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Vater Andreas träumt von Hawaii / Frau Rebecca und die Söhne Nils und Claas immer vorn dabei

Die Reckemeiers – eine Familie lebt Triathlon

Von Rolf Henning Schnell

veröffentlicht am 18.05.2010 um 15:09 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 17:21 Uhr

Triathlon. „Einmal in Hawaii beim Ironman dabei sein.“ Das ist der große Wunschtraum jedes Triathleten und besonders auch der von Andreas Reckemeier. Nach zwei vergeblichen Anläufen in Frankfurt (2008) und Nizza (2009), bei denen er nur hauchdünn die Qualifikationszeit von zehn Stunden verfehlte, will der 47-Jährige ESV-Triathlet am 24. Juli in Zürich versuchen, die Marke endlich zu knacken und sich damit in seiner Altersklasse das begehrte Ticket für das Treffen der Weltelite am 9. Oktober auf der malerischen Pazifik-Insel zu sichern.

Erst vor sieben Jahren fand der aus Gellersen stammende und in Groß Berkel beheimatete Maschinenschlosser den Weg zum Triathlon, nachdem er sich vorher, allerdings ohne große Erfolge, bei der RG Hameln-Pyrmont als Radrennfahrer versucht hatte.

„Ich habe irgendwann gemerkt, dass meine sportlichen Fähigkeiten breiter gestreut waren als nur in die Pedale zu treten. Deshalb bin ich, eigentlich viel zu spät, zum Triathlon gewechselt, habe mir dort auf Anhieb die Landes-Vizemeisterschaft auf der Mitteldistanz geholt“, blickt er zurück. Seitdem gehört er in der Klasse M 45 zu den besten im Land, wie auch sein jüngster zweiter Platz bei den Landesbestenkämpfen im Duathlon (hier fehlt das Schwimmen) unterstreicht.

Vom Triathlonfieber des Familienoberhauptes förmlich angesteckt sind auch Ehefrau Rebecca (30) und die beiden Söhne Nils (16) und Claas (14), die mit zahlreichen Titeln ebenfalls seit Jahren zur niedersächsischen Elite gehören und damit schon fleißig auf den Spuren ihres Vorbildes wandeln.

Antrieb und auch motivierend zugleich ist für alle das gemeinsame Training. Zusammen geht es ins Schwimmbad, wo nicht nur Schnelligkeit, sondern auch Ausdauer trainiert wird. „Um 3,8 Kilometer kraulen zu können wie beim Ironman verlangt wird, gehört dazu schon viel Kondition und Durchhaltevermögen, um Wind, Wetter und Wellen trotzen zu können“, weiß Vater Andreas, der sich hier mittlerweile schon der Stunden-Grenze nähert.

Auch auf der 7000 Euro teuren Rennmaschine mit dem obligatorischen Lenkervorbau ist der Vater mit seinem Trio regelmäßig auf den nicht immer ebenen Straßen des Weserberglandes unterwegs. „Wenn unser Jüngster hier nicht mehr mithalten kann, dann verabschiedet er sich vorzeitig“, erzählt Mutter Rebecca, die selbst auch nicht immer die volle Trainingsdistanz ihres Mannes mitgeht. Denn dieser muss im Wettkampf immerhin 180 Kilometer zurücklegen, benötigt dafür etwas über fünf Stunden.

Auch beim Langstreckenlauf ist Andreas oft auf sich allein gestellt. Denn um sich auf die Marathonstrecke (42,195 Kilometer) vorzubereiten, bedarf es schon eisernen Trainingswillens und fast schon asketischer Lebensführung. „Wenn ich meine Familie nicht im Rücken und als ständigen Motivator hätte, würde ich die Strapazen dieser Sportart, die zu den härtesten der Welt zählt, kaum durchhalten“, ist sich Ironman Andreas Reckemeier sicher.



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