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Seit vielen Jahren engagiert sich Heribert Maring für eine Sportart, die vom Aussterben bedroht ist

Der mit seiner Faust auf den Ball haut

Faustball. Wenn es im Sport eine „Rote Liste“ der Sportarten gäbe, die auszusterben drohen, stünde Faustball wohl mit an erster Stelle. Die jungen Leute von heute spielen lieber Fußball oder Handball – oder gehen ins Fitnessstudio. Dementsprechend sind junge Talente oft Mangelware. In Deutschland gibt es viele weiße Flecke auf der Landkarte, die schon heute völlig faustballfrei sind. Hameln-Pyrmont gehört (noch) nicht dazu. Zwar führt auch hier Faustball in der Öffentlichkeit eher ein Schattendasein. Es gibt aber in unserer Region einige wenige Menschen wie Heribert Maring, denen Faustball so sehr ans Herz gewachsen ist, das sie nicht nur die lange Tradition pflegen, sondern auch versuchen, Mädchen und Jungen für diese Sportart zu begeistern.

veröffentlicht am 14.07.2010 um 15:18 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:48 Uhr

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Wer zum ersten Mal Faustball spielt, dem tun hinterher bestimmt richtig die Arme weh. Denn der Ball, der fast 400 Gramm wiegt, ist deutlich schwerer als ein Volleyball. Doch nach einigen Trainingseinheiten härtet man ab. Das weiß auch Heribert Maring, der seit fast 45 Jahren im Winter in der Halle und im Sommer auf dem grünen Rasen, etwas salopp formuliert, Ball über die Schnur spielt. „Faustball ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken“, gibt der 56 Jahre alte Trainer des TC Hameln zu.

„Schon mein Vater war ein begeisterter Faustballspieler“, erzählt Maring, der als Studiendirektor am Schiller-Gymnasium als Koordinator tätig ist. Schon als kleiner Junge sei er deshalb bei den Spielen Stammgast gewesen. So wurde seine Leidenschaft geweckt. Weil die Faustball-Saison damals so kurz war, „habe ich nebenbei auch noch Handball gespielt“. Unter anderem auch für die Feldhandballmannschaft von Eintracht Braunschweig, die damals in der Bundesliga spielte. Trotz seiner geringen Körpergröße schaffte es der Klein Berkeler damals als Spielmacher vielen Spielen seinen Stempel aufzudrücken. 1982 kam Maring als junger Assessor nach Hameln, schloss sich hier dem Turn-Club an. Auch in seinem neuen Verein spielte er anfangs Handball und Faustball. Doch nach zwei Jahren entschied er sich endgültig für das Spiel an der zwei Meter hohen Leine.

Die Chance, mit dem TC in die zweite Liga aufzusteigen, wurde damals allerdings knapp verpasst. Neben Hartmut Wistal, Axel Redecker und Frank Hachmeister gehörte auch Maring zu den Stützen des Teams. Als Pädagoge lag ihm stets auch die Jugendarbeit am Herzen. Deshalb versuchte er auch, den Faustballsport an der Schule hoffähig zu machen. Dieses Ziel verfolgt er übrigens heute noch. „Es ist aber nicht leicht das Interesse der Schüler zu wecken, weil die Konkurrenz durch andere Sportarten sehr groß ist.“ Deshalb widmet sich Maring mehr der Jugendarbeit im Verein. Hier konnte der Übungsleiter zahlreiche Erfolge auf Landesebene und darüber hinaus feiern – vor allem mit den Mädchenteams.

Wenn Maring die Früchte der Arbeit ernten kann, „macht der Trainerjob gleich doppelt soviel Spaß“. Maring streift sich aber auch noch selbst das Trikot mit dem roten Streifen an der Brust über. Mit den „Oldies“ des TC holte er zuletzt Bronze bei der Landesmeisterschaft. Besonders stolz ist Maring übrigens auch auf Philipp Arne Bergmann, der als Sechsjähriger bei ihm mit Faustball begann, dann aber zum Volleyball wechselte. Heute ist er in seiner Altersklasse einer der talentiertesten Beachvolleyballer Deutschlands.

Harter Angriffsschlag unter freiem Himmel:

Heribert Maring (TC Hameln) ist Faustballer aus Leidenschaft.

Foto: rhs



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