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Spielabbruch nach Eklat / Fußball-Schiedsrichter Schröder muss pusten

Falscher Verdacht: Kein Alkohol im Spiel

veröffentlicht am 15.09.2016 um 11:54 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:23 Uhr

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Der Vorfall, der erst jetzt bekannt wurde, ereignete sich am vergangenen Freitag. Was war passiert?

Nach einem Foulspiel entschied der Unparteiische auf Freistoß für die Gäste. Das anschließende Meckern des Foul-Verursachers ahndete Schröder mit Gelb. Das kommt vor. „Erst war der verwarnte Spieler zwei bis drei Meter weg, hat sich dann umgedreht und ist auf den Schiedsrichter zugegangen“, schildert ein Salzhemmendorfer Akteur, wie es weiterging. Er habe sich Kopf-an-Kopf mit dem Schiedsrichter gestellt. „Das hat circa 20 bis 30 Sekunden gedauert. Dann hat ihm der Schiedsrichter gesagt, dass er sich nicht beschimpfen lasse und die Gelb-Rote Karte gezeigt.“

„Ich habe nach dem Foul Vorteil laufen lassen. Als dieser abgelaufen war, habe ich den Spieler angesprochen, dass er beim nächsten Mal ein bisschen vorsichtiger sein soll. Dann hat er mich angeschrien. Ich habe Freistoß für Salzhemmendorf und ihm eine Verwarnung gegeben“, erläutert Schröder die Lage. Danach habe der Beber-Rohrser an Schröder gerochen und eine Bemerkung gemacht, dass er heute gar nicht nach Alkohol rieche. Daraufhin zog der Unparteiische Gelb-Rot.

Der vom Platz gestellte Spieler erklärt den Hergang wie folgt: „Ich habe einen Salzhemmendorfer gefoult und mich entschuldigt. Dann kam der Schiedsrichter, gab mir eine Verwarnung und sagte mir, wenn so etwas noch einmal vorkomme, bekomme ich sofort Gelb-Rot. Er hat von Anfang an Stress in das Spiel gebracht, kam sogar zehn Minuten zu spät. Wir standen Gesicht-an-Gesicht und er roch nach Alkohol. Ich habe dann nur ‚puh‘ gesagt. Er hat mir sofort unterstellt, dass ich behaupte, er hätte Alkohol getrunken. Ich habe das nie angesprochen. Es hätte ja auch ein Bonbon oder ähnliches sein können. Daraufhin hat er Gelb-Rot gegeben.“

Schröder sah den vom Platz verwiesenen Spieler anschließend auf der Auswechselbank: „Bei der nächsten Spielunterbrechung habe ich zu dem Mannschaftsführer von Beber-Rohrsen gesagt, dass der vom Platz verwiesene Spieler die Auswechselbank verlassen muss.“ Daraufhin eskalierte die Situation gänzlich. „Der Spieler hat mir dann zugerufen: ‚So kommst Du hier heute nicht mehr weg!‘“, ist Schröder noch heute von den Geschehnissen geschockt. „Ich habe dann dem Mannschaftsführer mitgeteilt, dass ich das Spiel abbreche, wenn mir gedroht wird. Daraufhin sagte der Kapitän, ich müsse mich verhört haben. Der Spieler verließ dann die Bank.“

Der betroffene Beber-Rohrsener wollte dies allerdings nicht als Drohung gemeint haben: „Ich habe dies in Bezug auf den Alkohol-Geruch gemeint. Das war keine Drohung, so wie es der Unparteiische aufgefasst hat.“ Anschließend habe der Spieler am Bratwurststand telefoniert. „Das kann man in Beber-Rohrsen gut sehen, zumal in der Altliga nicht viele Zuschauer sind. Etwa eine Minute vor Ende der Halbzeit habe ich dann gesehen, dass ein Polizeiwagen auf das Gelände kam. Der Spieler ging zu den Polizisten und sprach mit ihnen. Anschließend stellten sich die Beamten an den Spielfeldrand“, schildert Schröder die für ihn äußerst unangenehme Situation.

„Nach dem Halbzeitpfiff bin ich zu den Beamten gegangen und habe sie gefragt, ob sie auf mich warten. Das haben sie bejaht. Der Spieler stand dahinter. Daraufhin habe ich die Beamten gefragt, ob er sie angerufen und behauptet hat, dass ich alkoholisiert sei. Einer hat genickt. Daraufhin sagten sie mir, dass wir den Alkoholtest auch diskret durchführen könnten. Ich habe ihnen gesagt, dass ich kein Problem damit hätte, wir könnten direkt zum Streifenwagen gehen und das vor Ort erledigen.“Gesagt, getan. Das Ergebnis: 0,0 Promille. „So etwas ist mir noch nie passiert“, muss Schröder auch heute noch um Fassung ringen. Alkoholtest ergibt 0,0 Promille Der Spieler hat eine andere Version der Geschichte: „Ich habe die Polizei nicht angerufen. Ich weiß nicht, wer das war. Ich weiß auch nicht, was bei dem Alkoholtest herausgekommen ist. Aber er ist ja nach Hause gefahren. Von daher wird alles gut für ihn ausgegangen sein.“

Das Spiel brach Schröder ab. Für die Gäste aus Salzhemmendorf und Lauenstein verständlich. „Das war einfach unfassbar und menschlich unterirdisch“, betont ein SG-Spieler, der namentlich nicht genannt werden möchte. Für den Beber-Rohrser Spieler könnte der Abend Folgen haben. „Ich habe meinen Rechtsanwalt benachrichtigt. So etwas kann und werde ich mir nicht bieten lassen“, macht Schröder deutlich. Der Betroffene selbst nimmt die drohende Anzeige gelassen hin: „Ich lasse das jetzt auf mich zukommen. Ich habe weder den Schiedsrichter beschuldigt, noch habe ich die Polizei gerufen.“ awa



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