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Oberligist VfL Hameln redet Tacheles hinter verschlossenen Türen / Wulff: Es fehlt an Charakter

Frostige Stimmung nach Absturz in die Krise

Handball. Es war Sonnabend um 21.12 Uhr. Kapitän Oliver Glatz hatte für den gesperrten Trainer Hajo Wulff gerade die Pressekonferenz absolviert und die bittere 28:31-Niederlage des VfL Hameln gegen die TSV Burgdorf II analysiert, als er vom Chefcoach in Richtung Kabine beordert wurde. Die Tür fiel ins Schloss, und in den vier Wänden wurde Tacheles geredet. Der Stachel der Enttäuschung, dass man im Oberliga-Titelkampf weiter an Boden auf Primus Lehrter SV verloren hat, sitzt immer noch tief. „Es bleibt intern, was wir da besprochen haben, aber es war nicht schön, was die Mannschaft zu hören bekommen hat. Es war auch ein Denkanstoß“, gab Wulff Einblicke in das, was sich hinter der Tür zugetragen hat. Die Stimmung war frostig, die Spieler waren geknickt. „Ich hatte schon den Eindruck, dass ihnen bewusst war, dass sie Mist gebaut haben“, so der 37-Jährige. Er sei zwar kein Freund von Straftraining, „aber ich werde diese Woche in den Übungseinheiten einiges anders machen, damit die Jungs wieder Lust auf Handball bekommen“. Gleichwohl übt Wulff auch Selbstkritik: „Die Sperre muss ich mir ankreiden, dass es deswegen vielleicht an taktischen Dingen von der Bank fehlt. Der Mannschaft muss ich aber ankreiden, dass sie sich nicht aufgeopfert hat, halbherzig und ohne Druck gespielt hat. Da wurde locker der Stiefel runtergespielt, keiner wollte sich wehtun. Mir fehlte es da an Charakter.“ „Klar ist es schwer, wenn von der Bank die ordnende Hand fehlt und sich zwei Spieler die Aufgaben teilen müssen. Aber als Entschuldigung für unsere Leistung lasse ich das nicht gelten. Ich bin selbst ein wenig ratlos, warum wir ausgerechnet zu Hause immer die gleichen Fehler machen. Da sind wir verkrampft, uns fehlt die Lockerheit und wir laufen wie auf Schienen. Es scheint ein Kopfproblem zu sein“, mutmaßt Kapitän Oliver Glatz. Manager Ralph Krone sieht es ähnlich: „Klar hat sich das Fehlen von Hajo bemerkbar gemacht. Aber letztendlich hat die Mannschaft nicht ausreichend gegengehalten und Burgdorf gewähren lassen. Das war emotionslos. Es muss dringend was passieren, so können wir unser Ziel vergessen.“ „Wir müssen nach vorne blicken“, macht Torwart Frank Rosenthal Mut, wohlwissend, dass die nächste Auswärtsaufgabe ein echter Hammer wird. Denn die TS Großburgwedel hat bei 16:8 Punkten lediglich einen Minuszähler weniger als der VfL (21:7) und nun richtig Blut geleckt.

veröffentlicht am 14.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 14:21 Uhr

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Autor:

Jürgen Kohlenberg
Trainer Hajo Wulff. Foto: aro


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