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30:30 im Oberliga-Schlager gegen den Lehrter SV / VfL gibt möglichen Sieg leichtfertig aus der Hand

Dramatik pur – Glatz rettet Punkt im Endspurt

Die Enttäuschung steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Die beiden Hamelner Sven Hylmar und Oliver Glatz (rechts).

veröffentlicht am 11.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 06:21 Uhr

Sieben Tore: Der Hamelner Heiko Heemann (Mitte) versetzt hier di

Foto: nls

Handball (jko). „Wir haben zu Hause einen Punkt abgegeben. Insofern kann ich nicht zufrieden sein. Auch deshalb, weil wir einen Vorsprung nicht über die Zeit gebracht haben“, haderte Hamelns Trainer Hajo Wulff nach dem 30:30 (17:14) im hochklassigen Oberliga-Schlager gegen Spitzenreiter Lehrter SV mit der fehlenden Cleverness seiner Formation. Vor 500 begeisterten Zuschauern war das Gipfeltreffen zuvor an Spannung und Dramatik allerdings kaum zu überbieten. Der VfL hatte mehrfach die Chance, den Sack zuzumachen, gab aber zum Teil deutliche Führungen leichtfertig aus der Hand. Am Ende musste der Tabellenzweite sogar froh sein, wenigstens noch einen Punkt gerettet zu haben.

Manndeckung bringt Hameln aus dem Konzept

Mit einem 17:14 ging es in die Kabinen. Was dann aber passierte, sorgte für lähmendes Entsetzen im Hamelner Lager. Binnen 150 (!) Sekunden kassierte der VfL vier Gegentreffer und lag plötzlich mit 17:18 hinten. Doch die Hausherren bekamen wieder die Kurve und führten nach 56 Minuten noch mit 29:26. Lehrte, wo Tillmanns (8) und Benckendorf (8/1) am besten trafen, griff dann zum letzten Mittel und nahm Oliver Glatz und Jannis Pille in Manndeckung. Damit kamen die Hamelner überhaupt nicht klar, kassierten wieder vier Tore in Folge und lagen 55 Sekunden vor dem Ende wieder mit 29:30 zurück. Soweit hätte es nicht kommen müssen, denn Schubert traf nur die Latte und Glatz scheiterte per Siebenmeter an Lehrtes überragendem Torhüter Meyer. „Die Manndeckung hat uns völlig aus der Ruhe gebracht. Das darf uns nicht passieren“, ärgerte sich Hajo Wulff zu Recht. Die Schlussminute hatte es dann aber noch einmal in sich. Zunächst sah Lehrtes Wendt nach Attacke gegen Schubert die Rote Karte, dann scheiterte auch Torben Höltje per Siebenmeter an Meyer – ehe Glatz 17 Sekunden vor dem Ende das 30:30 gelang.

Wegen Verhinderung des schnellen Anwurfs zeigten die Unparteiischen Heiko Heemann dann noch die Rote Karte, einen letzten Wurf von Till Dreißigacker entschärfte Hamelns stark haltender Keeper Andrew Treuthardt und hielt wenigstens den einen Punkt für seine Farben fest. „Durch unkontrollierte Aktionen haben wir leichtfertig eine Führung verspielt und uns um den Lohn gebracht. Das darf nicht sein. Der Punkt ist zu wenig“, klagte auch Jannis Pille. Lehrtes Trainer Lutz Ewert hingegen war mit dem Zähler zufrieden: „Es war ein sensationelles Spitzenspiel und ein toller Fight der beiden wohl besten Mannschaften der Liga“, bilanzierte er.

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VfL Hameln: Treuthardt, Rosenthal – Schubert (7), Heemann (7), Glatz (4/1), Pille (3), Meier (2), Wick (2), Raddatz (2), Höltje (2/2), Hylmar (1), Emmel, Clausing, Engelhard.

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