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Nach heftigen Turbulenzen herrscht jetzt Aufbruchstimmung beim Oberligisten Preußen 07

„Habe unter Angst und Schmerzen gearbeitet“

Fußball (hjk). Als das obligatorische „Mannschaftsfoto“ des gerade gewählten Vorstands gemacht werden sollte, warf sich der neue Preußen-07-Chef Roman von Alvensleben spontan den blau-weißen Vereinsschal um den Hals – so als wollte er dokumentieren: seht her, ich bin mit Leib und Seele euer neuer Boss! Zusammen mit Roman Klodnyckyi (2. Vorsitzender), Schatzmeister Gunther Götze (hatte in Abwesenheit seiner Wahl zugestimmt), Präsident Wolfgang Dammeier und dem Spielausschuss-Vorsitzenden Friedel Flentje verbreitet das Führungsquintett Aufbruchstimmung beim Oberligaklub.

veröffentlicht am 12.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

In Rekordzeit von nur gut einer Stunde war am Freitagabend (wie bereits ausführlich berichtet) eine neue Ära beim Traditionsverein eingeläutet worden. Wer erwartet hatte, dass nach den Turbulenzen der letzten Monate eine Opposition mächtig Dampf ablassen würde, wurde eines Besseren belehrt. Die Heckenschützen, die u. a. den bis dato kommissarischen Vorsitzenden Dammeier in der Vergangenheit wiederholt verbal und schriftlich gewaltig angegriffen hatten, blieben in der Deckung. Sehr friedlich, ja fast schon harmonisch ging die Hauptversammlung über die Bühne. Die gesamte Tagesordnung wurde von den Mitgliedern ohne Diskussionen abgenickt. Dammeier: „Ich habe sechs Monate unter Angst und Schmerzen gearbeitet. Jetzt gilt es, nach vorne zu blicken – und nicht mehr nach hinten.“

Ein intensiverer Blick zurück hätte wohl auch die kaum vernarbten Wunden wieder aufgerissen. So soll es bei 07 angeblich „mehrere Kassen“ (Dammeier) gegeben haben. Der neue Präsident beklagte auch, dass die 1. Mannschaft nach Turniersiegen hohe Geldprämien einbehalten hätte, und der Kassenprüfer forderte für die Zukunft eine „profihaftere Buchführung“.

Preußen 07 verbuchte im letzten Geschäftsjahr lediglich ein Plus von exakt 621 Euro. Das Oberligateam kostete 07 gut 65 000 Euro. Dennoch ist der Verein „nur“ mit 63 000 Euro verschuldet.

Ein ganz zartes Pflänzchen namens Hoffnung gibt es im Jugendbereich. Hier gehen künftig immerhin schon wieder zehn Mannschaften an den Start. Böse sieht es aber bei den 2. Herren aus. Der Kreisligist hat kaum Spieler und noch keinen Trainer.

Obwohl der einstige Fußballriese Preußen 07 noch immer auf tönernen Füßen steht, sieht Roman von Alvensleben zuversichtlich in die Zukunft. Und das will er anpacken: „Wir müssen im Verein endlich klare Strukturen schaffen, wir brauchen mehr Zuschauer bei unseren Heimspielen – und wir müssen dringend neue Sponsoren für uns gewinnen.“

Die neue Vereinsführung: Von links Roman Klodnyckyi, Roman von Alvensleben, Wolfgang Dammeier, Friedel Flentje. Nicht auf dem Bild: Schatzmeister Gunther Götze.

Foto: aro



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