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Kraftdreikämpfer Hundertmark beendet mit 65 Jahren seine überaus erfolgreiche Karriere

„Eisen-Dieter“ legt die Hantel weg

HAMELN-PYRMONT. „Eisen-Dieter“ legt die Hantel weg: Kraftdreikämpfer Dieter Hundertmark (TC Hameln) beendet mit 65 Jahren seine überaus erfolgreiche Karriere mit WM-Bronze.

veröffentlicht am 11.06.2019 um 15:20 Uhr

Hochkonzentriert, alle Kräfte mobilisiert – und ab geht die Post: Dieter Hundertmark bei der Kniebeuge. Foto: pr
Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite
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Der Mann hat mächtig Power in den Armen, aber vor allem eines: Eisen im Blut. 35 Jahre wuchtete Dieter Hundertmark die mit Gewichten nur so bepackte Langhantel nach Belieben in die Höhe und bewegte dabei unzählige Tonnen. Wie viele es wohl waren, weiß er aber nicht. „Die habe ich nie gezählt“, sagt der Bad Pyrmonter Schwerathlet, der seinem Klub TC Hameln immer treu geblieben ist. Doch jetzt ist Schluss mit der ewigen Schinderei, tritt der auch international überaus erfolgreiche Kraftdreikämpfer im Alter von 65 Jahren vom Wettkampfgeschehen zurück. „Mein Knie macht nicht mehr mit, die Kreuzbänder muss man schon suchen“, nennt „Eisen-Dieter“ einen Grund. Ein anderer ist, dass die Konkurrenz in seiner Gewichtsklasse bis 83 kg immer jünger wird und es auch schwieriger wird, dem mit zunehmendem Alter Paroli zu bieten. „Ich hatte eine ganz tolle Zeit mit vielen Highlights. Vor allem meine WM-Premiere 2005 in Südafrika ist mir noch in bester Erinnerung geblieben. Die Wettkampfstätte war dort in Pretoria in einem absoluten Tophotel und das Kuriose dabei war, um uns herum gab es nur Blechhüten“, hat Hundertmark seine internationale Feuertaufe noch vor Augen. Auch dass er damals gleich Vierter im Einzel wurde und mit der deutschen Nationalmannschaft Bronze gewann. Das sollte aber auch nicht die einzige Medaille bleiben, die im Laufe der Zeit in seinen Trophäenschrank wanderte. Denn der Herr der Hantel legte natürlich noch kräftig nach.

Zwei absolute Sternstunden auf der internationalen Heberbühne stechen dabei besonders hervor: Die EM-Starts 2014 und 2015, jeweils im tschechischen Pilsen. Der frühere Turner und Judoka gab der staunenden Konkurrenz dort viele Rätsel auf und setzte sich nach einer herausragenden Leistung 2014 zunächst in den Disziplinen Kniebeuge und Bankdrücken erstmals Europas Krone auf. Silber gab es als Zugabe noch im Dreikampf. Ein Jahr später räumte Dieter Hundertmark dann aber erst richtig in seiner Starterklasse ab. Und zwar alles, was geht. Viermal Gold (Kniebeuge, Bankdrücken, Kreuzheben und Dreikampf) brachte er mit nach Bad Pyrmont. Für ihn „ein unvergessliches Erlebnis, denn da war ich in absoluter Topform“.

Zweimal Bronze bei der WM 2006 in Trencin (Slowakei) im Bankdrücken und bei der WM 2014, die ebenfalls in Pilsen stattfand, im Dreikampf zählen zu seinen weiteren Erfolgen. Auch bei seiner nun letzten WM im schwedischen Helsingborg reichte es für Dieter Hundertmark noch einmal im Bankdrücken mit 120 kg für Platz drei. „Leider habe ich meinen letzten Versuch nicht geschafft, sonst wäre es noch Silber geworden. Aber auch so war das ein schöner Abschluss“, zieht er eine letztlich positive Bilanz der Tage in Schweden. Die kann der Bad Pyrmonter allerdings am Ende seiner langen Karriere auch auf nationaler Ebene ziehen. Hier avancierte „Eisen-Dieter“ ebenfalls zu einem der erfolgreichsten Athleten und kann zahlreiche deutsche Meistertitel im Dreikampf und im Kreuzheben vorweisen. Und sogar auch noch einen gültigen Rekord. Seine insgesamt 630 kg im Kraftdreikampf, aufgestellt bei der DM 2015, hat jedenfalls noch keiner in seiner Klasse geknackt. Ganz zur Ruhe setzen wird sich Hundertmark aber noch nicht: „Ein bisschen abtrainieren muss ich noch.“

Eine schwere Disziplin: Hundertmark beim Bankdrücken. Foto: pr


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