weather-image
14°
Dennis Offermann wollte Fußball-Profi werden, jetzt hat er als Coach hohe Ziele

Der Trainer mit der großen Klappe

Hameln. Auf die Weser schaut Dennis Offermann immer noch, wenn er aus dem Bürofenster schaut. Aber nicht mehr in Hameln, sondern seit einigen Jahren in Bremen. Der ehemalige Oberliga-Kapitän von Preußen Hameln 07 ist in der Hansestadt sesshaft geworden.

veröffentlicht am 15.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:51 Uhr

270_008_7743445_sp222_1507_D_Offermann_kf.jpg

Autor:

von Klaus Frye

Und was macht der torgefährliche Stürmer, der in seiner aktiven Zeit als Spieler auch immer gern mal mit dem Schiedsrichter auf Kriegsfuß stand, heute sportlich im Norden? Das Toreschießen hat er beim Brinkumer SV zwar aufgegeben. Doch keinesfalls verlernt, wie es geht. Deshalb gibt er sein fußballerisches Können seit fast zwei Jahren als Trainer an die Spieler des Bremer Oberligisten weiter – mit Erfolg. Im seinem ersten Jahr scheiterte der „Trainer mit der großen Klappe“ mit den Brinkumern in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord, in der Saison 2014/15 führte er den Bremer Vorstadt-Klub hinter Überflieger Bremer SV noch einmal zur Vizemeisterschaft.

Nach seinem frühen Einstieg ins Trainergeschäft – Ende 2013 nahm er in Brinkum nach dem Rauswurf seines Vorgängers das Heft in die Hand – hat der gebürtige Bad Pyrmonter, der erst vor wenigen Wochen seine B-Lizenzprüfung erfolgreich abgeschlossen hat, gleich Prioritäten gesetzt. Er übernahm die neue Aufgabe deshalb auch gar nicht erst als Spielertrainer, sondern gleich als Chefcoach. „Von der Außenlinie hat man einfach einen besseren Überblick“, machte der damals 33-Jährige der Führungsriege des Vereins schnell deutlich. „Als Trainer bin ich aber genauso ehrgeizig wie als Spieler“, gibt Offermann zu, der seinen unerwartet zügigen Einstieg in Bremens Oberliga auch als Privileg sieht. „Der Vorstand hatte großes Vertrauen.“

Die „Aktion Brinkum“ hat er im Sommer aber beendet und mit dem niedersächsischen Oberligisten TB Uphusen ein neues Betätigungsfeld gefunden. Aus gutem Grund, denn der Trainerjob vor den Toren Bremens reizt Offermann besonders: „Man muss immer höhere Aufgaben angehen.“ Deshalb kann er sich in der Zukunft auch durchaus mehr vorstellen – die 4. oder 3. Liga würde ihn schon reizen.

270_008_7741880_sp876_1110.jpg

Sein neuer Verein beendete die letzte Saison in der Oberliga Niedersachsen als Zehnter. „Damit will ich aber nichts zu tun haben“, machte der ehemalige U 17-Bundesligaspieler des SC Paderborn schon früh klar. „Wir wollen uns am Ende um Platz fünf, auf jeden Fall in der oberen Tabellenhälfte, einordnen.“ Um das zu erreichen, will er den Uphusern schnell seine Handschrift aufdrücken. Und die hat Qualität. Nicht nur, weil der Trainer schon als Jugendlicher von einer Karriere als Profi träumte und mit der Westfalen-Auswahl große Erfolge feierte. Unvergessen ist für ihn vor allem das Finale um den U-20-Länderpokal gegen Bayern: „Da war ich Kapitän und habe zusammen mit Metzelder und Pinto gespielt. Leider haben wir 1:2 verloren.“

Seine Kontakte nach Bad Pyrmont und Hameln sind nie abgerissen. Und selbst sein ehemaliger Preußen-Trainer Alexander Kiene, inzwischen beim Regionalligisten SW Rehden gelandet, klingelt immer wieder mal bei ihm an. Aber nicht um mit ihm Golf zu spielen, denn da könnte „Offi“ sein Handicap durchaus noch verbessern...



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare