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Peter Bruns bildet seit 20 Jahren Talente und Trainer im Judo und Jiu-Jitsu aus

Ein Meister der Kampfkunst

Rohden/Fuhlen. Er ist ein Meister der asiatischen Kampfkunst: Seit 20 Jahren bildet Peter Bruns beim TuS Rohden-Segelhorst und TSV Fuhlen Talente und Trainer im Judo und Jiu-Jitsu aus. Für seinen herausragenden Einsatz wurde der 49-Jährige kürzlich beim Kongress der International Budo Federation (IBF) ausgezeichnet.

veröffentlicht am 22.10.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

Rohden/Fuhlen. Jede Übung beginnt und endet mit einer tiefen Verbeugung vor dem Gegner. Das hat etwas mit Höflichkeit und Respekt zu tun. Treten, spucken, schlagen oder kratzen sind beim Judo und Jiu-Jitsu verboten. Es wird gekämpft, aber ohne sich wehzutun. Übersetzt heißt Judo „der sanfte Weg“ und Jiu-Jitsu – eine von den japanischen Samurai stammende waffenlose Art der Selbstverteidigung – „die sanfte Kunst“.

Aber so richtig sanft sind die beiden asiatischen Kampfsportarten nicht. Diesen Eindruck hat man jedenfalls, wenn Peter Bruns, Trainer des TuS Rohden-Segelhorst und TSV Fuhlen, die asiatischen Kampftechniken mit den für Laien fast unaussprechlichen Namen vorführt. Es wird gezogen und gezupft, gerungen und angepackt – und ständig platscht einer auf die Matte. Der Gegner wird im wahrsten Sinne des Wortes aufs Kreuz gelegt. Anschließend steht er gleich wieder auf, zupft sich den weißen Anzug zurecht, zieht den Gürtel fest – und weiter geht’s. Beim Training ist Peter Bruns in seinem Element, denn „diese Kampfsportarten sind mein Lebensinhalt“. Seit nunmehr 36 Jahren, seit 20 Jahren als Trainer. Für seinen herausragenden Einsatz für den Budo-Sport wurde der 49-Jährige kürzlich beim Kongress der International Budo Federation (IBF) mit dem 8. DAN Jiu-Jitsu und dem 7. DAN Judo ausgezeichnet. Nun zieren 16 rote und 15 weiße Streifen seinen Gürtel. Die Leidenschaft für den asiatischen Kampfsport hat ihn 1979 gepackt: „Damals fing meine Schwester bei Peter Berg in Hessisch Oldendorf mit Jiu-Jitsu an und schwärmte so sehr davon, dass ich neugierig wurde.“ Damals war er 13, hatte bereits Handball und Fußball ausprobiert. Schnell erkannte er, dass Jiu-Jitsu genau das Richtige für ihn war. Sein Ziel: der schwarze Gurt.

Wöchentlich ging er zu Fuß von Langenfeld zum Training in der Kreissporthalle. Obwohl ihn ein beim Schulsport gebrochener Arm elf Wochen außer Gefecht setzte, war er immer beim Training, schaute zu und musste miterleben, wie andere ihren gelben Gurt bestanden. „Als der Gips ab war, habe ich sie nach und nach von hinten überholt“, sagt Bruns und gesteht: „Vom Charakter her war ich recht unbeherrscht – das hat sich durch die Disziplin, die beim Kampfsport so wichtig ist, zum Positiven gewendet.“

1982 begann er eine Lehre als Elektromaschinenbauer und bestand 1984 die Prüfung zum 1. DAN (Schwarzgurt). Nach der Lehre meldete er sich auch beim Judo an, vernachlässigte die Kampfsportarten selbst während der Bundeswehrzeit nicht. Anschließend absolvierte er ein Fernstudium und arbeitet seither als staatlich geprüfter Elektrotechniker bei Lenze in Hameln und Bösingfeld. Zusammen mit „Superpartner“ Martin Höpfner aus Bensen trat er 1995 in Peter Bergs Fußstapfen: Bruns als Jiu-Jitsu-Trainer, Höpfner als Judo-Trainer. 1996 übernahm der Langenfelder auch das Judo-Training.

Heute bietet er viermal pro Woche Trainingszeiten an, für eigene DAN-Prüfungen kommen zusätzliche Sporteinheiten hinzu. Peter Bruns bekleidet außerdem verschiedene Ämter in Kampfsport-Gremien, leitet nationale wie internationale Lehrgänge und hat bislang 91 Schwarzgurt-Träger im Jiu-Jitsu, 46 im Judo und zahlreiche Trainer ausgebildet. „Sinn und Zweck der DAN- sprich der Meistergrade ist, dass man sein Wissen weitergibt“, erklärt der 49-jährige und fügt hinzu: „Ein guter Meister sollte dafür sorgen, dass seine Schüler irgendwann besser sind als er selbst.“ Seit 2011 ist er mit seiner Frau Bianca verheiratet. Das Paar lebt in Hemeringen, vor 17 Monaten kam Sohn Markus zur Welt. Und der bekam von seinen Schülern zur Geburt einen Judoanzug geschenkt. Der ist ihm aber noch ein bisschen zu groß…ah/aro



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