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WM in Kroatien: Was die Hameln-Pyrmonter Handball-Experten dem deutschen Team zutrauen / Dewezet-Umfrage

Diesmal träumt niemand von einem Wintermärchen

Handball (kf). Bei der gestern in Kroatien eröffneten Handball-WM geht die deutsche Nationalmannschaft zwar als Titelverteidiger an den Start, doch eine Wiederholung des 2007 überschwänglich gefeierten „Wintermärchens“ wird es wahrscheinlich nicht geben. Der Grund: Das Team von Trainer Heiner Brand befindet sich im Neuaufbau, Stars wie Florian Kehrmann, Markus Baur oder Henning Fritz sind nicht mehr dabei. Eine Verjüngungskur wurde eingeleitet. Nicht zuletzt deshalb sehen die heimischen Handball-Experten der WM mit gemischten Gefühlen entgegen, wie eine Dewezet-Umfrage ergab.

veröffentlicht am 16.01.2009 um 19:24 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 20:21 Uhr

Frank-Michael Wahl (Rekordnationalspieler und derzeit Trainer beim Oberligisten TV Stadtoldendorf): „Der Verjüngungsprozess in der Mannschaft war notwendig. Heiner Brandt hat aber eine gute Mischung gefunden, und der traue ich das Halbfinale zu. Viel hängt natürlich von einer möglichst schnellen Rückkehr von Spielmacher Michael Kraus ins Team ab. Zum großen Kreis der Favoriten zählen für mich natürlich die Kroaten als Gastgeber sowie Frankreich und Spanien.“

Peter Gerfen (TSG Emmerthal, Ex-Nationalspieler und aktueller Oberliga-Torjäger): „Die Vorbereitung lief nicht gerade optimal, und durch den Ausfall von Spielmacher Kraus wird es ein schwerer Start. Das Halbfinale wird für die neu formierte Mannschaft nur schwer zu erreichen sein. Topfavorit ist für mich Kroatien. Doch auch die Spanier sind nicht zu unterschätzen.“

Michael Djuric (langjähriger Erfolgstrainer im Herren- und Nachwuchsbereich des MTV Bad Pyrmont): „Diesmal traue ich der Mannschaft nicht so viel zu. Was Trainer Heiner Brand fehlt, sind Spieler mit der nötigen Erfahrung. Und deshalb dürfte es schon nach der Vorrunde schwer werden. Ausgespielt wird der WM-Titel wohl zwischen Kroatien, Frankreich und Spanien.“

Danilo Loncovic (Trainer des Oberligisten HF Springe): „In der Zwischenrunde wird es schwer. Denn nach dem WM-Triumph 2007 fehlt es diesmal an kreativen Spielern. Und wenn Michael Kraus länger ausfällt, wird die Mittelposition zum Knackpunkt. Kroatien mit dem Heimvorteil im Rücken, Frankreich und Spanien sind meine Favoriten. Aber auch die Dänen sind nicht zu unterschätzen.“

Kirsten Bormann (torfreudiges Nachwuchstalent im Landesliga-Team der HSG Fuhlen/Hessisch Oldendorf): „Ich bin optimistisch. Die Mannschaft wird sich im Verlauf des Turniers steigern und am Ende ins Halbfinale einziehen. Kroatien hat Heimvorteil, und den werden sie wohl auch zum WM-Gewinn nutzen.“

Manfred Herzog (Senioren-Spielwart des HVN und langjähriger Schiedsrichter): „Der Einzug ins Halbfinale ist möglich. Für mich gilt nach den letzten Wochen ein Spruch des alten VfL-Trainers Fritz Spannuth: Wer in der Vorbereitung viele Spiele gewinnt, hat nicht richtig trainiert. Als Favoriten habe ich neben Kroatien die Spanier noch auf der Liste.“

Jannis Pille (Youngster im Regionalliga-Team des VfL Hameln): „Trotz des Umbruchs sollte man die deutsche Mannschaft nicht abschreiben. Wenn der Auftakt gegen Russland klappt, traue ich der Mannschaft einiges zu. Selbst der Einzug ins Halbfinale ist möglich. Vor allem der Heimvorteil macht natürlich die Kroaten zum großen Favoriten. Dazu schätze ich die Franzosen ganz hoch ein.“

Ralf Männich (Trainer des WSL-Oberligisten MTV Rohrsen): „Zur Titelverteidigung wird es nicht reichen, aber die eine oder andere positive Überraschung traue ich der Mannschaft zu. Probleme gibt es, wenn Kraus auf der Mittelposition ausfällt. Doch wenn alles gut läuft, ist der Einzug ins Halbfinale drin. Als Topteams sehe ich die Kroaten und natürlich die Franzosen, die immerhin als Olympiasieger antreten.“



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