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Drei Hamelner bei Drachenboot-WM

Gold, Tränen und zu kleine Betten

Wassersport (kf). „Als bei der Siegerehrung die Nationalhymne gespielt wurde und die deutsche Fahne ganz oben im Wind flatterte, hatte ich tatsächlich Tränen in den Augen…“ Josef Blume bekommt selbst fünf Tage nach der Siegerehrung noch immer eine Gänsehaut, wenn er vom „absoluten sportlichen Highlight“ seiner Karriere spricht. Zum ersten Mal nahm der Drachenboot-Paddler vom Hamelner Kanu-Club (KCH) im südkoreanischen Ulsan an einer Weltmeisterschaft teil. Gleich erfolgreich – denn bei seiner Premiere stand der 41-Jährige zusammen mit seinen Kollegen Michael Wolka und Katja Nest vom KCH ganz oben auf dem Siegertreppchen der Drachenboot-WM für Vereinsteams. Mit der Crew OWL United fuhren die drei Kanusportler aus der Rattenfängerstadt auf der 2000-Meter-Distanz der Masterklasse als klarer Sieger vor dem favorisierten „Preußen-Boot“ aus Potsdam über die Ziellinie.

veröffentlicht am 15.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 01:21 Uhr

Medienpräsenz hat mächtig beeindruckt

Während der WM-Woche in Ulsan haben Blume, Wolka und Nest viele Eindrücke mitgebracht, die ihnen für immer im Gedächtnis bleiben. Vor allem die Medienpräsenz hat mächtig beeindruckt. Blume: „Selbst wenn Bayern München dort gespielt hätte, wäre der Aufwand nicht größer gewesen. Bei allen Fernsehsendern wurde über die Weltmeisterschaft täglich ausführlich berichtet, und in allen großen Zeitungen gehörte uns die Titelseite.“ Aber auch die Zuschauer sorgten für echte WM-Atmosphäre.

„Wir wurden förmlich ins Ziel getrieben“

„Die Rennstrecke mitten in Ulsan war ideal. Eingerahmt von riesigen Hochhäusern und angefeuert von einer lautstarken Kulisse, wurden wir förmlich ins Ziel getrieben“, und das sorgt bei Josef Blume immer noch für „ein Kribbeln im Bauch“.

Selbst der Spanier Jose Perurena Lopez, Präsident des internationalen Kanuverbandes, war von den drei Wettkampftagen in Südkoreas Industriemetropole begeistert. Die Besatzung des OWL-Bootes hatte in der Millionenstadt aber auch das eine oder andere Problem, wie der Hamelner schmunzelnd berichtet: „Dass die Koreaner deutlich kleiner sind, merkten wir schon im Hotel. Hier waren die Betten viel zu klein. Und auch an das scharfe Essen mussten wir uns erst einmal gewöhnen.“

Trotz der frühen Anreise hatte die deutsche Mannschaft auch mit der Zeitumstellung zu kämpfen. Blume: „Außerdem hat uns die 30-stündige Anreise mächtig geschlaucht. Als wir nach 13 Stunden Flug und langer Wartezeit auf dem Flughafen dann wegen eines Gewittersturms auch noch mit dem Bus nach Ulsan gebracht werden mussten, waren wir erst einmal total platt. Immerhin dauerte die Busfahrt noch einmal fünf Stunden“, berichtete der Hamelner.

Doch diese Mühen nahmen die Paddler gerne in Kauf. Schon einen Tag später erlebten sie in Ulsan dann einen Empfang, der herzlicher nicht hätte sein können. Durch den Goldmedaillen-Gewinn beflügelt, reist das Team jetzt im September auch zuversichtlich zur deutschen Meisterschaft nach München. Auf der Olympia-Regattastrecke setzt das Hamelner Trio dann erneut auf Gold. „Die Potsdamer Crew hat jetzt schon Muffe vor uns,“ orakelt Blume ...“



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