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Trainer Alexander Stamm der Vater des Erfolges beim Oberliga-Aufsteiger HSC Tündern

Der Frauen-Flüsterer

TÜNDERN. Der Mann versteht den Fußball – und vor allem die Frauen. Und passt beides auch noch zusammen wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, ist das eine fast unschlagbare Kombination. Ein Trainer wie Alexander Stamm weiß eben, wie der Hase läuft.

veröffentlicht am 08.06.2017 um 14:54 Uhr

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Roland Giehr

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Roland Giehr Leiter Sportredaktion zur Autorenseite
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Mit dem sensationellen Aufstieg in die Oberliga unterstrich er nun nachhaltig noch einmal seinen Status als der geniale „Frauen-Flüsterer“ von Tündern. Erfolgreicher als der 30-Jährige kann ein Coach kaum in einem Klub arbeiten, denn seit er vor drei Jahren seine Mission beim HSC in der Bezirksliga begann, raste der Fahrstuhl nur nach oben. Doch was ist nun sein Geheimnis im Umgang mit den kickenden Damen vom Lawerweg? „Man muss vor allem Ruhe ausstrahlen, zum gegebenen Zeitpunkt aber auch klare Ansagen machen. Das Wichtigste ist aber, dass man die Frauen mitnimmt und viele Gespräche führt. Nur so kann ein Team auch funktionieren und alle ziehen mit“, lässt sich Alexander Stamm ein wenig in die Karten schauen.

Zwölf Jahre steht er jetzt schon an der Außenlinie, gibt sachliche Kommandos und feiert große Erfolge. Angefangen hatte seine Karriere einst bei der Mädchenmannschaft des MTV Lauenstein. Später übernahm „Alex“, wie er von allen nur genannt wird, seinen ersten Frauen-Job beim SC Diedersen. Schon dort fand der Perfektionist von Beginn an den richtigen Ton und führte das Team in seiner fünfeinhalbjährigen Amtszeit aus dem Abstiegskampf der Bezirksliga bis in die Spitzengruppe der Landesliga.

Als der Trainer dann 2014 seinem Abschied in Richtung HSC Tündern ankündigte, gingen dort allerdings die Lichter aus. Der Verein fand keinen Nachfolger, hatte zudem Personalprobleme und meldete die Mannschaft vom Spielbetrieb ab. Ein Hauch von Diedersen weht aber heute noch über den Sportplatz von Tündern, denn gleich mehrere Spielerinnen begleiteten Stamm an seine neue Wirkungsstätte. Die Basis für eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit war damit quasi schon früh gelegt. Nun folgte mit dem Aufstieg in die Oberliga die vorläufige Krönung. Irgendwie auch eine Fügung des Schicksals für den HSC nach der nur knapp um einen Punkt verpassten Meisterschaft, denn erstmals seit langer Zeit gab es wieder eine Relegation für die Tabellenzweiten der Landesliga.

Der Grund: Aus der Regionalliga Nord stieg kein Team aus Niedersachsen ab und so wurde noch ein Platz frei „Wir hatten schon eine gute Saison gespielt und haben die Relegation als willkommene Zugabe angesehen. Mit dem Aufstieg habe ich aber im Vorfeld nicht gerechnet“, sagt Stamm. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse und spätestens nach dem phänomenalen 7:2-Triumph gegen Eintracht Lüneburg war der Glaube plötzlich da – und mit dem 3:1-Sieg am Mittwoch beim STV Holzland endgültig alle Zweifel ausgeräumt. Ein ganz großer Tag in der Geschichte des HSC BW Tündern. Stamm wäre aber nicht Stamm, wenn er nicht schon an die neue Saison denken würde. „Für uns zählt nur der Klassenerhalt“, meint er. Nun ja, bei der geballten Torgefahr die alleine Hanna Kleindiek, Sabrina Paech, Jana Runge, Corinna Pradella, Jill Hedderich und Sonja Debicki ausstrahlen, dürfte das aber kein großes Problem sein. Vom Kader ist nur Rieke Appel nicht mehr dabei. Sie verabschiedet sich für zehn Monate nach Neuseeland.



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