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Mit einem Sieg nach Punkten feiert Profiboxer Piergiulio Ruhe einen gelungenen Debütkampf

Happy End im Ring

WESERBERGLAND. Happy End im Ring: Mit einem Sieg nach Punkten feiert Profiboxer Piergiulio Ruhe einen gelungenen Debütkampf.

veröffentlicht am 28.05.2018 um 15:12 Uhr

In der dritten Runde begann Piergiulio Ruhe mit voller Offensive und nahm vermehrt die Ringmitte ein. Foto: tol

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NIKLAS KÖNNER
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Der Hamelner Box-Trainer Robert Gaub (Energy Gym) war mächtig stolz, denn sein Schützling Piergiulio Ruhe hat seinen Debütkampf als Profi gewonnen. Vor über 450 Zuschauern im nahezu ausverkauften Brückentorsaal in Rinteln setzte sich der 22-Jährige mit einem Sieg nach Punkten gegen seinen Kontrahenten Jamal Sharoyan durch.

Nach vier Runden stand ein 40:36 zugunsten Ruhes auf dem Wertungszettel der Kampfrichter. Mit dem Erfolg erfüllte sich der Rintelner den Traum vom Gewinn seines ersten Profikampfes vor heimischem Publikum. „Es ist einfach geil“, fasste Ruhe seine Gefühlslage kurz nach der Verkündung seines Sieges zusammen. Im selben Atemzug bedankte er sich für den „unglaublichen Support“ seiner Fans. Es sei „wie in einem Hexenkessel“ gewesen.

Tatsächlich war die Atmosphäre der Veranstaltung von Beginn an überaus stimmungsvoll. Und das, obwohl die Zuschauer mit den klimatischen Bedingungen im Saal zu kämpfen hatten, der einem Brutofen glich. Stickige Luft und eine erdrückende Wärme sorgten schon vor Veranstaltungsbeginn für einige Kreislaufprobleme im Publikum. Trotz allem ließen sich die Boxfans nicht davon abhalten, mit ihrer Stimmung und den unermüdlichen Anfeuerungsrufen dem Abend einen wahren Eventcharakter zu verleihen. Eine Musik- und Lichtshow zum Einlaufen jedes Kämpfers sowie der obligatorische „Let’s Get Ready To Rumble“-Ruf des Moderators rundeten das Programm ab.

Auch im Ring wurde schon im Vorfeld des Hauptkampfes von Ruhe einiges an Spektakel geboten. Insgesamt sieben Vorkämpfe, alle unter Profibedingungen und mit in der Szene namhaft bekannten Athleten besetzt, wurden ausgetragen. Bei einigen davon ging es so sehr zur Sache, dass die Entscheidung bereits nach zwei oder drei Runden durch einen technischen K.o. fiel.

Gegen 23 Uhr betrat dann Ruhe die große Bühne. Unter lautstarkem Applaus stieg er in den Ring und ließ sich von seinem Trainer Robert Gaub noch mal letzte Instruktionen geben, ehe es zum Schlagabtausch mit dem neun Jahre älteren Sharoyan kam. Dieser war noch am Mittag als Ersatz eingesprungen, da der ursprüngliche Gegner kurz vor dem Wiegen abgesagt hatte.

Während des Kampfes waren beide Akteure zunächst darauf bedacht, keine eigenen Fehler zu begehen und tasteten sich daher erst mal ab. Gaub wies seinen Schützling dabei an, er solle sich mehr bewegen. Später erklärte er, dass „Piergiulio ein wenig angespannt vor der Kulisse war“. Doch mit der Zeit habe er angefangen, „mutig und nach vorne zu boxen“, lobte Gaub. So landete Ruhe die ersten guten Treffer und gewann von Minute zu Minute immer mehr Sicherheit. In der dritten Runde begann er mit voller Offensive und nahm vermehrt die Ringmitte ein. Trotzdem sei es „schwierig gewesen, da der Gegner einfach nicht fallen wollte“, analysierte Ruhe im Nachhinein. Er habe den Kampf eigentlich früher beenden wollen. Genau darin sah sein Coach aber ein Risiko, „denn wenn man zu aggressiv boxt, kann man auch mal selber schnell k.o. gehen“, so Gaub. Allerdings habe er sich anschließend „zusammengerissen“ und schickte Sharoyan in Runde vier zum zweiten Mal zu Boden, sodass dieser angezählt wurde. Zwar reichte es nicht für einen K.-o.-Sieg, dennoch beförderte Ruhe seinen Gegner kurz vor Schluss mehrmals in die Seile und entschied den Kampf auf diese Weise für sich. Damit krönte er seinen ersten Profikampf direkt mit einem Sieg. Von seinem Trainer erhielt er hinterher ein dickes Lob für einen „sehr, sehr guten Kampf“.

Ruhe selbst war einfach nur erleichtert und glücklich, dass es mit dem Erfolg geklappt hatte: „Von mir fällt eine Menge ab“, sagte er und ließ sich von seiner Familie, Freunden und den Fans feiern. Alles in allem sei es „eine wunderschöne Sache mit einem Happy End“, freute sich auch Trainer Gaub, der schließlich von Ruhe im Freudentaumel herzlichst umarmt wurde.



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