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Saisonvorbereitung bei Wind und Wetter / RRV Hameln-Pyrmont und Trainer Thomas Engelbrecht haben große Ziele

Fest im Sattel – Radrennfahrer als „Kilometer-Fresser“

Radsport. Jetzt sitzen sie wieder fest im Rennsattel, treten kräftig in die Pedalen und trotzen Wind und Wetter. Die Radrennfahrer des RRV Hameln-Pyrmont klotzen derzeit auf den Straßen des Weserberglandes fleißig Kilometer. Ein Muss, denn ohne regelmäßiges Training geht gar nichts und man fährt bei den anstehenden Rundstrecken-, Straßen- oder Bergrennen auf bundesweiter Ebene nur hinterher. Und das wollen die 21 Fahrer um Sportwart und Trainer Thomas Engelbrecht natürlich vermeiden.

veröffentlicht am 30.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 22:21 Uhr

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„Wir haben uns durch hartes Konditionsbolzen im Fitnessstudio, in der Halle sowie bei Volksläufen im Winter intensiv auf die neue Saison vorbereitet“, so der Leitwolf der früheren „Weser-Zugvögel“, die diesen Namen inzwischen aus ihrem Vereinslogo entfernt haben. „Wir wollen unbedingt an die erfolgreiche Vorjahressaison anknüpfen, als es durch Elite-A-Fahrer Gunnar Wulf, U-23-Fahrer Malte Warnecke und Seniorenfahrer Jost Hartmann gleich drei Landesmeistertitel für uns heraussprangen“, blickt der 46-jährige Engelbrecht optimistisch auf die neue Saison, die am 11. April mit den Kreismeisterschaften in Hannover beginnt.

„Hier können wir erstmals unsere augenblickliche Form überprüfen – hoffen natürlich gleich auf einige Spitzenplätze“. Beim genauen Blick auf die derzeitige Mannschaft des RRV fällt auf, dass sich unter den Leistungsträgern auch einige Fahrer befinden, die aus ganz anderen Sportarten kommen und auch dort zu den Spitzenkönnern zählten.

C-Fahrer Marvin Krumm (U 23) kommt vom Rudersport, Dennis Schulz (Elite C) hat seine Wurzeln im Triathlon und Jugendfahrer Hendrik Siebert verdiente sich seine ersten Meriten als Läufer. Daran wird deutlich, dass sich im Radsport, der zweifelsohne mit zu den härtesten gehört, all diese Fähigkeiten zu gebrauchen sind und gut mit einbauen lassen.

m Pulk bei Wind und Wetter durch das Weserbergland: Die Radrennfahrer des RRV Hameln-Pyrmont trainieren derzeit fast täglich auf der Straße für die anstehende Saison. Foto: rhs

Schon das Training ist für jeden Fahrer ein echter Härtetest. So geht es fast täglich auf die Straße, werden Strecken zwischen 80 und 120 Kilometer zurückgelegt – Berge und Anstiege dabei nicht ausgespart. Offiziell treffen sich die Fahrer dann auch noch mittwochs und am Wochenende auf dem Parkplatz des Südbades, um dort gemeinsam auf Tour zu gehen. „Das macht natürlich mehr Spaß, weil man in der Gruppe nicht so einsam ist. Außerdem kommt man dort in den Genuss des Windschattenfahrens - kann damit Kräfte sparen“, erklärt Engelbrecht.

Doch die großen Zeiten sind längst vorbei – und so erinnert sich der RRV-Vorsitzende Konrad Stresing noch wehmütig an die glanzvollen 90-iger Jahre. Das damalige „Kontor 7-Team“ unter Trainer Wilfried Schmidt, Sponsor Klaus Diedrichs und dem überragenden Fahrer und Kapitän Lutz Lehmann fuhr nicht nur an der Spitze der Bundesliga mit (Deutscher Vizemeister) und stellte mit Michael Schlickum 1996 den Deutschen Bergmeister, sondern verfügte auch noch über einen Jahresetat von stolzen 180 000 Mark. Heute sind mit „Kuravit“ und „Fun Corner“ noch zwei Sponsoren geblieben, die den Fahrern „materialmäßig“ unter die Arme greifen und die immensen Kosten etwas lindern. „Wir suchen, wie alle anderen Vereine auch, nach weiteren Gönnern. Gerade bei jungen Fahrern fallen erhebliche Kosten für Rennmaschine, Ausrüstung, Fahrten und Startgebühren an, die von ihnen und ihren Eltern kaum zu tragen sind. Es wäre schade, wenn deshalb talentierte Jugendliche nicht den Weg zu uns finden würden“, so Stresing.



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