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Handball: Trainer kritisieren drei spielfreie Wochen während der Herbstferien

Eine Pause ohne Sinn

HAMELN. „Sportlich macht das alles nicht viel Sinn“, klagt Sven Hylmar. Der Trainer des Handball-Oberligisten VfL Hameln, bei dem in dieser Saison die Spieler erst dreimal das Trikot zum Punktspiel aus dem Koffer holen durften, kann sich mit der dreiwöchigen Pause während der Herbstferien nicht anfreunden.

veröffentlicht am 09.10.2018 um 16:23 Uhr

Kein Einsatz für HO-Handballerinnen - in der Oberliga Niedersachsen geht es für sie erst am 20. Oktober weiter. Foto: nls
Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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Ebenso wenig wie zahlreiche seiner Kollegen. „Doch wir können das nicht beeinflussen und müssen das Beste daraus machen.“

So hält Hylmar seinen Kader mit vier flotten Trainingseinheiten in der Woche ganz gut bei Laune und plant bis zum nächsten Oberliga-Einsatz – am 20. Oktober in Söhre – auch noch ein Testspiel ein. Schließlich hat der Coach den Wahlspruch „Spielen ist besser als trainieren“ aus seiner aktiven Zeit keinesfalls vergessen. Deshalb machte Hylmar seinen Unmut auch deutlich: „Beim letzten Spiel vor der Pause gegen Braunschweig waren wir schon ganz gut im Rhythmus. Es wäre besser, wenn wir durchspielen könnten. So muss man die drei Wochen wohl eher als zweite Vorbereitungsphase einordnen.“

Auch Frank Käber kann den „Herbstferien“ nicht viel Gutes abgewinnen: „Da muss man sich schon fragen, ob so eine lange Pause wirklich sein muss. Die ist für den Spielbetrieb einfach nur schlecht.“ Unter normalen Umständen. Doch ausgerechnet in dieser Saison kommen dem Trainer der HO-Handballerinnen die freien Tage durchaus gelegen. „Wir hängen in der Vorbereitung immer noch hinterher. Deshalb tun uns diese drei Wochen ganz gut, schließlich haben wir noch viel nachzuholen“, ist für Käber ein eher förderlicher Faktor. Erst am 20. Oktober steht er mit seiner jungen Garde im Hohen Feld beim Oberliga-Zweiten MTV Rohrsen wieder unter Druck. „Da rechnen wir uns nichts aus. Der MTV ist für mich, auch wenn es mein Trainerkollege Carem Griese nicht gerne hören wird, ein heißer Aufstiegskandidat. Aber danach müssen wir dann mal liefern“, gab der Mediziner auf der Hessisch Oldendorfer Bank deutlich zu verstehen. Das bedeutet im Klartext, dass Käber im nächsten Heimspiel gegen die HSG Heidmark (27. Oktober) am Rosenbusch die ersten Früchte für seine intensive Arbeit in Form von zwei Punkten einfahren will.

Auch Sven Hylmar (li.) ist kein Freund der Herbstpause. Foto: nls
  • Auch Sven Hylmar (li.) ist kein Freund der Herbstpause. Foto: nls

Rohrsens Team-Managerin Nina Griese bereitet die Zeit ohne den geliebten Handball keinen Kummer: „Drei Wochen sind zwar zu lange, aber man hat mal Zeit zum Luftholen.“ Und dafür hat Coach Carem Griese seinen Spielerinnen sogar eine trainingsfreie Woche gegönnt. Viel krasser ist für Rohrsens ehemalige Torjägerin eine zweite Pause, die Niedersachsens Spielbetrieb von Mitte Dezember bis Ende Januar lahmlegt. „Ich finde es schon heftig, das wegen der Handball-Weltmeisterschaft in den unteren Klassen keine Spiele angepfiffen werden dürfen.“ Für Griese vor allem unverständlich, weil nur Berlin, Hamburg, München, Köln sowie Kopenhagen und Herning als Austragungsorte vorgesehen sind. Doch Olaf Bunge vom Handballverband Niedersachsen klärte nach Rückfrage auf: „Die Entscheidung kommt von oben. Der Deutsche Handballbund hat die Anweisungen für die spielfreien Tage erteilt.“



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