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Handball: Laura Sposato besucht in Blomberg das Internat, um den Sprung in die Bundesliga zu schaffen

„Eine Chance hat man immer“

BLOMBERG. Sie ist 17 Jahre alt, kommt aus Rohden und besucht zurzeit das Handball-Internat des Frauen-Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe: Laura Sposato, die 2016 mit der Blomberger B-Jugend Deutscher Meister wurde, zählt zu den hoffnungsvollsten Handballtalenten in unserer Region. Wir haben sie im Internat besucht.

veröffentlicht am 01.02.2017 um 16:11 Uhr

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Laura, wie würdest Du Dich selber beschreiben?
Laura Sposato: Das ist schwer. Wenn man bei uns auf das Internat geht, musst du ehrgeizig sein und mich selber würde ich auch als fleißig beschreiben. Außerdem wird unsere WG immer als chaotisch bezeichnet. (lacht)

Wieso bist Du damals überhaupt aufs Internat gegangen und wieso nach Blomberg?
Ich habe damals ein Probetraining hier in Blomberg absolviert und wurde dort als gut genug empfunden. Ich musste mich dann entscheiden, ob ich auf das Internat gehe oder jeden Tag zum Training gefahren werde. Ich habe mich für Blomberg entschieden, weil das Internat deutschlandweit einen sehr guten Ruf hat und es bei mir in der Nähe liegt.

Du lebst seit 2014 im Internat. Wie wurdest Du aufgenommen, als Du eingezogen bist?
Sehr gut. Wir hatten nicht viel Zeit für Heimweh, da wir uns um Dinge wie Putzen, Kochen oder Kühlschrank füllen kümmern mussten.

Und wie gefällt es Dir, in einer WG zu wohnen?

Es ist echt ganz gut so. Es ist eigentlich immer wer da, wenn man nach Hause kommt – und mit Freundinnen kann man dann ja auch mal quatschen. (lacht)

Hast Du denn noch Kontakt zu deinen „alten“ Freunden?
Zu meinen richtig guten Freunden schon, doch sonst ist es schwer, den Kontakt aufrechtzuerhalten.

Ich finde, man hat immer eine Chance. Nur der Wille und Mut muss auch da sein, um das dann durchzuziehen.

Laura Sposato, HSG Blomberg-Lippe

Du kommst aus einer handballverrückten Familie ...

Ja, meine Schwester Gianna ist Torhüterin bei der ersten C-Jugend der HSG Hannover-Badenstedt und mein Vater Giuseppe trainiert bei der HSG Fuhlen-Hessisch Oldendorf noch die Minis.

Wie oft trainierst Du pro Woche?
Wir haben fünfmal in der Woche Training. Ich persönlich finde das auch richtig für das Level, auf dem wir irgendwann mal spielen wollen.


Ausschließlich Handball- oder auch Fitnesstraining?
Ja, am Montagmittag steht Schwimmtraining an, am Donnerstag kommt Krafttraining hinzu und zwischendurch auch Athletiktraining.

Warum hast Du Dich für die Position als Linksaußen entschieden?
Früher habe ich im Rückraum gespielt. Weil ich für den Rückraum zu klein bin, bin dann nach Linksaußen gewechselt. Was ich auch nicht bereue.


Was waren bisher Deine größten Erfolge?
Auf jeden Fall die Vize-Meisterschaft mit den A-Juniorinnen in der Saison 2014/2015, der deutsche Meistertitel mit den B-Juniorinnen in der Saison 2015/2016 und deutscher Schulmeister 2016.

Was hast Du für Ziele?
Kurzfristig möchte ich mich in der zweiten Mannschaft der HSG Blomberg-Lippe, die in der dritten Liga spielt, etablieren. Und irgendwann möchte ich natürlich in der Bundesliga spielen.


Wie beurteilst Du Deine Chancen, den Sprung in den Bundesliga-Kader zu schaffen?

Ich finde, man hat immer eine Chance. Nur der Wille und Mut muss auch da sein, um das dann durchzuziehen.


Träumst Du von der Nationalmannschaft?
Ne, da kann ich mich selber gut genug für einschätzen, dass meine Qualität dafür nicht reicht. Außerdem ist der Aufwand, den die Anderen leisten bzw. leisten mussten, für mich zu groß.

Lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt?

Ja schon, man muss halt nur alles dafür geben, um den Lohn am Ende auch zu bekommen.

Was ist denn mit Partys?
Wir dürfen nicht immer auf Partys, aber es gibt kein Alkoholverbot.

Du machst dieses Jahr Abitur. Wie geht es nach der Schule für Dich weiter?

Ich möchte Ingenieurwesen studieren und natürlich nebenbei noch Handball weiterspielen.

Hast Du eine andere Sportart ausprobiert?
Ja, Leichtathletik. Diese hat mir auch im Verlauf meiner Handballkarriere bisher weitergeholfen.

Welche Sportart außer Handball würde Dich denn noch reizen, und welche wäre der Horror?

Reizen würde mich immer noch Leichtathletik und ich glaube, Fußball wäre der Horror. Ich finde Fußball irgendwie langweilig.

Hast Du eigentlich ein Vorbild? Wenn ja, wen?
Heute habe ich eigentlich kein Vorbild mehr. Früher habe ich natürlich immer zu den Nationalspielerinnen aufgeschaut, das ist verflogen. Und ehrlich gesagt, würde ich nicht gerne tauschen, weil ich genau weiß wie viel Arbeit dahinter steckt.

Hast Du noch ein ganz besonderes Spiel von Dir in Erinnerung?
Sogar zwei. Das Halbfinale mit der Schulmannschaft gegen Rostock, bei dem wir einen überwältigenden Fanzuspruch hatten. Und dann das Finale gegen Leipzig, bei dem wir klarer Außenseiter waren, doch einfach unglaublich gespielt haben. Das war unfassbar.

Interview: Marvin Schmidt



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