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Ann-Cathrin Specht will Personalmangel bei den Handball-Schiedsrichterinnen beenden

Frauen mit Pfiff gesucht

Hameln. Handball-Schiedsrichterinnen sind in Niedersachsen rar gesät. Egal, in welcher Spielklasse. Ann-Cathrin Specht, die gemeinsam mit Sina Bergner in der 3. Liga pfeift, will die Misere beenden.

veröffentlicht am 10.03.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 12:45 Uhr

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Der Schiedsrichtermangel ist bei Niedersachsens Handballern groß, deutlich größer sogar bei den Schiedsrichterinnen. Das soll jetzt besser werden. So plant es jedenfalls Ann-Cathrin Specht, die das Thema als Frauen-Beauftragte intensiv anschieben will.

Beim Fußball sind mit Bibiana Steinhaus und Riem Hussein gleich zwei Unparteiische aus Niedersachsen längst auf der internationalen Bühne angekommen. Handball-Schiedsrichterinnen kennen Auslandsreisen wohl nur aus ihrer Urlaubszeit. Also alles wie gehabt, derzeit geben in Sachen Frauenhandball immer noch die Herren den Ton an. „Das soll sich ändern“, das hat sich die ehrgeizige 23-jährige Unparteiische, die gemeinsam mit ihrer Partnerin Sina Bergner für den VfL Hameln in der 3. Liga pfeift, fest vorgenommen.

Der erste Schritt ist gemacht. In Verden trafen sich die Schiedsrichterinnen zu einem Workshop im kleinen Kreis, in dem nicht nur die Förderung, sondern auch die bessere Betreuung und Unterstützung durch den Landesverband im Vordergrund standen. Ann-Cathrin Specht, die das Treffen mit angeschoben hatte, erinnert sich an die Reaktion des HVN-Schiedsrichterwartes Hans-Jürgen Gottschlich, der den Weg nach Verden nicht gescheut hatte, nur zu genau. „Da muss sich sicher etwas ändern“, erkannte der international erfahrene Ex-Unparteiische sofort. „Da hat er auch mal erfahren, dass gegenüber Schiedsrichterinnen oft der nötige Respekt fehlt“, ergänzte die Hamelnerin. „Aber ich selbst habe auch festgestellt, dass Männer die Schiedsrichterinnen eher akzeptieren als Frauen.“

Das Hamelner Spitzenduo Specht/Bergner greift in der Region übrigens nicht allein zur Pfeife. Hier kann sich die Garde der Schiedsrichterinnen durchaus sehen lassen. So leitet mit Doreen Männich, die als Spielerin jede Menge Erfahrung mitbringt, gemeinsam mit ihrer Springer Partnerin Dominika Tvrdonova bis zur Jugend-Oberliga. Und auch Lisa Huch und Christin Bormann, die in der 3. Liga für den MTV Rohrsen auf Torjagd gingen, haben schon zahlreiche Spiele geleitet.

Mit dem zweiten Schritt lassen die Schiedsrichterinnen gar nicht lange auf sich warten. Ann-Cathrin Specht wird gemeinsam mit der stellvertretenden Regionsvorsitzenden Nicole Kruppa für den 11. Juni die Schiedsrichterinnen der Region einladen, um die Förderung voranzutreiben, aber auch, um den „Personalmangel an der Pfeife“ den Kampf anzusagen. Deshalb gilt die Einladung nicht nur für die bereits aktiven Schiedsrichterinnen, sondern natürlich auch für aktive oder ehemalige Spielerinnen. Denn Specht denkt weiter: „Ich hoffe, dass wir mit unseren Workshops möglichst auch die eine oder andere Neue gewinnen können.“ Erfahrung und Spielpraxis ist schließlich immer vorteilhaft.



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