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Ein 19 Jahre alter Afrikaner sprintet ins Rampenlicht

Etienne Diatta – sie nennen ihn den „schwarzen Blitz“

Etienne Diatta lächelt. Er lächelt eigentlich immer. Der 19 Jahre alte Leichtathlet von der LG Weserbergland ist ein „netter und sympathischer Bursche – und ein richtig guter Sportler“, sagt Toni Ruscheinsky. Der muss es wissen, denn seit zwei Jahren trainiert der 67 Jahre alte Hamelner den jungen Afrikaner, den sie in Leichtathletikkreisen schon respektvoll den „schwarzen Blitz“ nennen. Meistermacher Ruscheinsky scheint die großen Talente geradezu magisch anzuziehen. Nach Deborah Brodersen, der Experten sogar die Olympiateilnahme 2012 in London zutrauen, hat er wieder einen Rohdiamanten. Jetzt ist Feinschliff angesagt, denn Diatta steht erst am Anfang seiner Karriere.

veröffentlicht am 24.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 00:21 Uhr

Muskelspiel:

Autor:

Hans-Jürgen Kroggel

Der 1990 in Gambia geborene Sohn senegalesischer Eltern kam 2007 nach Hameln. „Bis dahin hatte ich mit Sport nichts am Hut“, berichtet der 1,80 m große und 72 kg schwere Athlet. Beim Stadtlauf vor zwei Jahren lief er „nur so zum Spaß“ mit – und eine Runde zu viel. Dennoch wurde er Dritter. Ein kurioses Debüt. Inzwischen ist Diatta Mitglied bei Eintracht Hameln und auf dem besten Weg, ein Großer zu werden. Seine Bestzeiten versetzen auch Landestrainer Edgar Eisenkolb in Erstaunen. Das Muskelpaket sprintet die 100 m in 10,9 Sekunden, über 200 m stehen 22,00 zu Buche, und die 400 m läuft der junge Afrikaner in 48,02 Sekunden. Demnächst will er auch noch die 400 m Hürden in Angriff nehmen.

„Über die Stadionrunde ist eine 46er Zeit drin“

„Etienne befindet sich nach wie vor in der Aufbauphase. Seine Sprintfähigkeit muss er noch deutlich verbessern. Dann ist auch eine 46er Zeit über die Stadionrunde drin“, sagt Ruscheinsky.

Ohne Fleiß kein Preis: deshalb fließt viermal in der Woche der Schweiß in Strömen. Nicht nur im Stadion, sondern auch im rehamed-Fitnessstudio. Hier steht unter Aufsicht und Anleitung von Peter Bassara, der selbst einmal ein guter Leichtathlet war, Körperaufbautraining auf Diattas Stundenplan. Der bereits sehr gut Deutsch sprechende Modellathlet bereitet sich derzeit an der Eugen-Reintjes-Schule auch auf das Berufsleben vor. Für Hobbys bleibt da keine Zeit mehr. „Und eine Freundin habe ich auch nicht“, schmunzelt der 19-Jährige, der später einmal Schlosser werden möchte. Jetzt will er aber erst einmal den einen oder anderen Rekord knacken. Und wie es sich für einen Sprinter gehört, hat Diatta zwei ganz schnelle Vorbilder: den jamaikanischen Wunderknaben und Olympiasieger Usain Bolt und den dreifachen Weltmeister Tyson Gay aus Amerika.

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