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Hoch auf dem Ith ist Norbert Gasterstedt zu einem begeisterten Skeetschützen geworden

„Dort, wo die Büchse knallt“

Hameln. Norbert Gasterstedt, den Sportschützen aus Löwensen, hat es sportlich total erwischt. Das Skeetschießen ist aus seiner Freizeit nicht mehr wegzudenken. Der Samstag ist für vom Frühjahr bis zum Spätherbst ausgebucht. Da zieht es ihn auf den Ith, wo er seine Büchse knallen lässt.

veröffentlicht am 11.11.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

Versteckt in einem alten Steinbruch wird scharf geschossen. „Dort, wo die Büchse knallt“ trainieren seit Jahren jeden Samstag von Frühjahr bis Herbst die Schützen des Hamelner Wurftaubenclubs. Für die war das Schießen mit Kleinkaliber, Luftgewehr oder auch mal mit der Armbrust gestern. Für sie, die hoch oben auf dem Ith ihrem Hobby nachgehen, spielt die doppelläufige Schrotflinte die Hauptrolle.

Damit wird nicht herumgeballert, sondern intensiv trainiert. Die Sportart, die einen kleinen Kreis von Schützen aus dem Kreis Hameln-Pyrmont seit langem in ihren Bann gezogen hat, ist immerhin olympisch. Kenner der Szene haben die Olympiasiege von Konrad Wirnhier (München 1972) und Axel Wegner (Seoul 1988) in bester Erinnerung. Doch nicht nur für das Skeetschießen – sportlich weniger Interessierten eher als Wurftauben- oder Tontaubenschießen bekannt – hat der seit mehr als 40 Jahren bestehende Wurftaubenclub Hameln im Ostkreis eine schmucke Sportanlage geschaffen, die idealer kaum sein kann. Bei zahlreichen Jägern, aber auch bei den Sportschützen, hat sich die Übungsanlage längst herumgesprochen.

Die samstägliche Fahrt an den Ith steht bei Norbert Gas-terstedt seit fast zwei Jahren fest im Terminkalender. „Das Schießen auf die Tontauben hat mich infiziert“, gibt er ohne Einschränkung zu. „Das ist völlig anders, als auf dem Schießstand auf Scheiben zu schießen.“ Frische Luft, viel Bewegung und nicht nur das monotone Schießen auf die Scheibe. Für den Sportschützen aus Löwensen das sportliche Nonplusultra. Stehend freihändig die von einer Wurfmaschine abgeschossenen „runden Tauben“ zu treffen, ist das Ziel. Und das ist trotz Schrotkugeln nicht einfach. Denn die Tauben mit elf Zentimeter Durchmesser und 2,5 Zentimeter Höhe fliegen keineswegs immer nur die gleiche Strecke. „La Paloma“ kommt von links, von rechts, hoch oder tief – der Schütze muss bei jedem Schuss hellwach sein.

Ein gutes Auge, reaktionsschnell und treffsicher, das sind die besten Voraussetzungen beim Skeetschießen – Norbert Gasterstedt hat die Tontaube fest im Visier. haje

Voll konzentriert ist längst auch Ulf Dettmar, dem der Weg aus Bad Münder nicht zu weit ist, wenn er auf den Schießstand geht. Ausgerüstet mit der Flinte, dem unbedingt erforderlichen Hörschutz und der Schießbrille hat er den Bogen schon richtig gut raus. Doch mal an sportlichen Wettkämpfe teilzunehmen, daran denkt er momentan nicht. „Das Schießen ist für mich erst einmal ein schönes Hobby. Da ist vor allem Abschalten angesagt“, sagt Dettmer, bei dem das Wettkampffieber noch nicht ausgebrochen ist. „Bei Titelkämpfen wäre ich wohl auch viel zu nervös.“ Das dürfte bei Norbert Gasterstedt kein Problem sein, denn mit einer ruhigen Hand und starken Nerven hat der Löwenser mit Kleinkaliber und Luftgewehr immerhin schon jede Menge Wettkampferfahrung gesammelt. Also warum nicht auch mal als Skeetschütze? Noch hält er sich bedeckt: „Mal schauen ...“



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