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Fußball: Polnischer Stürmer Pyrmonts Lebensversicherung

Gasdes Lewandowski heißt Matwijow

BAD PYRMONT. Was Robert Lewandowski für den deutschen Rekordmeister FC Bayern München ist, das ist Andrzej Matwijow ein paar Etagen tiefer mittlerweile für die Spielvereinigung Bad Pyrmont: Die personifizierte Lebensversicherung aus Polen. Auch er weiß genau, wo das Tor steht.

veröffentlicht am 12.04.2017 um 15:23 Uhr

Andrzej Matwijow kann auch Tore schießen. Foto: Haje
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Zwar hatte der Flügelflitzer den Kasten der Freude zuletzt ein bisschen aus den Augen verloren, nun aber stimmt die Optik wieder.
Er ist wieder da – und wie. Mit zwei Treffern beim 2:0-Sieg in Lehrte – nicht gerade die unwichtigsten in seiner Karriere – und einem Tor beim 3:1 in Almstedt brachte Matwijow die Spielvereinigung Bad Pyrmont in der Fußball-Landesliga wieder auf Kurs. Der 33-Jährige blies die unsägliche Sturm-Flaute einfach weg und zauberte Trainer Philipp Gasde auch gleichzeitig noch alle Sorgenfalten von der Stirn. Abstiegskampf ade – Bad Pyrmont schaut wieder nach oben. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn am Samstag (15 Uhr) kommt Spitzenreiter TuS Sulingen ins Stadion an der Südstraße.
Gegen den Aufstiegskandidaten plant der in Gryfino vor den Toren Stettins geborene Matwijow nicht unbedingt einen Sieg ein. Aber am Ostermontag (16 Uhr) soll es im Viertelfinale des Bezirkspokals auf jeden Fall klappen. Denn da feiert der 1,70 große Techniker seinen 34. Geburtstag. Und gegen Pokalgegner TSV Wetschen haben die Pyrmonter noch reichlich gutzumachen. Die Schmach der 1:2-Punktspiel-Pleite beim Landesliga-Schlusslicht ist nicht vergessen. Da käme ein Sieg und der damit verbundene Einzug ins Halbfinale bei Matwijow als Geburtstagsgeschenk bestimmt gut an.

Von einem Vergleich mit seinem berühmten Landsmann Robert Lewandowski will der Pyrmonter übrigens nichts hören: „Der spielt nicht nur in einer anderen Liga, sondern auch auf einer anderen Position.“ Pyrmonts neuer Torelieferant kommt eher aus dem Mittelfeld und sieht sich eher in der Rolle des Vorbereiters. Übrigens am liebsten im Duo mit Alexander Baal. „Wir beide kommen gut klar. Und wir liegen beim Spiel auf der gleichen Wellenlänge“, hat der Doppeltorschütze von Lehrte längst erkannt.

Doch wenn tatsächlich keiner trifft, lässt er sich auch als Torschütze nicht lange bitten. Wie in Almstedt. Da hatte er schon drei Minuten vor dem Abpfiff das 3:1 auf dem Fuß, als er eine hohe Flanke von Sertac Sahbaz volley über den Torbalken jagte. „Das war aber auch schwer. Der Ball war für den Kopf zu tief und für den Fuß zu hoch“, klärte er die Sachlage auf. Als in der Schlussminute Schiedsrichter Patrick Herbach (Hannover 96) auf Strafstoß entschied, übernahm er ohne zu Zögern die Verantwortung. Mit breiter Brust und großer Klappe. Eigentlich hatte sich Seyhmus Karayilan die Kugel geschnappt, die Rechnung aber ohne den Oldie gemacht. Matwijow krallte sich den Ball und machte seinem Mitstreiter gleich mal klar, wie das beim Elfmeter-Schießen abzulaufen hat: „Wenn ich mal nicht mehr spiele, dann darfst du beim Elfmeter auch mal ran.“

Und das kann dauern, denn ans Aufhören denkt Andrzej Matwijow, der als 22-Jähriger beim polnischen Erstligisten Pogon Stettin auch schon mal Profiluft schnuppern durfte, noch lange nicht.ro/kf

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