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Noch keine Mannschaft und kein Trainer – aber RW Hessisch Oldendorf gibt Hoffnung nicht auf

Es soll weitergehen – irgendwie

Hessisch Oldendorf. Allen Unkenrufen zum Trotz: Beim Kreisliga-Absteiger Rot-Weiß Hessisch Oldendorf gehen die Lichter nicht aus. Vorerst zumindest. In der neuen Saison wollen die Rot-Weißen unbedingt in der 1. Fußball-Kreisklasse spielen. Das ergab die Krisensitzung, zu der der Vereinsvorsitzende Ramazan Demirkaya die Mitglieder eingeladen hatte.

veröffentlicht am 20.07.2015 um 13:03 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

Zwar konnte der 56-jährige, der übrigens als Gründungsmitglied erst seit einem halben Jahr im Amt ist, nur gut ein Dutzend der insgesamt 70 Vereinsmitglieder begrüßen. Doch was nach kurzer Diskussion im Klubzimmer des deutsch-türkischen Vereins herauskam, ist ein zumindest kleiner Hoffnungsschimmer für den derzeit arg gebeutelten Klub aus Hessisch Oldendorf, der im nächsten Jahr übrigens sein 25-jähriges Jubiläum hat. Viel zu feiern gibt es aber momentan nicht. Dabei liegen die sportlichen Erfolge noch nicht lange zurück. Zwölf Jahre mussten die Rot-Weißen warten, bis sie sich 2013 als Vize-Meister der 1. Kreisklasse in der Kreisliga zurückmeldeten. Nach dem Rückzug des TuS waren die Rot-Weißen, die als Aufsteiger in ihrem ersten Kreisliga-Jahr immerhin Siebter wurden, damals sogar die Nummer eins in Hessisch Oldendorf. Doch nach dem Abschied von Trainer Murat Özcan und Vereinschef Gürsel Sümer folgte der Einbruch. Mit Özkan Ünsal, Imam Al Bardawil, Daniel Schütten, Mehdi Dragusha, Salim Fardous und Torjäger Soner Aslan, um nur einige zu nennen, verließen zahlreiche Leistungsträger den Verein. Die Folge: Die Rot-Weißen hatten fast jeden Spieltag Probleme, überhaupt elf Spieler zusammen zu bekommen. Ein Beleg für die sportliche Krise waren nicht nur die Niederlagen en masse, die Rot-Weiß in der Kreisliga kassierte, sondern auch die ständigen Trainerwechsel. Mit Murat Özcan, Ismail Bildik, Mustafa Sariboga und zuletzt Hakan Avci – der 36-Jährige wird nächste Saison für den Bezirksliga-Aufsteiger SV Obernkirchen spielen – versuchten in zwei Jahren vier Trainer ihr Glück. Vergeblich. Die Talfahrt setzte sich ungebremst fort – bis zum Schluss. Mit mageren drei Punkten auf dem Konto stiegen die Rot-Weißen als Kreisliga-Schlusslicht vergangene Saison sang- und klanglos in die 1. Kreisklasse ab. Die Bilanz: Ein Sieg, 27 Niederlagen, 17:206 Tore.

Die Frage ist, wie geht es weiter? Vereinsboss Ramazan Demirkaya gibt zwar trotz der prekären personellen Lage die Hoffnung nicht auf und will alles versuchen, dass die Rot-Weißen nächste Saison in der 1. Kreisklasse spielen. Doch dahinter steht noch ein großes Fragezeichen. Der Kreisliga-Absteiger hat zwar die Pässe von 17 Spielern. Ob die auch alle nächste Saison für Rot-Weiß spielen, weiß Demirkaya aber noch nicht. Einige Spieler seien im Urlaub und von anderen „haben wir lange nichts gehört“. Neuzugänge sind nicht in Sicht. Ein neuer Trainer auch noch nicht.

Fest steht: Langsam wird die Zeit knapp, denn bereits am 2. August muss RW Hessisch Oldendorf im Kreispokal in Fischbeck antreten. Die Saison in der 1. Kreisklasse startet eine Woche später (9. August) mit einem Heimspiel gegen Hajen. Bis dahin muss der Kader stehen. Wenn nicht, haben die Rot-Weißen ein Problem. Wenn sie dreimal nicht antreten können, wäre das Schicksal besiegelt. Aber so weit will es Demirkaya und sein Vorstand nicht kommen lassen. „Wir hoffen, dass unsere Mannschaft eine vernünftige Saison spielt und den Klassenerhalt schafft“, war der Tenor der Krisensitzung. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…rhs/aro

R. Demirkaya


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