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Jens Genge rückt in die DHB-Spitze auf

Fußballer-Herz schlägt für den Handball

Bad Pyrmont. Eigentlich schlägt sein Herz für den Fußball. Denn Jens Genge wurde das runde Leder quasi mit in die Wiege gelegt. Das Trikot der Altsenioren von Germania Hagen streift der 46-jährige Anwalt für Steuerrecht auch heute noch über, doch das Klopfen in seiner Brust hat seit der Jahrtausendwende einen anderen Rhythmus. Den bestimmt seitdem der Handball, speziell die Bundesliga-Frauen der HSG Blomberg-Lippe.

veröffentlicht am 27.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

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Da saß er mit seinem Vater Uwe, dem 2007 verstorbenen ehemaligen Vizepräsidenten „Finanzen“ des Niedersächsischen Fußballverbandes und langjährigen Schiedsrichters, erstmals bei einem Bundesligaspiel auf der Tribüne. Schon bei der Premiere in der Sporthalle an der Blomberger Ulmenallee, die fast vor seiner Hagener Haustür liegt, funkte es. „Von da an war ich Fan und Dauergast bei der HSG“, weiß Genge noch genau. Das entging natürlich auch Harald Wallbaum nicht. Der Mann, der Handball-Geschichte im Lipperland schrieb, und seit 2012 als Sport-Manager für den Deutschen Handball-Bund (DHB) tätig ist, streckte sofort seine Fühler aus. Natürlich nicht ohne Hintergedanken. Der Handball-Fuchs aus Herrentrup holte mit Jens Genge 2008 einen Fachmann für steuerliche Beratung von Sportvereinen als Beiratsvorsitzenden der Bundesliga-GmbH ins Boot der HSG. Und ohne ihn läuft seitdem nichts mehr bei der Bundesliga-Mannschaft.

Vom Fußballer zum Handball-Chef – für den Hagener kein Problem. Sein Name hat längst auch beim DHB Gewicht. Als in Rotenburg unlängst das neue Präsidium für die 1. und 2. Frauen-Bundesliga gewählt wurde, stand Genge erstmals im Fokus. Und die Vertreter von Topklubs wie dem Thüringer HC oder dem Buxtehuder SV waren plötzlich außen vor. Die Vereine wählten den Blomberger einstimmig als Beisitzer in die neue Führungsriege. Ob die lippische Sparsamkeit der Grund war? Die Frage ließ Genge schmunzelnd offen. Neben ihm und dem Vorsitzenden Berndt Dugall sitzt künftig auch der ehemalige Nationaltorhüter Andreas Thiel im Präsidium.

Jens Genge steht im Verein nicht nur als Vorsitzender im Rampenlicht. Wenn die HSG auf Tour geht – egal, ob zu Punktspielen oder bei der Saisonvorbereitung – der Boss ist dabei. „Die Mannschaft habe ich einfach in mein Herz geschlossen“, verriet er nach dem fünftägigen Trainingslager auf Norderney. Da glänzte Genge im Jugendwerk des Kreises Lippe, wo die Mannschaft untergebracht war, sogar vier Tage als Küchenchef: „Franziska Müller schwärmt heute noch von meinen Milchnudeln.“



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