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Dimitrij Ovtcharov und Ruwen Filus: Einst beim TSV – nun Vize-Europameister

Ein bisschen Tündern spielt immer mit

Tündern. Von einem kleinen Dorf-Klub hinaus in die große weite Tischtennis-Welt. Das klingt zwar ein bisschen wie im Märchen – ist aber Realität. Als Dimitrij Ovtcharov (27) und Ruwen Filus (27) einst im zarten Alter von zehn Jahren beim TSV Schwalbe Tündern ihre ersten Lektionen an der „Platte“ lernten, konnte nun wirklich keiner der Experten ahnen, dass dieses hoch talentierte Jungen-Duo später einmal gemeinsam im deutschen Nationaltrikot für Furore sorgen wird.

veröffentlicht am 29.09.2015 um 19:04 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

Roland Giehr

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Leiter Sportredaktion zur Autorenseite

Nun wurden die einstigen Aushängeschilder des TSV im russischen Jekaterinburg zwar nicht zum dritten Mal Europameister, aber Silber kann sich auch sehen lassen. Filus kam bei der 2:3-Niederlage im Finale gegen Österreich allerdings nicht mehr zum Einsatz, versuchte aber als steter Unterstützer und Motivator von der Bank aus seinen Beitrag zu leisten. Geholfen hat es nichts, auch wenn Dimitrij Ovtcharov mit zwei Einzelsiegen einmal mehr zum Hauptdarsteller im DTTB-Team avancierte.

Die Erfolgstory der beiden heutigen Tischtennis-Weltenbummler begann einst 1998. Damals stellte der TSV noch unter der Regie des inzwischen verstorbenen Managers Erich Bonhagen ein schlagkräftiges Team für die Jungen-Niedersachsenliga zusammen. Mit von der Partie auch Ovtcharov, der bereits in Tündern wohnte, und eben Filus aus Niedernwöhren. Die beiden Talente kannten sich schon bestens aus dem Kadertraining auf Landesebene, da lag es nahe, nun den sportlichen Weg gemeinsam zu gehen. Und der führte fortan mit viel Fleiß und knallharter Trainingsarbeit nur noch steil nach oben. Bis hin zum bislang wohl größten Vereinstriumph der Schwalben, dem Aufstieg in die Tischtennis-Bundesliga in der Saison 2004/2005. Erst dann trennten sich die Wege der beiden jungen Erfolgsgaranten wieder. Abwehrspezialist Ruwen Filus, der schon 2003 in Novi Sad als Schüler-Europameister erstmals gewaltig aufhorchen ließ, wechselte seinerzeit zum Zweitligisten TTS Borsum und steht heute nach einigen Stationen im deutschen Oberhaus in Diensten des TTC Fulda-Maberzell. In der aktuellen Weltrangliste ist der 27-Jährige auf Rang 48 zu finden. Die weitere sportliche Entwicklung von Dimitrij Ovtcharov verlief bekanntlich noch kometenhafter ab – hinein bis in die absolute Weltspitze. Rang fünf schlägt hier für ihn zu Buche.

Der Weg führte Tünderns Jahrhundert-Talent dann nach dem Klassenerhalt in der Bundesliga 2006 zunächst zum deutschen Rekordmeister Borussia Düsseldorf – und nach einem Zwischenstopp in Belgien bei Royal Charleroi ist er mittlerweile beim russischen Spitzenklub Fakel Orenburg gelandet. Und hier konnte der Olympia-Dritte von London 2012 und Einzeleuropameister von 2013 seine persönliche Erfolgsbilanz mit drei Triumphen in der Champions-League noch einmal erheblich aufpolieren.

Ein Tischtennis-Duo, das seinen Weg gemacht hat: Dimitrij Ovtcharov (li.) und Ruwen Filus stiegen einst mit dem TSV Schwalbe Tündern in die Bundesliga auf. Archiv

Seit 2010 ziehen Ovtcharov und Filus nun wieder gemeinsam in der deutschen Nationalmannschaft an einem Strang. Aber wo auch immer auf dem Globus das Duo gerade im Einsatz ist – ein bisschen Tündern spielt irgendwie immer mit. Auch sehr zur Freude des jetzigen Abteilungsleiters Andreas Rose: „Wir verfolgen alle großen Wettkämpfe von Dimitrij und Ruwen und sind stolz darauf, dass die beiden einmal bei uns gespielt haben.“



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