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Karola Pesch feiert mit 62 Jahren DM-Premiere in Berlin

„Für mich geht ein Mädchentraum in Erfüllung“

Von Klaus Frye

veröffentlicht am 21.05.2010 um 16:09 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:41 Uhr

Tischtennis. Berlin ist eine Reise wert – diesen Werbeslogan, mit dem die Millionenstadt an der Spree seit Jahrzehnten lockt – kann Karola Pesch nur bestätigen. „Die Stadt hat immer viel zu bieten“, weiß die Tischtennisspielerin des Post-SV Bad Pyrmont. Doch wenn sie am Pfingst-Wochenende wieder einmal nach Berlin fährt, spielt die übliche Stadtrundfahrt, das Flanieren auf dem Kurfüsrtendamm oder ein Theaterbesuch keine Rolle.

Dann steht drei Tage der kleine gelbe Zelluloidball im Mittelpunkt. Denn Karola Pesch feiert in der Bundeshauptstadt eine sportliche Premiere. Die 62-jährige Tischtennis-Seniorin nimmt zum ersten Mal in ihrer mehr als fünf Jahrzehnte dauernden Laufbahn erstmals am grünen, inzwischen oft auch blauen Tisch an einer deutschen Meisterschaft teil. „Darauf bin ich richtig stolz“, sagte die Pyrmonterin. Kann sie auch, denn über die Bezirks-, Landes- und Norddeutsche Meisterschaft qualifizierte sich die erfahrene Linkshänderin neben Almuth Tabatt (Lehrter SV) als einzige Spielerin Niedersachsens für die 31. deutschen Titelkämpfe der Seniorinnen und Senioren. Im Horst-Korber-Sportzentrum nahe dem Olympiastadion hegt sie zwar weder im Einzel, noch im Doppel oder Mixed Titelambitionen, doch selbstbewusst geht sie das Unternehmen dennoch an: „Auch in Berlin spielen alle nur mit Ball und Schläger. Ich werde ganz locker in die Spiele gehen.“ Zugeschickt wurden ihr bereits vor Wochen die Ausschreibungsunterlagen. Bis ins kleinste Detail sind alle wichtigen Punkte der nationalen Meisterschaft beschrieben. Schmunzeln musste sie beim Durchblättern der acht Seiten vor allem beim Thema Dopingkontrollen: „Na, das ist für mich mit Sicherheit kein Problem. Da kann ich ja mit absolut ruhigem Gewissen nach Berlin fahren.“

Ihren ersten großen Erfolg feierte Karola Pesch, die sich seit 17 Jahren auch als Mini-Beauftragte intensiv um den Tischtennis-Nachwuchs des Kreisverbandes Hameln-Pyrmont kümmert, übrigens vor genau 50 Jahren. Sie spielte als 12-Jährige beim TTV Linse und sicherte sich in Holzminden erstmals die Kreismeisterschaft im Mädcheneinzel. „Da habe ich geträumt, irgendwann auch mal an der deutschen Meisterschaft teilzunehmen“, erinnert sie sich gern zurück.

Es hat zwar lange gedauert, doch nun geht nach einem halben Jahrhundert ihr Jugendtraum tatsächlich in Erfüllung.

Bei den Senioren vertritt Rudolf Poludniok (VfL Hameln) die Farben Niedersachsens in Berlin. Er ging bereits sechsmal bei deutschen Seniorenmeisterschaften der AK 40 und 50 an den Start. Am Samstag ist der Routinier des VfL Hameln bei der deutschen Meisterschaft in Berlin erstmals in der Altersklasse 60 im Einsatz und trifft hier schon in der Vorrunde auf harte Konkurrenz. Aber vielleicht ist ja eine Überraschung drin…

Die Pyrmonterin Karola Pesch ist glücklich, weil sie mit 62 Jahren erstmals bei einer deutschen Tischtennis-Meisterschaft dabei sein darf. Foto: haje



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