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Vom Torkönig zum Buchautor

Gerfen: „Meine Geschichte soll Mut machen“

Der ehemalige Hamelner Handball-Profi Peter Gerfen (49) ist unter die Buchautoren gegangen. In seinem Werk „Bewegung“ spricht er auch über schwierige gesundheitliche Probleme und gibt wertvolle Tipps zur Fitness und Ernährung.

veröffentlicht am 22.05.2019 um 14:32 Uhr

Immer in Bewegung: Der ehemalige Handball-Profi Peter Gerfen ist jetzt auch Buchautor. Katja Brandt
Roland Giehr

Autor

Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite
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Peter Gerfen wechselte 1995 als Bundesliga-Torschützenkönig (224 Treffer) voller Hoffnung vom VfL Bad Schwartau zum Handball-Erstligisten SG VfL/BHW Hameln, doch das Engagement wurde für den Linksaußen zum Albtraum. Von einer Lungenentzündung über Pfeiffersches Drüsenfieber bis hin zum Burn-Out, verbunden mit Depressionen und Angstzuständen – das Schicksal kannte keine Gnade. Schwere Zeiten, die der mittlerweile 49-jährige Handballer aber längst verarbeitet hat. Wie er das schaffte, beschreibt er nun auch in seinem Buch „Bewegung“. Neben ganz tiefen Einblicken in seine persönlichen Erfahrungen gibt Peter „Gun“ Gerfen zudem wertvolle Tipps zur Fitness und Ernährung.

„Der Titel Bewegung ist quasi auch Programm. Es versteht sich jedoch nicht als eine mahnende Aufforderung mit erhobenen Zeigefinger. Vielmehr soll das Buch motivieren und den Spaß an der Bewegung wecken“, erklärt der gebürtige Mindener, der seinen Lebensmittelpunkt aber längst in Hildesheim gefunden hat. Dort arbeitet der inzwischen glückliche Familienvater von zwei Söhnen (drei und neun Jahre) auch als Personaltrainer. Über die gravierenden Probleme bei seinem ersten Engagement in Hameln, das zweite folgte dann zehn Jahre später (2006) in der Handball-Regionalliga, kann Peter Gerfen heute offen reden.

Damals war das noch völlig unmöglich, wusste eigentlich keiner beim VfL, welche zentnerschweren Lasten dem Torjäger auf der Seele lagen. Auch Trainer Urs Mühlethaler nicht, zu dem der Linksaußen ohnehin nicht gerade das beste Verhältnis hatte. „Ich konnte mein Potenzial nie abrufen. Erst war ich mit einer Lungenentzündung außer Gefecht gesetzt, dann erkrankte ich am Pfeifferschen Drüsenfieber. Es folgten Panikattacken und Angstzustände“, schildert der dreimalige deutsche Nationalspieler sein absolutes „Seuchenjahr“, dass letztlich fatal im Burn-Out und dann später auch noch in einer vorzeitigen Trennung vom VfL/BHW endete. Positiv in Erinnerung geblieben ist dem 49-Jährigen eigentlich nur der Einzug ins Finale beim Euro-City-Cup, das Hameln allerdings 1996 gegen die Norweger von HK Drammen verlor.

Peter Gerfen (unten links) 1995/96 im Kader des Handball-Bundesligisten SG VfL/BHW Hameln. Foto: Archiv

Die schwierige Odyssee durch seine Krankheit behandelt Gerfen ausführlich in seinem Buch. „Meine Geschichte soll jedoch Mut machen. Ich habe mich aus dieser schwierigen Zeit gekämpft und beschreibe, was mir damals geholfen hat und wie sich jeder präventiv vor diesen Dämonen schützen kann“, gibt er Einblicke. Nach dem bereits erwähnten zweiten Gastspiel in Hameln ging Peter „Gun“, so sein Spitzname, dann später in der Saison 2008/2009 auch noch einmal für den damaligen Oberligisten TSG Emmerthal auf Torejagd. Verbunden mit einem sportlichen Kuriosum: Obwohl Gerfen mit stolzen 319 Treffern Torschützenkönig der Liga wurde, stieg Emmerthal ab. „Das war trotzdem eine schöne Zeit. Die Menschen im Verein waren unglaublich herzlich“, sagt er. Auch wenn das Thema Handball, garniert mit einigen Anekdoten und weiteren spannenden Geschichten, fast zwangsläufig einen breiten Rahmen einnimmt, Peter Gerfens Botschaft in seinem nun erschienenen Buch ist aber auch noch eine ganz andere. Sehr wichtig sind dem Ex-Profi zum Beispiel auch Motivationsübungen, die helfen sollen, wenn Ziele mal aus den Augen verloren wurden.

Hilfreich ist dabei aus seiner Sicht auch ein entsprechendes Fitness- und Ernährungsprogramm. „Das kann viel bewirken“, weiß der einstige Torkönig aus eigener Erfahrung.



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