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40 Jahre Kreisliga: SSG Marienau kassiert 225 Gegentore und SG Hameln 74 holt nur einen Punkt

Die Schießbuden der Liga

Mensch, wie die Zeit vergeht. Die Fußball-Kreisliga feiert 2019 ihren 40. Geburtstag. Die Sportredaktion der Dewezet hat im Archiv gestöbert und die Höhepunkte der Erfolgsstory Kreisliga noch einmal herausgefiltert. Heute lesen Sie im sechsten Teil der Serie, welche Teams die Schießbunden der Kreisliga waren.

veröffentlicht am 06.03.2019 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 12.03.2019 um 15:53 Uhr

Eine Saison zum Vergessen legte die SG Marienau/Coppenbrügge 2013/14 hin: In 28 Spielen gab es nur fünf Punkte und ein Katastrophen-Torverhältnis von 23:225. Foto: rhs
Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite
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Rums, bums, drin. Es rappelt im Karton. Und zwar richtig. Bei manchen Klubs verwandelt sich das eigene Tor schnell in eine „Schießbude“. Davon gab es in 40 Jahren Kreisliga zwar einige, zur ultimativen Rappelkiste mutierte aber die SG Marienau/Coppenbrügge. In seiner Katastrophen-Saison 2013/14 legte der Ostkreisklub eine wahre Klingeltour durch die Provinz hin und stieg mit nur fünf Punkten und einem schon abenteuerlichen Torverhältnis von 23:225 sang- und klanglos ab. Die sportliche Bilanz des Schreckens: Alleine elfmal kassierte die SG Marienau eine zweistellige Niederlage. Von 0:10 über 1:15 bis 0:18 war da fast alles dabei. Trotzdem, Hut ab: Das Team um Trainer Wilfried Gehring zog die Saison eisern durch, trat allerdings auch zweimal nicht an. Augen zu und irgendwie durch war auch die Devise bei der SG Hameln 74. Trainer Frank-Uwe Schmidt hatte nur einen überschaubaren Kader, schenkte auch zwei Spiele ab – und schloss das Kapitel Kreisliga in der Saison 2017/18 mit nur einem Punkt und 8:154 Toren ab. Der Eintrag ins Geschichtsbuch als nun schlechtester Absteiger war damit gewiss. Mit diesem Makel musste zuvor der FC Flegessen, der sich 1991/92 mit nur zwei Pünktchen und 12:117 Toren in die Kreisklasse verabschiedete, 26 Jahre lang leben.

Offen wie ein Scheunentor präsentierte sich auch die Defensive von Preußen Hameln 07 II, doch trotz 35:215 Toren landeten 2009/2010 wenigstens noch elf Punkte auf dem Konto. Damit war zu diesem Zeitpunkt auch die Ablösung von RW Thal als bisherige „Schießbude der Liga“ perfekt. Erst 2000 hatte der Dorfklub den Titel mit 29:157 Toren und 13 Punkten von Eintracht Hameln (40:122/8:52 Punkte) aus dem Jahr 1983 geerbt. Löchrig wie ein Schweizer Käse präsentierte sich auch RW Hessisch Oldendorf in der Spielzeit 2014/15. Mit 17:208 Toren und nur drei Punkten war der Fahrstuhl nach unten nicht zu verfehlen. Eine derartige Torflut bei Absteigern war bis weit in die 1990er Jahre aber eher selten. Nur noch Bad Pyrmont II (80/81) mit 19:105 Toren, und Wallensen (87/88) mit 28:106 lösten hier neben Flegessen und dem ESV auch das Ticket für den „Klub 100“.

Wer mit 50 Saisontreffern der Rekord-Torschützenkönig der Kreisliga ist, lesen Sie in der nächsten Folge.

Information

TB Hilligsfeld – der beste Absteiger aller Zeiten

Wer 45 Punkte auf dem Konto hat, mit 67:52 eine positive Tor-Differenz und auch noch auf Rang 13 steht, der müsste doch eigentlich keine sportlichen Sorgen mehr haben. Hatte der TB Hilligsfeld aber in der Millennium-Saison 1999/2000. Und zwar große, denn selbst diese Ausbeute reichte nicht für den Klassenerhalt. Eigentlich unglaublich. Der Grund: Die Kreisliga war zu Saisonbeginn kurzfristig auf 17 Vereine aufgestockt worden und vier davon waren als Regelabsteiger festgelegt. Doch da der Bezirksklassen-Abstieg des TuS Hessisch Oldendorf und des TSV Nettelrede schon frühzeitig feststand und es damals auch noch drei Aufsteiger gab, nahm das Unheil seinen Lauf. Ein Privileg bleibt aber wenigstens, auch wenn es sicher attraktivere gibt: In der Kreisliga-Historie gab es noch keinen besseren Absteiger als TB Hilligsfeld. ro

5 Bilder
Nur ein Punkt in der Saison 2017/18: Die SG 74 ist damit der schlechteste Absteiger. awa


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