weather-image
23°
×

Unglückliche 34:35-Pleite in Lehrte

Das war‘s wohl! Titeltraum des VfL droht zu platzen

Handball. Busfahrer Werner Bugdrowitz war sich bei der Abfahrt am Hamelner VfL-Heim nahezu sicher, etwa fünf Stunden später den neuen Tabellenführer der Oberliga wieder nach Hause zu fahren. Doch es kam anders! Der erfahrene Steuermann von Herter-Reisen musste einen geschlagenen Zweiten heimwärts kutschieren: „Es tut mir unendlich leid. Ihr seid tolle Jungs“, sagte Bugdrowitz, der 34:35 (17:16)-Pleite in Lehrte genauso enttäuscht war wie die Spieler und Trainer Hajo Wulff. Untröstlich war auch Jannis Pille. Seine zehn Treffer reichten diesmal nicht zum erhofften Sieg. Stattdessen leuchtete am Ende des nervenaufreibenden Handball-Krimis, der bis zum Schluss auf des Messers Schneide stand, ein Ergebnis auf der Anzeigetafel auf, dass bei den Hamelnern und ihren treuen Fans für Katerstimmung sorgte. Ausgerechnet im Topspiel gegen den Tabellenführer Lehrter SV kassierte der tapfer kämpfende VfL eine knappe und äußerst unglückliche Niederlage.

veröffentlicht am 28.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 01:41 Uhr

Autor:

Während die Lehrter nach dem Schlusspfiff mit ihren Fans ausgelassen den Sieg feierten, schlichen die Hamelner mit hängenden Köpfen in die Kabine. Auch Kapitän Oliver Glatz: „Wir sind alle maßlos enttäuscht!“ Warum der VfL, der zwischenzeitlich sogar mit drei Toren führte, die Partie noch aus der Hand gab, war ihm ein Rätsel. Der Knackpunkt war, „dass wir in der letzten Viertelstunde in der Abwehr zu passiv waren“. Eigentlich hatte Hajo Wulff seinen Schützlingen vorher klar gemacht, dass die Abwehr der Schlüssel zum Erfolg ist. Aber die Worte des Trainers zeigten nicht die erhoffte Wirkung. Ein Beleg dafür sind die 35 Gegentreffer, die der Tabellenzweite kassierte. Glatz, der wie ein aufgedrehter Brummkreisel rackerte und sechsmal einnetzte, sah als weitere Ursache für die Niederlage die miserable Torchancenauswertung ab Mitte der zweiten Halbzeit.

Von Beginn an war es vor etwa 450 Zuschauern, die die nicht ganz ausverkaufte Sporthalle an der Schlesischen Straße in einen Hexenkessel verwandelten, das erwartet hochklassige Spitzenspiel, in dem sich zunächst keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Bis zur 43. Minute, als der VfL beim 22:25 erstmals auf drei Tore davonzog und sich auf gutem Kurs wähnte. Doch die Freude währte gerade mal 120 Sekunden. Plötzlich stand es wieder 25:25. „Da waren wir nicht clever genug“, ärgerte sich Trainer Wulff, dessen Team bis zum 26:25 (47.) knapp vorn lag. Doch dann wendete sich das Blatt. Nach dem 27:28 (49.) aus Sicht des VfL gab Lehrte die Führung nicht mehr aus der Hand – bis zum Schluss.

Insbesondere Jonas Zimmermann (8/3), Till Dreißigacker und Tobias Schmidt (je 7) trafen in dieser Phase nahezu nach Belieben. Das Trio bestrafte die Abwehrfehler des VfL eiskalt. Und auch im Angriff lief bei den Hamelnern plötzlich so gut wie nichts mehr, weil Glatz die Unterstützung von seinen Nebenleuten fehlte.

„Eigentlich hätte diese Partie keinen Sieger verdient gehabt. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. “ Das war jedenfalls die Meinung von Wulff nach den hochdramatischen 60 Minuten. Lehrtes Trainer Lutz Ewert war da anderer Ansicht: „Wir haben verdient gewonnen, weil wir insbesondere in der Abwehr besser waren. Im Angriff fehlte uns manchmal etwas die Kaltschnäuzigkeit. Das hätte uns fast das Genick gebrochen.“ Ewert meinte damit in erster Linie die katastrophale Siebenmeterquote: Gleich fünfmal scheiterten seine Schützlinge vom Punkt. Dreimal parierte Andrew Treuthardt gegen Wendt (2) und Schmidt, Claas Meyer hielt zwei Strafwürfe von Zimmermann und Schmidt. Auf Hamelner Seite fanden Torben Höltje und Oliver Glatz ihren Meister in Moritz Meyer.

VfL Hameln: Treuthardt, Meyer; Pille (10), Glatz (6), Schubert (5), Hylmar (4), Heemann (3), Raddatz (2), Höltje (2/2), Krings (1), Meier (1), Emmel, Clausing, Wick.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige