weather-image
12°
Thilo Beckers hoch emotionaler Meistertag mit dem TSV Bisperode – ohne Happy End

Erst Tränen der Freude – dann Krankenhaus

Afferde/Bisperode. Erst flossen die Tränen vor Freude und Erleichterung – später vor Schmerzen. Und zwar vor richtig großen Schmerzen. Der 28. Mai 2016 war für Bisperodes Manager Thilo Becker einer der emotionalsten und letztlich auch kuriosesten Tage in seinem Leben als Fußballer. Kurzum, ein Datum für die Ewigkeit – allerdings ohne ein echtes Happy End für ihn.

veröffentlicht am 31.05.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:15 Uhr

270_0900_218_sp109_3105.jpg
Roland Giehr

Autor

Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Dass er den Jubeltag am Ende im Krankenhaus verbringen würde und nicht, wie geplant, bei der Meistersause, konnte er allerdings beim Abpfiff des Titelfinales (2:0) in Afferde noch nicht ahnen. Da war die Welt beim Urgestein des TSV Bisperode noch völlig in Ordnung. Feuer frei für große Gefühle. „Schlagartig schoss mir noch einmal alles auf einmal durch den Kopf. Der bittere Abstieg im Vorjahr, die plötzliche Trennung von Trainer Werner Brennecke, die Glücksverpflichtung von Markus Schwarz und die Energieleistung der Mannschaft“, beschreibt der 47-Jährige den Augenblick, als ihn die Freudentränen einfach übermannten. Auch Männer müssen eben manchmal weinen. Und das ist auch gut so. In der Sekunde des Triumphes explodierten beim Manager die Emotionen und Glückshormone. Alles musste raus. Dafür hatte Thilo Becker einfach zuviel Herzblut in die Mission Wieder-Aufstieg investiert.

„Ich war unheimlich stolz auf die Jungs, die versprochen haben, den Betriebsunfall zu reparieren. Sie haben es als große Einheit geschafft und dann auch noch das Double geholt“, gibt er weitere Einblicke. Doch der Schock folgte für ihn auf den Fuß. Endlich auf dem Bisperoder Sportplatz angekommen, wollte sich der Manager in aller Ruhe das erste Siegerbierchen gönnen. Doch dazu kam es erst gar nicht. Dafür hatte sein Schicksal eine Verkettung von vielen unglücklichen Zufällen parat. „Wäre ich doch bloß stehen geblieben und hätte die Bierdusche der Jungs über mich ergehen lassen“, ärgerte sich der einstige Mittelfeldspieler. So aber lief er weg, wollte die Zeremonie etwas hinauszögern – und spürte plötzlich einen Schlag an der linken Wade, die schnell stark blutete.

Muskel durchtrennt, Krankenhaus, Operation – Feierabend für Becker. „Irgendwie muss das große Glas wohl kaputtgegangen sein“, vermutet er. Warum, weiß der Pechvogel aber auch nicht genau. Nur eines: Die Mannschaftsfahrt am 10. Juni nach Mallorca ist für ihn gestrichen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare