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Roman von Alvensleben plant nach Insolvenz radikalen Umbau / Schünemann als Oswald-Nachfolger?

„Die einzige Chance, Preußen 07 zu retten“

Von Roland Giehr

veröffentlicht am 01.06.2010 um 19:54 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:21 Uhr

Fußball. Der volle Geldkoffer fiel doch nicht mehr rechtzeitig vom Himmel, jetzt bleibt Oberliga-Absteiger Preußen Hameln 07 nur noch eines: der schwere Gang in die Insolvenz. Das dafür nötige Aktenzeichen wurde bei Gericht bereits beantragt, auch ein Insolvenzverwalter mit dem Hannoveraner Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert wurde schon gefunden. Nach der ersten Pleite 1999 hielt sich der Traditionsklub damit nur elf Jahre finanziell einigermaßen über Wasser. Durch Altlasten und neue Schulden belaufen sich die Verbindlichkeiten nach Vereinsangaben angeblich auf 140 000 Euro. Insider vermuten allerdings noch wesentlich mehr in der Grauzone. „Das sogenannte Insolvenzplanungsverfahren ist die einzige Chance, um den Verein zu retten und gleichzeitig auch einen Neuanfang zu starten“, macht 07-Chef Roman von Alvensleben deutlich. Leichtgefallen ist ihm dieser Schritt aber gewiss nicht, wie er bekundet.

Ob der zurückgetretene Trainer Kai Oswald und seine Mannschaft nun ihre ausstehenden „Gehälter“ in Höhe von 40 000 Euro noch erhalten, ist durch die Pleite mehr als fraglich geworden. „Wie nun alles abgewickelt wird, entscheidet der Insolvenzverwalter. Dabei zählt das Gleichheitsprinzip. Dass ein Gläubiger unser Konto pfänden kann, wie seinerzeit Trainer Alexander Kiene, wird es so nicht mehr geben“, stellt von Alvensleben klar. Derweil hat der 1. Vorsitzende aber schon konkrete Vorstellungen, wie es künftig laufen soll. „Wir werden uns umstrukturieren und ein paar frische Leute ins Boot holen. Die alten Zöpfe werden abgeschnitten“, plant er eine radikale Rundumerneuerung bei 07. Bahnt sich hier möglicherweise nach Oswald ein weiterer Rücktritt an? Fest steht jedenfalls, dass die Chemie zwischen ihm und Präsident Wolfgang Dammeier schon lange nicht mehr stimmt und es unterschiedliche Auffassungen über die Führung der Vereinsgeschäfte gibt.

Aber auch auf der sportlichen Ebene will der Preußen-Vorsitzende künftig eine klare Linie fahren. „Wir werden definitiv in der Landesliga antreten“, bekräftige von Alvensleben noch einmal. Unter welcher Regie die neue Hamelner Mannschaft auflaufen soll, scheint ebenfalls schon fast geklärt. Als aussichtsreicher Kandidat auf die Nachfolge von Kai Oswald gilt Rolf Schünemann (44).

Der ehemalige Verbandsligaspieler der Preußen stand zuletzt in der Leistungsklasse in Diensten von Inter Holzhausen. „Er passt haargenau in unser Anforderungsprofil“, lässt von Alvensleben durchblicken. Eine definitive Entscheidung in der Trainerfrage wird schon für heute erwartet. Verbunden ist die 07-Insolvenz auch mit einem Abschied vom altehrwürdigen Hamelner Weserberglandstadion als Spielort. Wohlgemerkt nur aus wirtschaftlichen Gründen. Neue Heimstätte wird der Kunstrasenplatz, denn hier erhoffen sich die Preußen zusätzliche Einnahmen durch die Gastronomie. „Im Stadion können wir ja nichts verdienen, weil sich der alte Vorstand die Bewirtungsrechte aus der Hand nehmen ließ“, erklärt Roman von Alvensleben. Noch nicht ganz entschieden ist das sportliche Schicksal der 2. Herren-Mannschaft, die gerade mit Pauken und Trompeten aus der Kreisliga in die Leistungsklasse abgestiegen ist.

„Dass wir das Team abmelden, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen, denn künftig werden bei uns nur noch Mannschaften antreten, die auch vollzählig sind“, will der Preußen-Vorsitzende aber noch Gespräche führen.



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