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Frauenfußball: Das Ende einer Ära: Nach 28 Jahren hört Sabine Thimm beim SV Hastenbeck auf

„Eine schöne Zeit“

HASTENBECK. Es ist das Ende einer Ära: Nach 28 Jahren hört Sabine Thimm aus beruflichen und privaten Gründen beim Frauenfußball-Oberligisten SV Hastenbeck auf. Als Spielerin, Trainerin und zuletzt als Teammanagerin hat „Thimmy“ in dieser Zeit alle Höhen und Tiefen miterlebt. Ihr Fazit: „Es war eine schöne Zeit.“

veröffentlicht am 26.09.2017 um 00:00 Uhr

Bilder einer beeindruckenden Fußball-Karriere als Spielerin, Trainerin und Managerin: Sabine Thimm hört auf und übergibt den Job des Teammanagers an ihren Nachfolger Hendrik Lity (u. l.). Foto:s nls (1)/Archiv (3)
Moritz Muschik

Autor

Moritz Muschik Reporter
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Wie sollte ein Rückblick auf die Fußballzeit von Sabine Thimm beim SV Hastenbeck beginnen? Mit einer Aufzählung ihrer Erfolge – wie dem Regionalliga-Aufstieg oder der Oberliga-Rückkehr? Oder doch mit einem Zitat wie: „Es war einfach eine schöne Zeit“? Entscheiden Sie selbst. Der Anlass: Thimm hat sich nach 28 Jahren zurückgezogen. Seit dieser Saison ist sie aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr Teammanagerin der Hastenbecker Oberliga-Frauen. Bei dem Verein, bei dem sie 1989 begann, Fußball zu spielen.

Trotzdem versichert sie: „Ich bleibe dem Verein natürlich verbunden. Einen anderen Verein gibt es an der Stelle für mich nicht.“ Einen anderen Klub scheint es im Fußballkapitel ihres Lebens nie gegeben zu haben. Außer vielleicht den FC Bayern. Als Spielerin feierte sie mit Hastenbeck 2002 den Aufstieg in die Regionalliga. Als Trainerin hatte sie 2006 den Abstieg aus der Regionalliga zu verantworten. Und als Teammanagerin kehrte sie 2016 in die Oberliga zurück.

Thimmy war und ist die Zuverlässigkeit in Person – auf und neben dem Platz.

Detlef Genge, ehemaliger Trainer des SV Hastenbeck

Der SVH gab „Thimmy“, wie Freunde sie nennen, „Momente, die einem keiner wiedergeben kann“. Dazu gehört – natürlich – der Last-Minute-Klassenerhalt 2011. Durch zwei Tore Unterschied blieb Hastenbeck damals in der Oberliga, alles entschied sich am letzten Spieltag. „Die Feier war nicht schlechter als jede Meisterfeier“, erinnert sich die ehemalige Handballerin.

Das Besondere: Über die Jahrzehnte erlebte sie nur sechs Trainer. Mit Detlef Genge, dem Aufstiegscoach von 2002, arbeitete Sabine Thimm ganze 17 Jahre zusammen. „Thimmy war und ist die Zuverlässigkeit in Person – auf und neben dem Platz“, sagt Genge heute. Welche besonderen Momente er in Erinnerung hat? „Da war dieses Spiel bei Schneetreiben auf dem Kunstrasen in Afferde. Wir haben 6:0 gewonnen – und Thimmy hat alle Tore gemacht.“ Am SV Hastenbeck schätzt die Betriebsleiterin der Kreisabfallwirtschaft vor allem eins: die Gemeinschaft.

Es entwickelten sich Freundschaften, die über den Fußball hinausgehen. Nicht nur mit Wegbegleiter Detlef Genge. „Wir haben über Jahrzehnte versucht, den Mädels auch neben dem Fußball etwas mitzugeben“, erzählt sie. Der Rücktritt fiel ihr so nicht leicht: „Es war lange Zeit ein Inhalt meines Lebens, da löst man sich nicht so einfach.“ Verständlich. Und vielleicht sollte der Rückblick auf die Zeit von Sabine Thimm beim SV Hastenbeck daher mit einem Zitat enden – genau mit diesem: „Es macht mich stolz, Teil des Ganzen gewesen zu sein.“ Servus, Thimmy!

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