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Alle staunen über Lionel Messis genialen Elfmetertrick

„Das war echt cool!“

Hameln-Pyrmont. Alle staunen über Lionel Messis genialen Elfmetertrick. „Das war echt cool“, sagt Egcon Musliji, Landesligakicker der SG Hameln 74. „Als ich die Szene gesehen habe, habe ich mich gefragt: Ist das überhaupt erlaubt?“

veröffentlicht am 17.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:16 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Egcon Mussliji war baff, als er zum ersten Mal das zurzeit im Internet kursierende Video mit dem verblüffenden Elfmetertrick von Barcelonas Superstars Lionel Messi und Luis Suarez beim 6:1-Sieg gegen Celta Vigo gesehen hat, mit dem wohl niemand gerechnet hatte.

Es geschah in der 82. Minute. Messi lief zum Strafstoß an, schoss aber aus elf Metern gar nicht aufs Tor, sondern kickte den Ball nur wenige Zentimeter nach vorne. Und aus dem Hintergrund stürmte Suarez, mit dem er den Trick ausgeheckt hatte, in den Strafraum und versekte den Ball eiskalt im Tor und ließ Celta Vigos Torwart Sergio Alvarez keine Chance. Nicht nur Alvarez war sichtlich verdutzt, auch Musliji fragte sich im ersten Augenblick: „Ist das überhaupt erlaubt?“ Ja, es ist erlaubt, denn man darf einen Strafstoß auch indirekt ausführen. Streng genommen hätte der Elfer aber wiederholt werden müssen, denn in Zeitlupe war zu sehen, dass Suarez die Strafraumgrenze vor dem Elfmeter passiert. Und das ist eigentlich verboten, wird aber in der Regel nur selten gepfiffen, weil sonst zu viele Strafstöße wiederholt werden müssten.

Musliji ist durch den Messi-Elfer auf jeden Fall auf den Geschmack gekommen: „Das war echt cool. Ich hätte auf jeden Fall Lust, das selbst einmal auszuprobieren.“ Und mit Robin Tegtmeyer und Flamur Dragusha hat Musliji auch zwei Kumpels bei der SG 74, „die den Spaß bestimmt auch mitmachen würden“. Auch Eintracht Hamelns ehemalige Fußballerin Claudia Bubat fand den Messi-Elfer „sensationell“ und „echt witzig“: „Das hatte ich vorher noch nie gesehen.“ Und auch Oliver Steffan, ehemalige Verbandsliga-Fußballer vom TuS Hessisch Oldendorf, fand den Elfmetertrick „echt großartig“: „Das wollte ich in meiner Zeit als Spieler auch immer ausprobieren. Wir haben die Idee aber nicht in die Tat umgesetzt, denn so etwas kommt beim Gegner bestimmt nicht gut an, weil der Eindruck entsteht, dass man durch so eine Aktion die andere Mannschaft verhöhnen will. Und das wollten wir nicht. Vielleicht hat uns auch ein bisschen der Mut gefehlt. Denn wenn es schiefgeht, sieht man alt aus.“ So genial der kuriose Messi-Elfer auch war, neu ist der Trick nicht. Als Steffan das Video sah, erinnerte er sich sofort an ein ähnliches Tor von Johan Cruyff für Ajax Amsterdam. Cruyff hatte im Jahr 1982 mit Jesper Olsen gegen Helmond Sport „bei einem Strafstoß sogar einen Doppelpass gespielt. Das war legendär“.

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  • Genial oder arrogant? Barcelonas Superstar Lionel Messi sorgte mit diesem trickreichen Elfmeter für Schlagzeilen und Gesprächsstoff. Foto: dpa

Als Günay Camci von der Dewezet-Sportredaktion auf den Messi-Elfer angesprochen wurde, wurden bei ihm Erinnerungen an seinen „Pannen-Neuner“ vom Aerzener Citipost-Cup 2014 wach. Damals trat Camci im Neunmeterschießen um Platz drei für die SSG Halvestorf an und scheiterte kläglich: „Ich wollte damals den Ball aus der Drehung heraus mit der Hacke ins Tor schießen, aber im letzten Moment bin ich mit dem Fuß im Hallenboden hängengeblieben und bin etwas tolpatschig hingefallen.“ Und wie es der Zufall so will, wurde die Szene auch gefilmt. „Das Video hatte auf Youtube jede Menge Klicks.“ Die Idee dazu hatte laut Camci Agostino di Sapia: „Der hatte mich damals angestachelt, weil er wusste, dass ich so eine Aktion schon einmal bei einem Freundschaftsspiel gemacht habe. Aber das ist zig Jahre her. Ich weiß gar nicht mehr, wann und gegen wen das war.“ Und auch mit Serdar Ünal hat der Ex-Preuße den legendären Doppelpass-Elfer von Cruyff kopiert: „Für so einen Spaß bin ich immer zu haben.“

Der Bad Pyrmonter Florian Büchler hat so eine „starke Nummer“ selbst in seinen sieben Regionalliga-Jahren noch nicht erlebt, weder bei Hannover 96 II noch in der Nordost-Liga bei Germania Halberstadt. Aber machbar ist eben alles. „Wenn man so ein Ding richtig einstudiert, ist das eigentlich eine ziemlich sichere Sache. Aber dafür muss man auch schon ein bißchen abgezockt sein und das nötige Selbstvertrauen haben. Aber so eine Nummer beim Stand von 0:0 würde wohl kaum ein Trainer gerne sehen.“ Für Ex-Profi Andreas Loges, der in seiner aktiven Zeit nicht nur bei der SpVgg. Bad Pyrmont und bei Preußen Hameln 07, sondern auch beim Zweitligisten VfL Osnabrück aktiv war, ist der Elfmetertrick von Messi und Suarez nicht ganz neu. „Zu meiner Zeit hat das sogar mal in der Bundesliga für Aufsehen gesorgt. Doch danach hat sich so einen Kracher kaum noch jemand getraut.“

Übrigens: Den Zwei-Mann-Elfmeter sollen Rik Coppens und André Piters 1957 erfunden haben. Damals trafen Belgien und Island in der WM-Qualifikation aufeinander.



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