ohnehin für schwer in den Griff zu bekommende Pferde ein besonders feines Händchen zu haben. Das war zuletzt auch bei den 2. Bad Pyrmonter Outdoors zu erkennen.

Da ging sie beim S*-Springen mit „Chocolate“ an den Start. Doch von süßer Schokolade war bei dem Hengst nicht viel zu spüren. Im Gegenteil, der Hannoveraner bockte vor dem letzten Hindernis gewaltig, und so wurde nichts aus einer Platzierung auf dem Treppchen. „Da wartet noch jede Menge harte Arbeit. Aber Chocolate bringe ich auch noch auf den richtigen Weg“, ist sich die junge Frau mit dem Gespür für zickige Pferde sicher. Trainiert wird auf dem Übungsplatz vor der Haustür eigentlich fast jeden Tag. Die „Bundes-Henni“, wie das größte Talent der heimischen Springreiter-Szene seit kurzer Zeit von ihren Bekannten gern mal genannt wird, erhält dafür nicht nur detailliert ausgearbeitete Trainingspläne vom Bundestrainer. Von Coach Teeuwen bekommt die Reiterin aus dem Ostkreis, die schon als Dreijährige im Sattel gesessen hat, auch stets penibel aufgelistete Futtervorgaben für ihr Paradepferd zugeschickt.

Mit 16 Jahren schon im Bundeskader, da hat die Dörperin, die auch fast jedes Wochenende mit ihren Pferden durch Deutschland tourt, natürlich große Ziele: „Das nächste ist 2019 die U18-Europameisterschaft. Darauf arbeite ich schon hin.“ Es heißt zwar „Mit 17 hat man noch Träume“, doch vielleicht werden die ja tatsächlich einmal wahr: „Ich würde gerne Profireiterin werden und dann an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teilnehmen.“

Auf vielen nationalen und internationalen Turnierplätzen, so wie in Nörten-Hardenberg, ist sie schon geritten. Die beiden wahren deutschen Kultstätten des Springreitens stehen bei Henrike Sophie Boy und „Saint Salima“ aber weiterhin ganz oben auf der Wunschliste: „Das deutsche Derby in Klein Flottbek und das CHIO in der Aachener Soers sind die absoluten Highlights. Da muss man einfach mal geritten sein. Und damit ginge auch ein Traum in Erfüllung.“



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