weather-image
29°
Triathlon: ESV Hameln startet mit Neuzugang Garvin Krug in die Zweitliga-Saison

Der Hoffnungsträger

HAMELN. Der Sport schreibt noch immer die schönsten Geschichten. So auch im Fall von Triathlet Garvin Krug. Ausgerechnet seine Formschwäche im vergangenen Herbst war für den ESV Eintracht Hameln im Nachhinein echt Gold wert. Denn nun verstärkt der damals noch für Münster aktive Spezialist den Zweitliga-Aufsteiger.

Ob beim Radfahren, Schwimmen oder Laufen – die Zeiten beim Hamelner Neuzugang Garvin Krug stimmen. Fotos: mha/3

Autor:

Matthias Henning
Weiterlesen mit Ihrem Digital-Abonnement
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Und damit steigen in der neuen Saison auch die Chancen auf ein gutes Ergebnis in den insgesamt fünf Saisonwettkämpfen.

Aber was war eigentlich passiert? Krug startete seinerzeit recht zuversichtlich beim Gerhard-Jaster-Lauf in Stadthagen, denn den hatte er das Jahr zuvor schon einmal gewonnen. Auch wenn er damals einen Tag vor der Geburt seines Sohnes Thilo nicht so ganz in Form war – was sollte schon schiefgehen? Doch diesmal ging gar nichts, denn Krug („Der hat mich dermaßen deklassiert“) hatte die Rechnung ohne Andreas Winterholler (ESV) gemacht, der ebenfalls antrat. Doch wie das Leben eben so spielt, entstand aus der Niederlage heraus eine Männerfreundschaft. Und als dann der Aufstieg der Hamelner Triathleten in die 2. Liga zum Jahreswechsel feststand, brauchte Winterholler auch nicht lange, um Krug zum Vereinswechsel zu überreden. Am Sonntag steigt in Gütersloh mit dem Teamsprint nun die Premiere – zumindest für den ESV. Nicht aber für Krug, denn der konnte schon ausreichend Zweitligaerfahrung mit Münster sammeln.

Der in Warburg aufgewachsen Neuzugang kam über sein Sportwissenschaftsstudium in Paderborn mit dem Triathlon in Berührung. „Vorher habe ich 17 Jahre lang Fußball gespielt. Ich war nie gut am Ball, konnte aber laufen.“ Da war der Wechsel der Sportart fast schon vorprogrammiert, erst recht, nachdem für ihn die Feuertaufe 2004 beim Paderborner Triathlon schon erfolgreich verlief. „Danach war ich Feuer und Flamme für diesen Sport. Ambitionen im Fußball hatte ich nie mehr.“ Auch Starts beim Hameln-Triathlon in den beiden Folgejahren gehörten zum Wettkampf-Programm von Garvin Krug.

270_0900_45177_sp101_1905_Krug1.jpg
270_0900_45178_sp106_1905_Krug6.jpg

Doch seine erste Anstellung nach dem Studium verschlug ihn an den Chiemsee. „Nach anderthalb Jahren als Trainer habe ich aber festgestellt, dass das nichts für mich ist.“ So zog er noch weiter weg, begann in Salzburg noch ein Lehramt-Studium und unterrichtete danach auch in Österreich – bis das Heimweh kam. „Ich wollte einfach wieder näher ran an meine Heimat. Und außerdem werden Lehrer in Österreich deutlich schlechter bezahlt als in Deutschland“, begründete er die Entscheidung, die ihn aus der Alpenlandschaft wieder zurück in die geliebten Mittelgebirge brachte. Fortan unterrichtete er an der IGS Helpsen im Schaumburger Land. Und das hatte auch gleich schöne Nebenwirkungen. Denn aus Kollegin Mariella wurde schon bald Ehefrau Mariella. Seinen Sport blieb er aber auch treu. „Meine Frau ist Reiterin. Ihr zuliebe habe ich mich auch mal auf ein Pferd gesetzt. Aber das ist nichts für mich“, meinte Krug und saß fortan nur noch fest im Sattel seines Rennrades.

Das brachte Krug auch 2015 in Kopenhagen die Qualifikation für den Hawaii-Ironman ein. Sein bisher größter Erfolg. Aber den Startplatz nahm er damals trotzdem nicht wahr.

„Das ist zwar ein tolles Rennen. Aber den Kommerz mit 800 Dollar Startgeld und der Reise dorthin, die schnell mal 5000 Euro kostet, will ich nicht mitmachen.“ Die 2. Liga mit dem ESV Eintracht Hameln dagegen schon.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare