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Vier erfolgreiche Ex-Sprinterinnen der LG Weserbergland sind Mütter von vier Söhnen

Golden Girls im Baby-Glück

HAMELN-PYRMONT. Golden Girls im Baby-Glück: Mit Milena Stresing, Jala Gangnus, Diana Dienel und Nina Giebel sind vier erfolgreiche Ex-Sprinterinnen der LG Weserbergland inzwischen Mütter von vier Söhnen.

veröffentlicht am 23.12.2017 um 00:00 Uhr

Vier Mütter, vier Söhne: Jala Gangnus mit Jonathan (links), Milena Stresing mit Jon und Nina Giebel mit Matteo (oben, rechts) sowie Diana Dienel mit Theo (unten, rechts). Fotos: privat

Autor:

Matthias Abromeit
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Der Baby-Boom bei der LG Weserbergland lässt auf eine goldene Zukunft hoffen. Auch mit der Männer-Staffel kann es bald große Erfolge geben – solche, die bisher nur den „Golden Girls“ mit dem Sieg bei der deutschen Meisterschaft vorbehalten waren. Jon und Jonathan, Theo und Matteo heißen die Hoffnungsträger. Okay, sie sind alle erst ein Jahr alt, müssten im kommenden Jahr noch in der „Pampers“-Klasse starten, die es gar nicht gibt, aber die Gene zum Schnelllaufen tragen alle vier in sich. Denn die vier Mütter Milena Stresing und Jala Gangnus, Diana Dienel und Nina Giebel gehörten früher allesamt zum Frauen-Sprint-Wunder der LG Weserbergland. Die vier Geburten innerhalb von gerade einmal drei Monaten – „das war ein riesiger Zufall. Das haben wir absolut nicht abgesprochen“, versicherten die Sprinterinnen unisono. Doch die vier, die nicht nur das A am Ende des Namens gemeinsam haben, die auch allesamt mit ihren Partnern und nun Söhnen leben, aber den Trauschein noch warten lassen, haben nicht nur – wie früher – in den Staffeln, sondern auch danach blindes Verständnis an den Tag gelegt.

Das betraf auch ihr süßes Geständnis unter Freundinnen. „Ich hatte damals ein Frühstück für einige meiner Freundinnen organisiert, bei dem ich erzählen wollte, dass ich schwanger bin“, erinnert sich Stresing. Doch bei genau diesem Frühstück kam ihr Nina Giebel zuvor. „Ich muss euch etwas sagen…“ – mit diesen Worten begann Giebel damals. Das Frühstück hatte damit zwei freudige Ereignisse als einzige Themen. Am 9. September des vergangenen Jahres kam Jon Stresing zur Welt, sechs Tage später Matteo Giebel. Am 25. Oktober machte Jonathan Gangnus ein Trio daraus und in der Adventszeit am 8. Dezember war mit Theo Dienel das Quartett komplett.

Die Gemeinsamkeiten der Sprint-Mamas begannen vor gut einem Dutzend Jahren. Langsprinterin Stresing kam aus Kiel, die Kurzsprinterinnen Gangnus aus Winsen und Giebel aus Wolfenbüttel – allesamt wohnten sie in den Sportler-WGs der hannoverschen Grotefendstraße, Stresing und Gangnus sogar zusammen, Giebel ein Stockwerk tiefer. Das Trikot der LGW trugen alle. Etwas später stieß Dienel aus Dresden, die einst innerhalb weniger Stunden an einem Tag deutsche 400- und 800-Meter-Meisterin der Jugend wurde, dazu. Titel gab es noch viele, Gemeinsamkeiten auch, während und auch nach der aktiven Zeit. „Zusammen in einer Staffel sind wir vier nie gelaufen, aber ich weiß, dass ich mit jeder schon einmal Staffel gelaufen bin“, sagt Giebel.

Ihr Sohn ist, was die Sprint-Karriere angeht, allerdings der einzige Wackelkandidat. Denn Vater Benjamin spielte einst beim Fußball-Landesligisten TSV Krähenwinkel. „Und Matteo liebt im Moment alles, was mit Bällen zu tun hat.“ Da wartet noch Überzeugungsarbeit auf Nina Giebel, die nicht nur Lehrerin, sondern auch Leichtathletik-Trainerin ist. Keine Bedenken gibt es bei Theo Dienel. „Der kommt nach mir. Langsam laufen gibt es bei ihm derzeit nicht“, sagt Mutter Diana, die bei der Polizei noch in Elternzeit ist. Vater Sebastian, Langstreckenläufer von Profession, könnte aber Ausdauer beisteuern.

Beim Gangnus-Nachwuchs kommen ebenfalls Sport-Gene zusammen. Die Sprinterin, einst deutsche 200-Meter-Meisterin, wie auch ihr Partner Julian sind schon durch die Jobs bei der Polizei sportlich vorbelastet. Und Stresing, mit Mittelstreckler Dirk liiert, die sich nach der Sprint-Zeit auch schon im Marathon versucht hat und in Florenz immerhin unter der Vier-Stunden-Marke geblieben ist, hat auch wenig Bedenken. „Mein Jon ist absolut leichtathletisch vorgeprägt“, schmunzelt sie.

Da könnte auf LGW-Trainer Werner Scharf viel Arbeit zukommen. „Ich war mit meinem Sohn schon mal beim Training, aber vorerst nur zum Hallo sagen“, meinte Dienel. Aber in 14 Jahren vielleicht, könnte eine Jugend-Staffel aus eigenem Nachwuchs bei der LGW Furore machen. Die könnte nur durch eines getoppt werden. „Wenn wir vier dann auch noch eine Seniorinnen-Staffel laufen würden, dann wäre das absolut cool“, witzelt Dienel. Einmalig wäre das in der deutschen Leichtathletik-Szene bestimmt.

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