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Fußball: Für Lachems Coach Önelcin sind die englischen Wochen die Ursache für die Verletzungsmisere

„Das ist verantwortungslos“

BEZIRK HANNOVER. „Das ist verantwortungslos“, schimpft Lachems Coach Tarik Önelcin. Für ihn sind die vielen englischen Wochen die Ursache für die Verletzungsmisere.

veröffentlicht am 15.05.2018 um 00:00 Uhr

Verzweifelt aufgrund der vielen Verletzten: Lachems Trainer Tarik Önelcin. Foto: aro
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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite
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Was ist bloß mit dem SV Lachem los? Die Elf von Trainer Tarik Önelcin ist seit fünf Spielen sieglos und noch nicht gerettet. Das macht der Blick auf die Tabelle der Bezirksliga-Staffel 3 deutlich.

Mit 34 Punkten ist Lachem zurzeit Neunter. Der Relegationsplatz 13 ist zwar sechs Punkte entfernt. Aber weil die SSG Halvestorf (13./28 Punkte) ein Spiel weniger absolviert hat als der SVL, könnte der Vorsprung schnell auf drei Punkte schmelzen. Das weiß auch Önelcin: „Eigentlich dürfte uns nichts mehr passieren. Aber um sicher zu sein, müssen wir noch den einen oder anderen Punkt holen. Wenn wir am Dienstag unser Heimspiel gegen Lehrte gewinnen, sind wir durch. Wenn nicht, könnte es noch einmal eng werden.“

Dass Lachem drei Spieltage vor Schluss noch um den Klassenerhalt bangen muss, hatte vor Saisonbeginn wohl niemand erwartet. Denn nach Platz drei in der Vorsaison hatte der SV Lachem eigentlich die Top 5 im Visier. Doch nach zuletzt vier Niederlagen und einem Remis ist die Önelcin-Elf auf Talfahrt. Der Grund für die Ergebniskrise ist für Lachems Coach die nicht enden wollende Verletzungsmisere. Auch am Dienstag werden mit Egcon Musliji (Knieprobleme), Alper Alco (Schulterverletzung), Flamur Dragusha (Knöchelverletzung) und Granit Karaliti (Muskelfaserriss) wieder einige Stammspieler verletzt ausfallen. Dass auch Marco Elias (Gelbsperre) und Yalcin Ulus (privat verhindert) fehlen, kommt erschwerend dazu. Wie prekär die personelle Lage ist, wurde zuletzt bei der 1:4-Pleite in Koldingen deutlich. Mit Mohammed Chabo stand ein Spieler aus der inzwischen abgemeldeten zweiten Mannschaft in Lachems Startelf. Und Önelcin saß nicht nur als Trainer, sondern auch als einziger Ersatzspieler auf der Bank. „Was soll ich machen? Nach der Winterpause hatte ich noch kein einziges Mal den kompletten Kader zur Verfügung. Ich bin zurzeit schon froh, wenn ich am Spieltag überhaupt elf Leute habe.“

Der Grund für die vielen Verletzten liegt für Önelcin auf der Hand: Das Mammutprogramm durch die vielen Nachholspiele nach der Winterpause. „Wir haben eine englische Woche nach der anderen und bis zu vier Spiele in sieben Tagen. Das ist meiner Meinung nach verantwortungslos, was den Spielern zugemutet wird. Eine vernünftige Regeneration oder Training sind kaum möglich, wenn du dienstags, donnerstags und sonntags spielst. Wir sind schließlich keine Profis, sondern Amateure. Fußball ist nicht unser Beruf, sondern Hobby.“ Seiner Mannschaft macht Önelcin trotz der aktuellen Misere keinen Vorwurf: „Die wenigen Spieler, die fit sind, geben alles und gehen in jedem Spiel ans Limit. Aber der Kräfteverschleiß ist zu groß. Mehr ist momentan nicht drin.“ Erschwerend kommt hinzu, dass Önelcin durch die vielen Ausfälle nicht nur seine Startelf jedes Mal personell umstellen muss, sondern auch das taktische System. „Ich hoffe, dass sich die personelle Lage in den nächsten Tagen etwas entspannt“, so Önelcin. Denn am Samstag (16 Uhr) steigt in Lachem das Bezirkspokal-Halbfinale gegen Lehrte. Und das ist für Lachems Coach das wichtigste Spiel der Saison: „Wir wollen unbedingt ins Endspiel kommen und zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Bezirkspokal gewinnen. Das wäre ein Traum.“

Information

Nachholspiele in der Fußball-Bezirksliga

Preussen Hameln – Hemmingen (Di., 19 Uhr). Selbst wenn Preussen alle drei Spiele gewinnt und Halvestorf alle verliert, ist es für die Hamelner aufgrund des miserablen Torverhältnisses nicht mehr möglich, den Relegationsplatz in der Staffel 3 zu erreichen. Denn die Preussen müssten in drei Spielen 38 Tore aufholen.

Halvestorf – Döhren (Di., 19 Uhr). Nach den beiden Siegen gegen Blaues Wunder (2:0) und Koldingen (3:2) ist für die SSG Halvestorf der Klassenerhalt in der Staffel 3 noch drin. Sollte gegen Döhren der dritte Sieg in Folge gelingen, könnte die Elf von René Hau auf einen Nicht-Abstiegsplatz klettern. Ein Remis reicht nicht.

Aerzen – Einum (Di., 19.30 Uhr). Nur aufgrund des besseren Torverhältnisses steht Aerzen in der Staffel 4 zurzeit auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Mit einem Heimsieg könnte sich die Elf von Interimscoach Karsten Hoppe im Kampf um den Klassenerhalt etwas Luft verschaffen. Das Hinspiel hat der MTSV 2:1 in Einum gewonnen.

Hüddessum – Hagen (Di., 19.30 Uhr). Eins ist klar: Hagen muss das Kellerduell der Staffel 4 gewinnen. Denn Hüddesum steht direkt vor den Germanen mit vier Punkten Vorsprung auf dem Relegationsplatz. Selbst ein Remis wäre für die Elf von Trainer Philipp Gasde im Kampf um den Klassenerhalt zu wenig.aro

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