weather-image
10°
Leichtathletik: Zehnkämpfer Patrick Scherfose gewinnt mit Deutschland den Thorpe-Cup

Ein goldener Abschied

DÜSSELDORF. Sie gelten als die Könige der Athleten: die Zehnkämpfer. Patrick Scherfose (LG Weserbergland) ist einer. Nun tritt er als König ab, auch wenn ihm die krönende Leistung fehlt. Der Auftritt beim Thorpe-Cup in Düsseldorf, dem Mehrkampf-Vergleich zwischen Deutschland und den USA, war sein wohl letzter Zehnkampf.

veröffentlicht am 31.07.2017 um 15:11 Uhr

270_0900_55379_sp222.jpg

Autor:

Matthias Henning
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Doch Scherfose hört mit einem Sieg auf. Das deutsche Quintett holte 38642 Punkte, 1321 mehr als die Rivalen. Scherfose steuerte als Viertbester im Team auf Einzelplatz sechs 7563 Zähler dabei.

„Das war guter Abschluss. Ganz zufrieden bin ich mit der Leistung nicht. Aber ich bin mit mir im Reinen. Vom Teamspirit her war das die beste von den mittlerweile vier Thorpe-Cup-Veranstaltungen, die ich mitgemacht habe“, meinte Scherfose. Seine zwei Tage von Düsseldorf hatten jeweils mit schwachen Sprints über 100 m (11,28) sowie 110 m Hürden (14,80) begonnen. „Doch was mir diesmal die Gesamtpunktzahl versaut hat, waren die Würfe.“ 13,62 m mit der Kugel ließ er 40,18 m mit dem Diskus sowie 47,64 m mit dem Speer folgen. „Da fehlten mir bei jedem der drei Würfe jeweils 50 Punkte“, analysierte Scherfose. Die Sprünge liefen besser. „7,09 m im Weitsprung und 1,90 m im Hochsprung waren gut. Aber 5,05 m im Stabhochsprung waren richtig geil. Da habe ich meine persönliche Bestleistung eingestellt.“ Dass der LG-Athlet über 400 m mit 50,16 Sekunden eine persönliche Bestleistung aufstellte und sich beim Finale über 1500 m in 4:39,85 Minuten richtig verausgabte, sorgten für sein positives Resümee – und mit 7563 Punkten auch für eine Verbesserung der eigenen Saisonbestmarke – auch wenn es nur um einen Punkt war. „Natürlich wollte ich am Ende noch alles geben und mich komplett verausgaben. War ja mein letzter Zehnkampf – und außerdem habe ich meinen Teamkollegen René Strauß damit zu der 1500-Meter-Zeit gezogen, die ihn noch über 8000 Punkte brachte.“ Diesen Traum von einem 8000er hatte auch Scherfose einmal. Aber gepasst hat es nie. „Zu Saisonbeginn in Frankreich waren es die Sprünge, die alles verdorben hatten. Da waren aber die Würfe gut. Jetzt war es umgekehrt. Aber ich habe wohl doch bewiesen, dass ich das Potenzial für mindestens 7900 Punkte habe. Nur leider konnte ich das nie an einem Tag zusammenbringen.“ Und wie geht es nun weiter? „Genau weiß ich das nicht. Aber einen Zehnkampf plane ich nicht mehr. Von der Leichtathletik kann ich trotzdem nicht die Finger lassen. Ich bin ja noch Trainer meiner Stabhochsprung-Mädchen. Nur zu der Quälerei mit vielen Tempoläufen fehlt mir die Lust“, sagte Scherfose. Ein Halbmarathon im Herbst ist das nächste Ziel, die Master-Arbeit im Februar im Studium das folgende.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare