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550 m bis zum Spielfeld / Langer Anlauf auch in Halvestorf

Die Qual von Thal – erst Wandertag, dann Fußball

Fußball (kf). Warmmachen und dann noch einmal schnell zurück in die Kabine, das ist beim Kreisklassenklub RW Thal mehr als Luxus. Nicht nur für konditionsschwache Kicker. Ein Halbzeitgang bietet sich ebenfalls nicht an, denn auch der wird zu einem munteren Wandertag quer durch die Thaler Hügellandschaft. Wer es doch wagt, bekommt schnell ein Zeitproblem. Denn genau 550 Meter und 20 Höhenmeter müssen die Spieler überwinden, um aus den „Katakomben“ der Dorfschule zum Sportplatz oder zurück zu gelangen.

veröffentlicht am 02.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 16:21 Uhr

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„Alles mitnehmen, nichts vergessen“ – das ist für Spieler und Mannschaftsbetreuer stets das Maß aller Dinge, wenn der Marsch über die grüne Wiese beginnt. Der eine oder andere Gastverein soll, wie böse Zungen behaupten, auch schon mal mit seinem Wanderwart nach Thal gereist sein. Die ganz Pfiffigen meistern die „Qual von Thal“ auf ihre Weise. Sie fahren mit dem Auto von der Umkleidekabine zum Sportgelände. Macht aber auch mal eben 800 m. Wer den etwas zu kurz geratenen Fußballplatz im Pyrmonter Stadtteil kennt, versteht den Aufwand, der hier betrieben werden muss, nur schwer. Denn fast direkt neben dem Spielfeld steht das ehemalige Schützenhaus – doch in dem verwaisten Gebäude ziehen sich seit Jahren nur die Mäuse „um“.

Kurzer Weg in Hagen, steiler Hang in Osterwald

Eigentlich ein schlechter Witz. Obwohl über die Nutzung als möglicher Umkleidetrakt schon endlos diskutiert wurde, passierte bis heute nichts. Die Mühlen der Politik und Verwaltung mahlen eben auch in Bad Pyrmont recht langsam.

Doch nicht nur in Thal müssen die Fußballer weite Wege gehen, auch in Halvestorf. Den 450 Meter langen Anlaufweg aus den Kabinen im Dorfgemeinschaftshaus bis zum Platz am Piepenbusch nutzen die Spieler deshalb auch schon mal als erste Aufwärmphase. Vorteil für Halvestorf, denn hier fehlen wenigstens die Hügel. Dass es auch deutlich schneller geht, zeigt das Beispiel Germania Hagen. Wer hier die Kabinentür öffnet, steht schon fast auf dem Platz. Knapp sechs Meter neben dem Sportheim hat der Platzwart des Kreisligisten bereits die schnurgerade Außenlinie des Spielfeldes gezogen. Ein Traum für jeden lauffaulen Kicker.

Größer hätte der Abstand allerdings auch nicht sein dürfen, denn direkt hinter der Gaststätte verläuft schon die Landesgrenze gegen Nordrhein-Westfalen. Und die ist bekanntlich tabu. Besonders in der kalten Jahreszeit ist der kurze Weg für die Teams ideal. Ein Sprint, und schon sitzt der Spieler auf dem Hagen wieder im Warmen.

Richtig steil geht es dagegen bei den Sportfreunden Osterwald zu. Hier führt eine Steintreppe zu den Mannschaftskabinen hoch über dem Spielfeld. Doch Seil und Haken wurden beim Auf- und Abstieg noch nicht benötigt.

Natur pur – Woche für Woche marschieren die Fußballer des Kreisklassen-Vereins RW Thal und ihre Konkurrenten quer durch die Thaler Wiesen im Gänsemarsch zum Fußballplatz.

Foto: haje

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