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Spartenleiter des VfL Hameln kritisiert Entscheidung des Deutschen Basketball-Bundes: „Die Basis wird ignoriert“

Heinrich Lassel versteht die Basketball-Welt nicht mehr

Basketball. Heinrich Lassel versteht die Welt nicht mehr! Noch vor wenigen Tagen hatte Hamelns Basketball-Chef die Hoffnung, dass das erst zu Saisonbeginn eingeführte und äußerst umstrittene Wertungssystem schon bald wieder der Vergangenheit angehört. Nachdem es von allen Seiten heftige Kritik hagelte, sollte es im Hinblick auf die neue Spielzeit wieder geändert werden. „Das neue Wertungssystem hat sich nicht bewährt“, macht Lassel seinen Standpunkt deutlich. Denn die „schiefe“ Tabelle, die die übernommene Regelung des Weltverbandes FIBA verursacht, sorgt nicht nur bei vielen Fans für Verwirrung und Unverständnis. Auch Trainer und Spieler können sich mit der neuen Regelung nicht anfreunden. „Ich wurde oft gefragt, was das Ganze überhaupt soll.“ Lassel, der vor fast 40 Jahren die Basketball-Sparte des VfL aus der Taufe gehoben hat, zuckte mit den Achseln und schüttelte mit dem Kopf: „Das weiß ich auch nicht.“ Dass es zwei Punkte für den Sieger und einen Punkt für den Verlierer gibt, sei ja noch einigermaßen nachvollziehbar. Verwirrend wird es aber, wenn bei punktgleichen Mannschaften der direkte Vergleich entscheidet.

veröffentlicht am 16.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:24 Uhr

aro

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Sportreporter zur Autorenseite

Dabei wird die Platzierung nach folgenden Kriterien ermittelt: nach der höheren Zahl Wertungspunkte, nach dem Wert des Quotienten aus dem Korbverhältnis im direkten Vergleich, nach dem Wert des Quotienten aus dem Korbverhältnis aus allen Spielen des Wettbewerbs, nach den weniger erhaltenen Korbpunkten bei positiver Korbdifferenz beziehungsweise nach den mehr erzielten Korbpunkten bei negativer Korbdifferenz aus allen Spielen des Wettbewerbs. Alles klar?

„Das ist alles viel zu kompliziert“, betont Lassel. Deshalb war er auch erleichtert, dass sich die Vertreter der Bundesligaklubs und des Deutschen Basketball-Bundes vor wenigen Tagen darauf einigten, nach nur einem Jahr wieder zum alten Punktesystem zurückzukehren. „Umso schockierter war ich, als ich im Internet las, dass die Änderung nur für die erste Liga gelten soll“, so Lassel. In den unteren Spielklassen soll – trotz heftiger Kritik – alles so bleiben wie es ist. „Die Basis des deutschen Basketballs wurde vollkommen ignoriert“, macht Lassel seinem Unmut Luft. Die Entscheidung ist für den Basketball-Chef des VfL „nicht nachvollziehbar“. Nicht nur die Bundesligaklubs hätten gravierende Probleme, die komplizierten Regularien der breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, auch die Vereine in den unteren Spielklassen. „Wie soll ich denn den Zuschauern erklären, dass es im Basketball zukünftig zwei unterschiedliche Tabellen gibt? Es kann doch nicht sein, dass in der Bundesliga die Spiele anders gewertet werden als in den unteren Spielklassen“, so Lassel. Mit Rolf Zimmermann vom niedersächsischen Basketballverband habe er bereits über das Thema gesprochen – bisher ohne Erfolg.



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