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RRV-Fahrer holt Silber bei der LM

Gunnar Wulf: Erst Bank, dann Sattel

Von Rolf-Henning Schnell

veröffentlicht am 06.05.2010 um 18:51 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 18:41 Uhr

Radsport. „Ich hätte meinen Vorjahrstitel als bester Straßenfahrer Niedersachsens gern verteidigt“, so Gunnar Wulf, Aushängeschild des RRV Hameln-Pyrmont, nach seinem zweiten Platz bei den Landesmeisterschaften in Osnabrück. „Doch zum Schluss fehlte mir eine Radlänge, um den starken Roman Kuntschik aus Lauenau noch abzufangen“, zeigte sich der Elite-A-Fahrer leicht enttäuscht. Der 30-jährige Dörper, der nach Abitur und kurzer „Profikarriere“ bei der RG Hameln-Pyrmont den Beruf des Bankers erlernte und derzeit in der Landeshauptstadt arbeitet, hatte sich gut auf die Meisterschaft vorbereitet. Gunnar: „400 bis 500 Kilometer sind dabei pro Woche zusammengekommen, wobei das Haupttrainingsgebiet im Weserbergland lag.“ Er sei kein spezieller Bergfahrer, seine Stärken liegen auf der Flachstrecke, wo er bei Straßenrennen und vor allem Kriterien seine Sprintqualitäten in die Waagschale werfen könne. Deshalb kommt für ihn, der als Jugendlicher Mountainbikefahrer war und erst durch die „Rennen der Asse“ auf den Straßenrennsport aufmerksam geworden ist, auch diesmal kein Start bei der DM infrage. „Dort könnte ich kaum mit der Elite mithalten, würde nur hinterherfahren“, so Wulf. Musste er sein erstes Rennrad noch aus eigener Tasche bezahlen, so hat er heute Sponsoren, die ihn bei der Anschaffung, Unterhaltung und dem ständigen Service der Rennmaschine unter die Arme greifen. „Hätte ich diese Unterstützung nicht, dann wäre es ein nicht finanzierbares Hobby. Denn die Preisgelder, die wir Amateure erfahren können, decken meist nicht einmal die Fahrtkosten und das Startgeld“.

Obwohl er jeden Tag neun Stunden am Schreibtisch sitzt, schwingt er sich abends noch bei Wind und Wetter auf seine Hightech-Maschine und tritt zwei Stunden lang kräftig in die Pedalen. Diese Schinderei gehört für ihn zum sportlichen Erfolg dazu.

Wenn er trotz gut gefüllten Terminkalenders noch Luft hat, dann verbringt er seine Freizeit nicht nur bei seiner Freundin Christina in Hilligsfeld, sondern holt auch mal seinen Oldtimer, einen Fiat 128 Rallye aus dem Jahre 1971, aus der Scheune. Er ist sein ganzer Stolz und wird mit gleicher Akribie gepflegt wie seine Rennmaschinen, von denen er im Laufe der Jahre an die 20 „verschlissen“ hat. Gunnar Wulf war übrigens nicht einziger Hamelner Fahrer bei den Landesmeisterschaften. In der U-23-Klasse verpasste Malte Warnecke (22), als Vierter knapp das Siegerpodest. Die gleiche Platzierung schaffte auch Gerrit Uber (16) bei den Junioren. Fünfte Plätze holten Thomas Engelbrecht und Jost Hartmann in den Seniorenklassen Ü 45 bzw. Ü 60.

„Ich hätte meinen Vorjahrstitel als bester Straßenfahrer Niedersachsens gern verteidigt“: Gunnar Wulf holte Silber bei der Landesmeisterschaft.

Foto: rhs



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