weather-image
20°
Fußball-Kreisliga: Daniel Krikunenko der Hauptdarsteller beim Bisperoder Meisterstück

„Glückshormone pur“

AFFERDE. War dieser Doppel-Triumph etwa die Geburt einer goldenen Fußball-Generation beim TSV Bisperode? Könnte sein, denn auf alle Fälle katapultierte sich der souveräne Kreisliga-Meister und Pokalsieger mit dem Double erst einmal auf Platz eins in der vereinsinternen Hitparade.

veröffentlicht am 29.05.2016 um 17:24 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:15 Uhr

270_0900_37_sp302_3005.jpg
Roland Giehr

Autor

Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Ein historisches Ereignis, denn bislang hatte noch keine Mannschaft vom Pappelstadion eine derartige Saison der Superlative zelebriert. Rekordverdächtig vor allem auch die blau-gelbe Bilanz. Unter Trainer Werner Brennecke und später auch seinem Nachfolger Markus Schwarz verloren die Himmelsstürmer um Kapitän Dominik Fecho in beiden Wettbewerben kein Spiel, leisteten sich lediglich fünf Unentschieden. „Und die waren zum Teil auch noch unnötig“, stellte Schwarz fest. Er selbst startete nach der Winterpause mit zwei Punkteteilungen in seine Mission als Interimscoach. Doch der als großer Motivator bekannte einstige TSV-Torjäger brachte seine Mannen danach sehr schnell wieder auf den richtigen Kurs. Auftrag mit Doppel-Sternchen erledigt. Besser geht es nun wirklich nicht. Nun übergibt er an Paul Bicknell, der mit dieser Mannschaft sicherlich auch in der Bezirksliga einiges bewegen kann – und wird. Markus Schwarz geht aber nicht in Wehmut. „Ich hatte einfach richtig Bock darauf zu helfen und bin sehr froh, dass alles so super geklappt hat. Werner Brennecke hat allerdings auch einen großen Anteil an diesem einmaligen Erfolg“, zog er nach dem frenetisch bejubelten 2:0-Sieg beim Meisterfinale in Afferde eine persönliche Bilanz.

In seinen vorläufig letzten 90 Minuten als TSV-Trainer avancierte vor seinen Augen und denen der rund 600 Zuschauern aber ein ganz anderer zum Vater des Sieges: Daniel Krikunenko – zweifellos der Mann des Spiels. Ohne den wuchtigen Mittelfeldakteur lief keine Aktion beim TSV. Weder hinten – noch vorne. Er war überall auf dem Platz zu finden, rannte, rackerte – und traf auch noch. Mit seinem unhaltbaren Kopfball-Tor (60.) zum 1:0 spielte Krikunenko dann auch fast folgerichtig den Dosenöffner für Bisperode in einer bis dahin zähen, kämpferisch aber von beiden Seiten überaus intensiv geführten Partie. „Als ich das Tor geschossen habe, waren das Glückshormone pur. Einfach unglaublich“, genoss der 28-Jährige seinen großen Moment in vollen Zügen. Auch Schwarz war beeindruckt: „Eine sensationelle Leistung“, lobte er seinen Hauptdarsteller, den er schon beim 3:0 im Pokalfinale gegen Afferde auf die wichtige Sechserposition beordert hatte. Dieser Schachzug war überaus erfolgreich, doch diesmal konnte Krikunenko seinen damaligen Auftritt noch toppen. Sah auch Afferdes Trainer Dietmar Harland so: „Er hat den Unterschied ausgemacht.“ Während seine Elf zwar alles versuchte, aber im Abschluss nicht zum Zug kam, sorgte dann Robert Voss (74.) nach einer glänzenden Einzelleistung von Pokalheld Abbas Jaber für den Afferder Knockout und auf der TSV-Bank gleichzeitig für den vorsichtigen Griff zu den Meistershirts. Dort hing übrigens auch das Trikot von Marcel Mietzner, der plötzlich schwer erkrankt ist und nicht mitwirken konnte.

„Bei beiden Toren waren wir zu schläfrig“, stellte Harland enttäuscht fest, attestierte seiner Mannschaft aber trotzdem eine ganz starke Leistung. „Wir haben noch einmal alles rausgehauen, leider hat es wieder nicht gereicht.“ Der Titel ist zwar weg – aber der Aufstieg in die Bezirksliga immer noch möglich. Schon am Mittwoch fällt der Startschuss für die Relegation. Trauer und Enttäuschung auf der einen Seite, ausgelassene Freudentänze auf der anderen. Die überglücklichen Bisperoder ließen es bis in die Morgenstunden krachen. Aber eben nicht jeder, denn der kollektive Jubeltaumel endete für Manager Thilo Becker schon früh im Krankenhaus. Auf der Flucht vor einer Bierdusche auf dem Bisperoder Sportplatz ging ein großes Glas kaputt und der Manager durchtrennte sich dabei unglücklich den Muskel der linken Wade. Zwei Stunden Operation – anstatt Meisterfeier. „Es geht mir aber den Umständen entsprechend wieder gut“, gab er auf Nachfrage Auskunft.

270_0900_39_sp3005_301.jpg
  • Auf Händen getragen: Trainer Markus Schwarz auf Wolke sieben
270_0900_38_sp306_3005.jpg
  • Fecho (TSV) im Duell mit Lange
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare