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Urte Rosenthal und Lena Schlieker spielen mit der B-Jugend der HSG Blomberg/Lippe um DM-Titel

Den Ball in der Hand und das Ziel vor Augen

Von Andreas Korsch

veröffentlicht am 16.06.2010 um 14:08 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 15:21 Uhr

und Andreas Rosslan

Handball. „Wenn wir schon einmal so weit gekommen sind, dann wollen wir natürlich auch die deutsche Meisterschaft gewinnen.“ Die richtige Einstellung hat Urte Rosenthal schon mal, um eine ganz Große zu werden – wie Sabrina Richter. Die Torschützenkönigin des Bundesligisten ProVital Blomberg-Lippe, die zurzeit zu den besten Handballerinnen Deutschlands zählt, ist großes Vorbild der talentierten 16-Jährigen, die in Löwensen wohnt. „Ich kann mir durchaus vorstellen, auch einmal Handball-Profi zu werden.“

Gewisse Parallelen zu ihrem Idol gibt es bereits. Beide spielen rechts außen. Beide werfen mit links. Und beide tragen das Trikot von Blomberg/Lippe. Doch im Gegensatz zur Nationalspielerin, die in der vergangenen Bundesligasaison 191-mal traf, ist es für die Nachwuchshandballerin, die in Bad Pyrmont noch zur Schule geht, noch ein langer Weg. Ihr Talent hat das junge Mädchen auf jeden Fall schon unter Beweis gestellt. Mit 94 Toren für das B-Juniorenteam der HSG hat sie ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Das Zeug zur Profi-Handballerin hat sie allemal, wenn sie weiter so fleißig trainiert wie bisher. Doch das ist jetzt noch Zukunftsmusik. Jetzt steht für die junge Handballerin erst einmal die Endrunde um die deutsche B-Juniorenmeisterschaft an, die an diesem Wochenende in Metzingen steigt. Dort treffen die besten vier Teams der Altersklasse aufeinander. Mit zwei klaren Siegen im Viertelfinale gegen die Reinickendorfer Füchse Berlin lösten Rosenthal und Co. das Halbfinalticket. Hier wartet am Samstag die JSG Neuhausen-Metzingen. Das zweite Halbfinale bestreiten die SpG Bandits Magdeburg/Barleben und Borussia Dortmund. Der DM-Titel ist für Urte Rosenthal und ihre Freundin Lena Schlieker also zum Greifen nah!

Für die beiden B-Juniorinnen der HSG ist zwar schon das Erreichen des Semifinales ein toller Erfolg. Doch das Duo liebäugelt mit dem Titelgewinn: „Wir wollen unbedingt deutscher Meister werden“, sind sich die beiden Freundinnen einig. Für die beiden Nachwuchshandballerinnen wäre das der bisher größte Erfolg ihrer jungen Karriere. Im Gegensatz zu Urte hat Lena noch nicht über eine Profikarriere nachgedacht: „Ich will erst einmal mein Abi schaffen!“ Auch Lena ist vor dem Halbfinale am Samstag „total aufgeregt“. Angst hat sie vor dem Gegner nicht – aber Respekt.

Auch die 16-jährige Urte macht keinen Hehl daraus, dass sie nervös ist. Immerhin geht es um den DM-Titel, der die tolle Saison der HSG krönen soll. Maßgeblichen Anteil am Erfolg hat Marta Beles. „Sie ist eine sehr gute Trainerin“, wird die 41-jährige Übungsleiterin, die das Team erst vor Saisonbeginn übernommen hat, von ihrer Spielerin gelobt. „Unsere Trainerin hat in kurzer Zeit eine neu zusammengewürfelte Mannschaft zu einer wahren Eintracht geformt“, lobt die Rechtsaußenspielerin Beles in den höchsten Tönen.

Das Talent bekam Urte Rosenthal mit in die Wiege gelegt. Bereits mit fünf Jahren nahm sie zum ersten Mal den Ball in die Hand. Zwar spielte sie nebenbei auch Fußball, „aber Handball hat mir dann einfach mehr Spaß gemacht“. Das Herz ihrer Mutter schlägt für Volleyball. Und das ihres Vaters und ihrer Brüder für Fußball. Das Handballspielen lernte das junge Mädchen aus Löwensen bei der HSG Lügde/Pyrmont, für die sie auch ihre ersten Punktspiele absolvierte. Vor knapp zwei Jahren wechselte sie dann nach Blomberg. Zu diesem Zeitpunkt war ihre jetzige Mitspielerin und Freundin Lena Schlieker schon im Blomberger Kader. „Ich hatte vorher eigentlich die Trikotnummer 13, in Blomberg war die aber schon an Lena vergeben.“ Deshalb trägt sie jetzt die 26. Die Nummer soll ihr in Metzingen doppeltes Glück bringen.

Auch in der Schule geht es für sie langsam in die „heiße Phase“. Schließlich steht im nächsten Jahr das Abitur bevor. Zwischen den Hausaufgaben und Klausuren stehen bis zu vier Trainingseinheiten auf dem Programm, „auf die ich nicht verzichten will“. Und mit dem Handball aufhören möchte sie schon gar nicht. „Bis jetzt habe ich Sport und Schule ganz gut unter einen Hut bekommen. Mein Zeugnis ist jedenfalls ganz gut.“ Mit dem Fach Sport bräuchte sie sich wohl keine Sorgen um ihr Abi zu machen. Jedoch kam der Kurs mangels Interessenten nicht zustande. „Natürlich hätte ich gerne Sport gewählt. Schade, dass das nicht klappt.“ Aber auch so hat sie ihre Zukunft schon geplant. Nach dem Abitur will sie in der Stadt, wo sie studiert, auf jeden Fall weiter Handball spielen. Vielleicht ja irgendwann an der Seite ihres Idols Sabrina Richter für einen Bundesligaklub …

Urte Rosenthal (rechts) und Lena Schlieker von der HSG Blomberg/Lippe haben den DM-Titel im Visier. Foto: privat



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