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Urgestein Oliver Glatz geht nach 32 Jahren in „Vorruhestand“ / Auch Frank Rosenthal sagt Servus

Ein Handball-Leben für den VfL

Noch ein letzter Auftritt auf der Handball-Bühne – dann fällt der Vorhang. 32 Jahre im Showgeschäft sind eine lange Zeit. Oliver Glatz war gerade sechs Jahre alt geworden, und schon flitzte er mit den Ball in der Hand durch die für ihn unvergessene alte Halle Nord.

veröffentlicht am 02.05.2019 um 18:45 Uhr

Bundesliga, Regionalliga, Oberliga – Oliver Glatz war immer dabei, wenn es für die Handballer des VfL Hameln um Punkte und Tore ging. Fotos (3): nls
Klaus Frye

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Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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„Da werden viele Erinnerungen wach“, schwärmt der inzwischen 37-jährige Berufsschullehrer, der viel lieber in der legendären „Hölle Nord“ als in der Sporthalle in Afferde in den Vorruhestand gegangen wäre. Doch da die Arena in Hamelns Norden längst Geschichte ist, wird das VfL-Urgestein am Samstag (19.15 Uhr) nach dem letzten Saisonspiel gegen die HSG Schaumburg-Nord am Eintracht-Weg verabschiedet. „Doch man soll niemals nie sagen“, räumte er bereits im Vorfeld der Oberliga-Partie ein. „Ich bleibe auf jeden Fall im Stand-by-Modus.“ Denn Glatz weiß, dass es personell trotz eines gut besetzten Kaders auch ganz schnell mal wieder eng werden kann. Und dann wird er seine Jungs, mit denen er viele Jahre durch dick und dünn gegangen ist, natürlich nicht hängen lassen.

Wer mehr als drei Jahrzehnte Handball gespielt hat, der hat natürlich auch viel erlebt und so manche Geschichte zu erzählen. Natürlich auch vom Endspiel um die Norddeutsche Meisterschaft, das er mit der A-Jugend des VfL nur knapp gegen die Überflieger des SC Magdeburg verlor. Vor allem aber über die „Erlebniswelt Bundesliga“, die er in vollen Zügen genießen durfte. Gerade aus der Jugend gekommen, und schon stand „Olli“ auf der großen Bühne. Wo er 2000/01 und 2001/02, damals auf der Rechtsaußen-Position, unter den oft wechselnden Trainern Michael Biegler, Jürgen Kloth, Nicola Beslac und Volker Mudrow zu 17 Einsätzen in Deutschlands Eliteliga kam. Ein Spiel sorgt bei ihm heute noch für Gänsehaut-Feeling. „Unvergesslich! Als ich vor mehr als 10 000 Zuschauern in der Ostseehalle gegen den THW Kiel gespielt habe.“

Der Bundesliga-Abstieg und der damit verbundene Rückzug in die damals drittklassige Regionalliga brachte Oliver Glatz zwar kurze Zeit ins Grübeln, doch die Entscheidung kam trotz einiger Angebote aus der 2. Liga schnell: „Ich bleibe VfLer.“ Aus zwei Gründen, wie er klarstellte: „Als Profi in der 2. Liga zu spielen, war damals nicht so einfach. Dazu stand auch die berufliche Zukunft im Vordergrund.“ Die Entscheidung „Pro VfL“ hat er bis heute nicht bereut: „Das waren schon tolle Jahre, die ich nicht missen möchte.“ Ein Super-Team, unvergessene Auswärtsfahrten und in der Rattenfänger-Halle immer mal wieder Heimspiele vor einer Riesenkulisse. „Wie gegen Aurich, da waren 1800 Zuschauer dabei.“

Frank Rosenthal fliegt am Samstag zum letzten Mal im VfL-Dress.

In der Regionalliga wechselte Oliver Glatz auch seine Position im Team. Der gelernte Rechtsaußen übernahm mehr und mehr Verantwortung im Rückraum – auf der Mittelposition oder halbrechts. Und da zieht er heute noch die Fäden. „Die Schnelligkeit hat zwar nachgelassen, doch das kann ich mit Routine noch ganz gut ausgleichen. Und für die schnelle Welle sind ja die Youngster da. Nach dem Spiel zwickt und zwackt es aber trotzdem zwei Tage gewaltig“, verriet Familienvater Glatz, der neben Beruf und Sport noch einen dritten Fulltime-Job erledigen muss. Da hält ihn sein inzwischen zweijähriger Filius Bo stets auf Trab.

Während Oliver Glatz als „Stand-by-Akteur“ weiter locker mit der Mannschaft trainieren wird, sagt mit Frank Rosenthal ein zweites Hamelner Urgestein endgültig „Servus“. Der herausragende Torhüter, der in der Saison 2000/01 ebenfalls zu zwei Erstliga-Einsätze im VfL-Trikot kam, und dann Trainer Michael Biegler nach Friesenheim in die 2. Liga folgte, wird sich dann wieder voll und ganz auf die Aufgabe des Teammanagers stürzen. Im Triumvirat mit Oliver Glatz und Björn Schubert.



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