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Basketball-Europameister Henning Harnisch in Hameln

Ein Herz für den Nachwuchs

Hameln. Prominenter Gast in Hameln: Henning Harnisch (47), Basketball-Europameister von 1993 und Vizepräsident von Bundesligist Alba Berlin, appellierte bei einem Seminar des Kreissportbundes: „Wir müssen mehr für den Nachwuchs tun.“

veröffentlicht am 27.11.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

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Henning Harnisch hat im Basketball fast alles erreicht. 1993 wurde er mit Deutschland Europameister. Zwischen 1990 und 1998 gewann er mit Bayer Leverkusen und Alba Berlin neun Mal in Folge die Deutsche Meisterschaft und fünfmal den Pokal, nahm dazu an einer Welt- und vier Europameisterschaften sowie an den Olympischen Spielen 1992 teil. Jetzt will der 47-Jährige dem Sport, der ihm so viel gegeben hat, etwas zurückgeben. Seit fünf Jahren kümmert er sich um die Nachwuchsarbeit – mit Herzblut und vielen Visionen, die er am Mittwoch bei einem Seminar des Kreissportbundes in Hameln vorstellte.

Harnisch sieht den deutschen Sport in der Krise. „Deshalb müssen wir mehr für den Nachwuchs tun. Es müssen unbedingt gute Voraussetzungen für bessere Wege finden.“ Kinder in den Sport einzuführen, ist für den ehemaligen Weltklassespieler derzeit ehe ein Zufallsprodukt. „Es gibt keinen flächendeckenden Plan und der Sport braucht ein anderes Miteinander“, bemängelt mit Harnisch ein kritischer Geist des Sports die aktuelle Situation im „Sportverein Deutschland“. Durchaus gute Ansätze dazu sieht er, wenn er das Rad zurückdreht. „Leider ist der DDR-Sport bis auf den Doping-Missbrauch nie richtig analysiert worden. Kinder müssen auch mit sieben Jahren nicht vermessen werden, aber eine frühe Bindung an den Sport war und ist auch heute ganz wichtig.“ Wie das funktioniert, stellte der 168-fache Nationalspieler den heimischen Vereinsvertretern im TC-Heim am Beispiel des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin vor. Dort sind derzeit mehr als 3000 Kinder und Jugendliche in das Projekt Nachwuchsarbeit eingebunden. Ein Projekt, dass für den Vizepräsident von Alba Berlin nicht nur für den Basketball, sondern auch für viele andere Sportarten gilt. „Kinder müssen möglichst früh ins Sportgeschehen eingreifen.“ Schon im Kindergarten sollte der Startschuss fallen. Für Harnisch gibt es keine Alternative: „Talentförderung kann nur von unten nach oben gehen.“ Eine Schlüsselrolle sieht der gebürtige Marburger vor allem im Zusammenspiel zwischen Schule und Verein: „Kinder haben heute acht Stunden Unterricht, da bleibt nur wenig Zeit. Deshalb muss man Sportvereine schon in der Schule mit einbinden. Das ist Teamarbeit gefragt.“ Vereine sind aber auch wichtig, weil 170 Tagen im Jahr unterrichtsfrei sind. „Zeit, die für den Sport nicht optimal genutzt wird.“ Für Harnisch steht nicht die Suche nach dem nächsten Dirk Nowitzki im Vordergrund. Ihm geht es darum, „die Kinder überhaupt dazu zu bringen, Sport zu treiben und sich zu bewegen“.



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