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Leichtathletik: Brodersen sattelt um

Deborah auf dem Sprung zum Fußball

RINTELN. Der Besuch in der Rintelner Heimat zwischen dem Bachelor-Studium in den USA und dem anstehenden Master-Studium in Barcelona ist nur ein kurzes Intermezzo. Ein bisschen Training im Hamelner Weserbergland-Stadion oder auch in Hannover – doch für Deborah Brodersen, die einst im Trikot der LG Weserbergland zum Siebenkampf-Ass reifte, sind die drei Monate in der Region auch ein Abschied auf Raten von der Leichtathletik.

veröffentlicht am 07.07.2017 um 15:05 Uhr

Vor dem Absprung zum Fußball: Mehrkampf-Ass Deborah Brodersen. Foto: Jörg Großmann

Autor:

Matthias henning
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Vor zwei Wochen holte sie in Papenburg noch den Niedersachsen-Titel im Siebenkampf der Frauen und kletterte mit ihren 4918 Punkten auf Rang 29 der deutschen Jahresbestenliste. Am Wochenende soll noch der Staffel-Start mit der LG Weserbergland bei der DM in Erfurt folgen. Und was kommt dann?

„Sport macht mir nach wie vor großen Spaß. Aber irgendwann hat er nicht mehr den so großen Stellenwert wie früher“, sagt die 24-Jährige. Wenn es im September nach Barcelona geht, will Brodersen umsatteln. „Für Siebenkampftraining werde ich sicher keine Zeit mehr haben. Und mich nur auf eine Disziplin zu konzentrieren, ist mir zu langweilig. Ich werde mir in Barcelona einen Fußball-Verein suchen. Das hatte ich 2012 in meiner Zeit in Leipzig auch schon gemacht“, weiß Brodersen auch um ihr zweites Talent. In den USA war es deutlich einfacher, Studium und Sport zu vereinbaren. „Für Sportler sind es dort paradiesische Zustände. Sogar Klausuren werden für Wettkämpfe verschoben“, erinnert sich Brodersen. Doch gegen ihre Verletzungen, ein Kreuzbandriss und im Frühjahr auch Ellenbogenprobleme, gab es auch in den USA kein Allheilmittel. „Aber ich durfte trotzdem mein Studium beenden.“ Auch wenn die ganz großen sportlichen Erfolge ausblieben. In Rinteln soll nun noch ein anderes Vorhaben umgesetzt werden. Sie will endlich ihren Führerschein machen. In ihrem bisherigen Leben hatte sie schon viele Stationen. Ob im Sportinternat in Hannover, danach in Leipzig oder in den USA – Brodersen war stets mit Bus und Bahn unterwegs. Doch spätestens nach ihrer Rückkehr aus Spanien muss sie auch Auto fahren. Wo? Das steht in den Sternen. „Mit meinem Abschluss kann ich in Vereinen, Verbänden oder bei Sportartikelherstellern unterkommen. Aber so viele Stellen gibt es in Deutschland nicht“, ist Deborah Brodersen realistisch. Nur eine Chance gibt es, dass sie auch länger wieder in die Heimat kommt. Eine Anstellung bei Hannover 96 wäre für sie als glühender Fan ein Traumjob. „96 würde ich sofort auch dem FC Bayern vorziehen“, sagt sie. Und das hat auch noch einen anderen Grund. „In den USA hatte ich eine deutsche Kommilitonin. Aber die kam aus München. Da ging die Verständigung in Englisch besser.“

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