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Christian Pawlak bejubelt WM-Titel in Hameln

„Das kann man mit Geld nicht kaufen“

Hameln. Großer Triumph für Christian Pawlak. Der Boxer aus Minden wurde in der Hamelner Rattenfängerhalle WBU-Weltmeister im Super-Mittelgewicht. Vor 1000 Zuschauern gewann der neue Champion in der vierten Runde durch Knock-out gegen den Magdeburger Toni Thes.

veröffentlicht am 06.12.2015 um 15:27 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

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Rums! Christian Pawlak schleuderte seine rechte Faust mit voller Wucht gegen die Schläfe von Toni Thes. Der Schlag saß, denn der Magdeburger taumelte, konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten – und sank zu Boden. Thes hing buchstäblich in den Seilen, Ringrichter Mustafa Ereney zählte ihn an, wedelte mit den Händen und dann war es perfekt: Sieg durch Knock-out! Pawlak riss seine roten Boxhandschuhe in die Höhe, lachte, jubelte und ist nun WBU-Weltmeister im Super-Mittelgewicht. Seine Haut glänzte voller Schweiß im Rampenlicht. Er war erschöpft, aber glücklich. Lachend ließ er sich dann den weißen WM-Gürtel umlegen. Trainer Achim Beck, Fans und Freunde stürmten in den Ring, schossen Fotos und beglückwünschten ihren neuen Weltmeister. „Das wünscht sich jeder Boxer. Das kann man mit Geld nicht kaufen“, war der Champion total glücklich und überwältigt von seinem Triumph in der vierten Runde.

Der Fight zwischen ihm und Thes um Mitternacht war ohne Zweifel auch der Höhepunkt der Boxgala in der Rattenfängerhalle. Die „Nacht, die kracht“, begann jedoch schleppend. In den ersten drei Kämpfen warfen die Trainer schon in der ersten Runde das Handtuch – Spannung im Ring geht eigentlich anders. Das hatte laut WBU-Präsident Torsten Knille aber Konzept. „Wir haben uns im Laufe der Veranstaltung gesteigert mit der Stärke der Kämpfe, so ist es auch auf großen Events.“ Und er sollte auch recht behalten.

Denn spätestens beim Kickboxen zwischen Gregor Küttner und Denis Barakat waren die Boxfans voll dabei. Hier flogen nicht nur Fäuste, sondern auch die Beine. Küttner, der als Vegetarier übrigens „Möhrchen“ genannt wird, traf Barakat ins Gesicht. Der kämpfte zwar blutverschmiert weiter, konnte die Niederlage aber nicht mehr verhindern. Die Halle tobte und war total begeistert. Neuer Semi-Pro-Europameister der WBU im Super-Mittelgewicht wurde übrigens Christoph Teege aus Hildesheim, der gegen den Serben Davor Matic nach Punkten gewann. Kaum Zweifel an seinen Fähigkeiten ließ auch Omar Siala zu. Der Hamelner Lokalmatador war auf die Sekunde topfit und schickte den Bosnier Mirza im Super-Weltergewicht schon in der zweiten Runde auf die Bretter. Ein schneller K.o.

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Schwergewichte unter sich: Mark de Mori und Danny Williams.

Von dieser Leistung war zuvor Promi-Schäfer Heinrich in seinem Fight gegen den Hamelner Tobias Wittkopf allerdings weit entfernt. Heinrich, den viele sicherlich aus der Sendung „Bauer sucht Frau“ kennen, gab zudem sein Schäferlied zum Besten – und sorgte mit seiner Show im Ring für einige Lacher. Unterstützt wurde er übrigens von Bauer Rainer Götz. Der suchte 2014 bei RTL ebenfalls nach einer Frau und kam extra aus Bamberg, um das Spektakel zu verfolgen.

Spektakulär war auch der Rummel um Mark de Mori, der eigentlich in Hameln boxen sollte. Der Australier kämpft nun aber im Januar gegen den britischen Skandalboxer David Haye in London – und musste das Event in der Rattenfängerhalle deswegen kurzfristig absagen. Unter den Zuschauern in der mit 1000 Boxfans prall gefüllten Rattenfängerhalle war er aber trotzdem. Der WBU-Weltmeister genoss das Bad in der Menge, ließ sich geduldig fotografieren. „Es war wohl erst einmal die letzte Chance, ihm so nah zu kommen“, freute sich auch Ringsprecher Michael Rohrdrommel über den prominenten Besuch. Neben de Mori saß auch Danny Williams, der Ex-Weltmeister Mike Tyson 2004 ausgeknockt hatte. „Ein unbeschreiblicher Moment. Ich gucke mir das Video immer noch an“, schwärmte der Engländer. „Zwei Starboxer zum Anfassen, echt klasse“, fand nicht nur Hamelns ehemaliger Handballprofi Zbigniew Urbanowicz. Diese Nacht in der Rattenfängerhalle ließ auch sein Boxer-Herz höher schlagen. WBU-Präsident Torsten Knille könnte sich eine Neuauflage gut vorstellen: „Es war genial, bombastisch, das wollen wir auf jeden Fall wiederholen.“



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