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Engländer bei der 12. Rattenfänger-Trophy erstmals dabei / Preußen 07 sorgt für negative Schlagzeilen / Holländer stark

Für die Hameln Strikers zählt der olympische Gedanke

Von Andreas Rosslan

veröffentlicht am 24.05.2010 um 17:02 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:41 Uhr

Fußball. Bayern oder Inter, Inter oder Bayern? Millionen Fans waren am Samstagabend im Champions League-Fieber. Auch die über 1200 jungen Kicker aus Schweden, England, Dänemark, Belgien, den Niederlanden sowie aus ganz Deutschland, die am Pfingstwochenende bei der 12. Rattenfänger-Trophy der SG Hameln 74 und der niederländischen Stiftung „Eurosportring“ um die goldenen Siegerpokale kämpften, fieberten mit. Im proppevollen Jugendzentrum Regenbogen wurde extra eine Großbildleinwand aufgebaut, damit die jungen Fußballer das Finale zwischen Bayern München und Inter Mailand (0:2) live sehen konnten. Es war eine bunte Mischung aus enttäuschten Bayern- und glücklichen Inter-Fans. Mittendrin waren auch die Hameln Strikers und ihr Trainer Lee Scarisbrick, dessen Herz für den FC Liverpool schlägt: „Bayern war klar besser.“ Unzufrieden war der Coach der Strikers, der sich als Fan von Jose Mourinho outete, mit dem Ergebnis aber nicht.

Scarisbrick war mit seinem E-Juniorenteam erstmals bei der Trophy dabei. Die Engländer haben extra für das Turnier eine Mannschaft aus der Taufe gehoben. „Wir sind keine Vereinsmannschaft. Unser Team besteht aus Schülern der englischen Schule in Hameln und Paderborn“, klärte der 39-jährige Computerlehrer mit Trainerlizenz auf. Nur einmal konnten die 14 Spieler gemeinsam trainieren – am Freitagabend. Mit dem neunjährigen Scott von der SG Hameln 74 hatten die Strikers nur einen Spieler in ihren Reihen, der im Verein Fußball spielt. Die anderen Jungs spielten vorher nur „just for fun“. Für die Strikers zählte in erster Linie nicht das Ergebnis, sondern der olympische Gedanke: „Wir sind stolz, hier überhaupt dabei sein zu dürfen“, sagte Scarisbrick, der früher selbst für Tündern, Preußen und Halvestorf kickte. Am Ende reichte es für die Strikers (zwei Siege, vier Niederlagen) in ihrer Altersklasse zwar „nur“ zum 13. Platz. Trotzdem war der Strikers-Coach zufrieden: „Es war ein sehr gut organisiertes Turnier, das uns allen sehr viel Spaß gemacht hat.“ In fast allen Altersklassen dominierten diesmal die Teams aus den Niederlanden, die drei Titel holten: WVVZ Eindhoven (C-Jugend), RCL Leiderdorp 1 (D-Jugend), V V de Wehrevogels (E-Jugend). Nur in der B-Jugend hatte mit dem TuS Glane eine deutsche Mannschaft die Nase vorn. Als beste Spieler des Turniers wurden Arne Siebert (Glane), Anton Sjödergren (Svedala), Marko Ajebi Duah (Eindhoven) und Anna Lena Rieke (Steinbeck) ausgezeichnet. Die Fair-Play-Pokale gingen an die JSG Holle Woldenberg, KFC Lint II, RCL Leiderdorp II und den SC Buitenveldert I. Unter den 1200 jungen Kickern gab es einige wenige, für die Fair Play offenbar ein Fremdwort ist. „Bei den C-Junioren gab es sehr viele Rote Karten“, berichtete Preußen-Coach Dominic Krümpelbeck. Auch in seinem Team habe es drei Spieler gegeben, denen nach umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen die Sicherungen durchgebrannt seien. „So ein vereinsschädigendes Verhalten kann ich als Trainer nicht akzeptieren“, sagte Krümpelbeck, der prompt die Konsequenzen zog und die Rotsünder, die den Schiedsrichter bedroht haben sollen, aussortierte. „Das war nicht das erste Mal, dass die Preußen bei diesem Turnier negativ aufgefallen sind“, ärgerte sich der Vereinsvorsitzende der SG 74, Thomas Thimm. „Wir werden die Namen der Spieler an den Kreisfußball-Verband weiterleiten. Ich gehe davon aus, dass sie gesperrt werden.“ Nachdem sich einige Preußenkicker auch bei der Siegerehrung nicht benehmen konnten, steht für Thimm bereits fest, dass 07 zur nächsten Rattenfänger-Trophy nicht mehr eingeladen wird.

Es fielen aber nicht nur die Preußen unangenehm auf. Klein Berkels Trainer Wieland Niemeier war sauer, „weil ein Holländer einem meiner Spieler ins Gesicht gespuckt hat“. Weil dieser nach der Spuckattacke wütend war, sah er Rot. Gleiches galt für einen anderen Klein Berkler, der nach Aussage seines Trainers zuvor von einem Gegenspieler am Hals gewürgt wurde. Niemeier: „Es ist schade, dass sich einige Spieler nicht benehmen konnten. Denn insgesamt war es wieder ein tolles Turnier, das die SG 74 auf die Beine gestellt hat.“



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