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40 Jahre Kreisliga: Fünf Brüder und ihre zwei Cousins schreiben in Löwensen Fußball-Geschichte

Die Stuckenberg-Bande

Mensch, wie die Zeit vergeht. Die Fußball-Kreisliga feiert in diesem Sommer schon ihren 40. Geburtstag. Ein Oberhaus mit Kultstatus und einer überaus lebendigen Historie an Anekdoten, Skandalen, Rekorden und einfach tollen sportlichen Erinnerungen. Es ist viel passiert in vier Jahrzehnten auf den Plätzen und deshalb gibt es auch viel zu erzählen. Die Sportredaktion der Dewezet hat deshalb ganz tief in ihr Archiv gegriffen und die Höhepunkte der Erfolgsstory Kreisliga noch einmal herausgefiltert. Die werden nun in loser Reihenfolge als Serie präsentiert. Heute lesen Sie Teil 2: Die Stuckenberg-Bande.

veröffentlicht am 20.02.2019 um 06:00 Uhr

TuS SW Löwensen in der Kreisliga-Saison 1979/80: Trainer Walter Kreye (oben v. l. n. r.), Fred Hausmann, Peter Prescher, Detlef Hoch, Dieter Stuckenberg, Willi Stuckenberg, Wolfgang Osmialowski, Hartmut Zirpel, (knieend v. l. n. r.) Gerd Stuckenberg,
Klaus Frye

Autor

Klaus Frye Sportreporter zur Autorenseite
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Sie stehen im großen Märchenbuch der Brüder Grimm in der Bekanntheits-Skala ganz weit oben – die sieben Zwerge und die sieben Geißlein. In der wahren Welt des heimischen Fußballs waren es die „sieben Stuckenbergs“, die beim langjährigen Kreisligisten Schwarz-Weiß Löwensen viele Jahre und auf fast allen Plätzen der Region ihren Gegenspielern arge Probleme bereiteten. Entweder als knallharte Verteidiger, als Lenker und Denker im Mittelfeld oder eiskalte Knipser im gegnerischen Strafraum. Die fünf Brüder Horst, Karl-Heinz, Gerd, Friedel und Helmut sowie ihre beiden Cousins Willi und Dieter schrieben in Löwensen Sportgeschichte.

Horst war der Älteste, Helmut der Jüngste. Und der kann sich an die gemeinsame Zeit auf dem grünen Rasen oder den roten Ascheplätzen noch bestens erinnern: „Zusammen haben wir, wenn es um Punkte in der Kreisliga ging, nie gespielt. Der Altersunterschied war doch ein wenig zu groß. Als ich in die Herren hochrückte, spielten Horst und Karl-Heinz schon bei den Altherren.“ Aber ein Pokalturnier beim TSV Sabbenhausen hat der Youngster noch auf dem Schirm: „Da sind wir tatsächlich mal alle gemeinsam aufgelaufen.“ Der Schiedsrichter aus dem Lipperland wollte es gar nicht glauben und rieb sich die Augen, als er beim Blick auf den Spielberichtsbogen gleich siebenmal den Namen Stuckenberg gelesen hatte. „Schwer zu toppen, so eine Aufstellung“, ist sich Helmut heute noch sicher.

„Willi hätte auch in höheren Klassen spielen können“

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Für Dieter, der seine aktive Zeit früh beendete, um dann als Trainer seinen Schwarz-Weißen fast sechs Jahre lang fußballerischen Feinschliff beizubringen, bleibt ein Pressebericht der Pyrmonter Nachrichten aus den 80er Jahren unvergessen. „Klarer Sieg für die Stuckenberg-Elf“ war dort zu lesen. Das war in der Zeit, als neben Torhüter Detlef Hoch, dem stabilen Abwehrblock mit Hartmut Zirpel, Peter Prescher und Werner Ritterbusch sowie dem Offensiv-Trio mit Dietrich Struck, Torjäger Andreas Simon und Linksaußen Walter Angermann fast Woche für Woche die Stuckenbergs im Fünferpack aufliefen. Mit Außenverteidiger Gerd, Dauerläufer Karl-Heinz auf der heutigen Sechser-Position, Dieter und Friedel als Strategen im Mittelfeld und natürlich der stets torgefährliche Willi. Und Youngster Helmut scharrte als Jugendlicher schon mit den Hufen.

Fußball spielen konnten sie alle, doch wenn Ex-Coach Dieter zurückblickt, stand ein Mitglied der Familienbande über den Dingen: „Willi war der Beste, der hätte durchaus in höheren Klassen spielen können.“ Doch wie alle Stuckenbergs blieb er bodenständig – denn nicht umsonst hieß es in Löwensen „einmal schwarz-weiß, immer schwarz-weiß“.

Als der letzte der Siebener-Bande sein Trikot an den Nagel gehängt hatte, begann in Löwensen der Niedergang. In der Saison 1990/91 war der Abstieg aus der Kreisliga besiegelt. Nach 24 Jahren meldeten sich die Schwarz-Weißen noch einmal zurück. Aber es war nicht mehr als ein kurzes Aufflackern. Und als im tristen Herbst des vergangenen Jahres die Mannschaft endgültig aus dem Spielbetrieb zurückgezogen wurde, war die Enttäuschung groß. Denn eigentlich wollten Löwensens Fußballer 2023 ihr 100-jähriges Vereinsjubiläum feiern…

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Und dann war da noch: Alles Bohne oder was?

Der Name Bohne ist beim FC Latferde Programm. Unzählige schöne Fußball-Momente sind damit beim Klub im Schatten des Kernkraftwerks verbunden. Angefangen hat alles mit Torjäger Axel Bohne, der die Abwehrreihen im Kreisoberhaus regelmäßig zur Verzweiflung brachte. Nach dem Ende seiner Karriere traten seine drei Söhne Hendrik, Yannic und Benjamin so nach und nach in seine Fußstapfen. Dass aus dem Terzett aber noch einmal kurzfristig ein Quartett werden würde, konnte natürlich keiner ahnen.

Und dann kam der denkwürdige 29. September 2018. Beim Latferder Auswärtsspiel in Nettelrede hieß es plötzlich in der Aufstellung: Alles Bohne oder was? Erstmals in der Historie des Dorfklubs stand dort tatsächlich die komplette Fußball-Familie auf dem Platz. Und das Kuriose dabei: Ex-Torjäger Axel (58) war bei seinem Comeback für den verletzten Rouven Gasde eingesprungen und hütete das Tor. An der 0:6-Niederlage des FC konnte die geballte Bohne-Macht aber auch nichts ändern. ro

Lesen Sie am Samstag: „Wo sind sie geblieben?“



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