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TC-Fechter führt Uni-Team zum Derby-Sieg / „Britische Studienkultur ist faszinierend“

Golod „Man of the Match“ in Wales

Bangor/Wales. Das Bootsrennen der Studentenruderer aus Oxford und Cambridge ist legendär und hat eine lange Tradition. In Großbritannien sind solche Wettkämpfe weit verbreitet. Derbys gehören auf der Insel einfach dazu – egal, in welchem Sport. Im Rahmen der sogenannten „Varsity“ treten benachbarte Universitäten in allen möglichen Sportarten gegeneinander an, um zu sehen wer besser ist. Auch der Hamelner Fecht-Spezialist Vassili Golod wurde von seiner walisischen Universität für ein solches Derby nominiert.

veröffentlicht am 24.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

„Das Duell zwischen meiner Uni in Aberystwyth und der Uni in Bangor hat hier in Wales eine lange Tradition“, sagt Golod. „Wir haben alle ein einheitliches Outfit bekommen und sind mit 300 Leuten in den Norden gefahren, um uns in 30 Sportarten zu messen. Das ist hier ein Riesenevent.“ Weil sich ein Teammitglied kurzfristig verletzte, musste Vassili Golod anders als geplant in allen drei Waffen auf die Planche. „Florett fechte ich seit 16 Jahren, Degen ist auch kein Problem – aber beim Säbel habe ich bisher immer nur zugeschaut.“

Als Social-Media-Manager des Deutschen Fechter-Bundes hat der Politik-Student zum Glück einen guten Draht zu den deutschen Nationalfechtern. Die Säbelfechter um Top-Star Nicolas Limbach sind ihres Zeichens amtierende Weltmeister. „Ich habe die Jungs einfach mal angerufen und nach ein paar die Tipps gefragt.“ Und die setzte der TC-Fechter von Beginn an in die Praxis um. Mit 5:1 brachte er sein Team auf die Siegerstraße und ließ sich auch in den weiteren Duellen nicht den Schneid abkaufen. „Es war schon eine Umgewöhnung. Während man beim Florett und Degen seine Aktionen erst vorbereitet, stürmt man im Säbel direkt aufeinander los. Es punktet also der, der am schnellsten reagiert.“

Nach dem Säbel-Sieg ging es mit dem Florett weiter. Immer wieder musste Vassili Golod in seiner Lieblingswaffe Rückstände drehen, weil seine Teamkollegen etwas strauchelten. Mit einem 36:40-Rückstand ging er für Aberystwyth in das Schlussgefecht. Konzentriert verkürzte der 22-jährige die Distanz zum Gegner und setzte souverän Treffer für Treffer mit schnellen Ausfällen. Das Endergebnis: 45:40 für Aberystwyth. „Dieser Sieg war wichtig. Ich wollte den Jungs beweisen, dass sie auch in Drucksituationen auf mich zählen können“, so Golod nach seinem Kraftakt in der zweiten Waffe.

Doch damit war es nicht vorbei, denn die letzte und entscheidende Disziplin stand noch aus. Das Degen-Match entwickelte sich zäh, war über weite Strecken ausgeglichen. Doch gemeinsam mit seinen Teamkollegen Jake Baynham und Paul Popa ließ Vassili Golod nichts mehr anbrennen und holte den Sieg nach Aberystwyth. Das Endergebnis fiel nach allen drei Entscheidungen mit 135:108 deutlich aus. „You ’re the Man of the Match“, bejubelte Aberystwyth-Kapitän James Harding den bärenstarken Auftritt des deutschen Gaststudenten. „Dieser Wettbewerb, dieses Gemeinschaftsgefühl, dieser Kampf – das alles fehlt bei uns in Deutschland vollkommen“, so Golod. „Die britische Studienkultur ist einfach faszinierend. Ich bin sehr glücklich über dieses Auslandssemester.“

Einziger Wermutstropfen: In der Gesamtwertung hatte die Bangor University die Nase vorn. Nur 11 von 30 Sportarten konnte Aberystwyth für sich entscheiden. Es war die erste Niederlage der letzten fünf Jahre … ali



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