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Tennis: DT Hameln feiert 30. Open-Geburtstag – ein Blick zurück

Ein Treffpunkt für Topspieler

HAMELN. Zum 30. Mal veranstaltet der Deutsche Tennisverein Hameln seine „DTH-Open“ – wahrlich ein Grund zum Feiern. Vom 14. bis 17. Juli erleben die Zuschauer ein in den Anfangsjahren wohl kaum für möglich gehaltenes Jubiläum eines Tennisturniers, das sich zum Höhepunkt der heimischen Freiluftsaison gemausert hat.

veröffentlicht am 29.06.2016 um 15:53 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:26 Uhr

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Autor:

Cord Wilhelm Kiel

Was 1986 als ein nur auf die Region beschränktes Kleinturnier begann, hat sich im Laufe der Jahrzehnte kontinuierlich zu einem bundesweit bekannten Premium-Event entwickelt, das längst einen festen Platz im Terminkalender der deutschen Ranglistenturniere hat. Etliche Spielerinnen und Spieler kommen immer wieder gerne auf die Anlage an Töneböns Teichen. Auch deshalb, weil die DTH-Open ein professionell geführtes, aber dennoch familiär ausgetragenes Turnier sind. War am Anfang der Siegerpreis bei den Herren eine hochwertige Uhr und bei den Damen schöner Schmuck, so wird nun bei der 30. Auflage in den Damen- und Herrenkonkurrenzen ein Gesamtpreisgeld von gut 10 000 Euro ausgeschüttet. Dies ist die höchste Summe, die bei diesem Turnier je ausgeschrieben wurde. Dr. Axel Rojczyk und Markus Rosensky bilden die Turnierleitung, die in der „heißen Phase“ des Turniers beinahe rund um die Uhr aktiv ist. Oberschiedsrichterin ist fast seit Anbeginn Sibylle Schillig. Als Turnierdirektoren fungieren Jens Biel und André Malke. Sie werden vom Turnierausschuss, den Ballkindern, den Platzpflegern, Fahrern und vielen anderen helfenden Händen unterstützt.

Maßgeblichen Anteil am Erfolg der DTH Open hatten der langjährige Turnierchef Jürgen Kuessner und sein Sohn Uwe, die die DTH-Open zu dem gemacht haben, was sie heute sind. Einen ebenso großen Anteil am Erfolg des Turniers hatten und haben aber auch die Spieler, die nun seit über einem Vierteljahrhundert ihre Visitenkarte hinterlassen haben. Schaut man in die Melde- und Siegerlisten, finden sich dort bekannte Namen, vor allem in den Damenkonkurrenzen. So gewann 1992 mit Isabel Cueto eine ehemalige deutsche Spitzen- und FED-Cup-Spielerin, die einige Jahre lang die Nummer 2 in Deutschland hinter Steffi Graf war. 1999 und 2000 begeisterte die Hannoveranerin Martina Müller, kurze Zeit später gewann sie in Budapest ein WTA-Turnier und kletterte in der Weltrangliste bis auf Platz 33. Yaroslava Shvedova (Siegerin 2005) ist heute eine Weltklassespielerin, vor allem im Doppel, in dem sie sogar Grand-Slam-Turniere gewinnen konnte. Drei Jahre später konnte Romina Oprandi den Siegerpokal in den Händen halten – da hatte die Italienerin bereits mehrere WTA-Tour-Titel gewonnen und unter den ersten 50 der Weltrangliste gestanden. Oprandi war auch Fußball-Nationalspielerin für die Schweiz. Katharina Lehnert, Siegerin 2011, gehört inzwischen zur erweiterten Weltspitze.

Bei den Herren sorgte im letzten Jahr der Triumph des bulgarischen Weltklassespielers Alexander Lazov für viel Aufsehen. Immerhin ein international bekannter und erfahrener Tennisprofi, der auch als Daviscupspieler für sein Land unterwegs ist. Die Siegerliste beginnt mit einem Dreifachtriumph des früheren DTH-Spielers André Torggler. Der Schwede Christer Allgardh (Sieger 1997) war ein ehemaliger Top-100-Weltranglistenspieler. Ende der neunziger Jahre dominierten die Hildesheimer Brüder Torsten und Stefan Wolpers die Herrenkonkurrenz. In den letzten zehn Jahren konnte Christopher Koderisch viermal das Turnier gewinnen, so oft wie kein anderer Akteur – und sein Rekord dürfte noch eine ganze Weile Bestand haben.

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  • Yaroslava Shvedova Archiv
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  • André Torggler Archiv
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  • Christopher Koderisch Archiv

Mit Thomas Emmrich war zudem eine deutsche Tennis-Legende am Start. In den neunziger Jahren gewann er dreimal die heute nicht mehr ausgetragene Jungseniorenkonkurrenz der über 35-Jährigen. Der 48-malige DDR-Meister, der sich wegen der Boykottpolitik des Regimes im Schatten der großen Turniere zu einem Weltklassespieler entwickelte (unter anderem Siege bei Ostblockturnieren gegen Ivan Lendl und Tomas Smid) dominierte die Konkurrenz nach Belieben. Mitte der neunziger Jahre musste er sich dann doch dem damaligen Jungsenioren-Weltmeister Maris Rozentals (Lettland) im wohl hochklassigsten Finale der Open geschlagen geben.



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