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Tischtennis: Kreisverbandschef Karl Holweg spricht über seine Ziele und Tünderns Regionalliga-Aus

„Das ist gut für meine Fitness“

HAMELN-PYRMONT. Die goldenen Bundesliga-Zeiten des TSV Schwalbe Tündern, dem Heimatklub von Tischtennis-Star Dimitrij Ovtcharov, sind schon lange vorbei. Wir haben mit Kreisverbandschef Karl Holweg (59) über die aktuellen Entwicklungen in der heimischen Tischtennis-Szene gesprochen.

veröffentlicht am 17.08.2017 um 00:00 Uhr

Karl Holweg Foto: nls
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Ex-Bundesligist Tündern war in den vergangenen Jahren der Leuchtturm in der heimischen Tischtennis-Szene. Ist der Rückzug der Schwalben in die Landesliga für Sie ein Alarmsignal?
Karl Holweg: Ein Auf und Ab ist nicht unnormal. In Tündern löste der Schicksalsschlag um den plötzlichen Tod von Falko Turner den Abstieg und diese Kettenreaktion aus. Die Vereinsführung bekam es seit der Norddeutschen Mannschaftsmeisterschaft der Jugend 1983 und dem Start in der Oberliga 1987 immer hin, namhafte Spieler an Bord zu holen. Ein Zugpferd und Magnet war dabei sicher die Ära um Dimitrij Ovtcharov. Der Nachteil, passt die Klasse nicht mehr, sind die Spieler wieder ruckzuck weg. Daraus resultiert leider in diesem Fall auch, dass nicht mehr so viele Akteure aus unserem Kreisverband bei überregionalen Meisterschaften und Ranglisten auftauchen.


Wie sehen Sie als Tischtennis-Chef die Entwicklung beim Nachwuchs? Ihr Verein, der TSV Hachmühlen, ist nach drei Jahren in der höchsten deutschen Jugendspielklassenicht mehr in der Niedersachsenliga der Mädchen vertreten.
Die Niedersachsenliga war schön, aber keine Pflicht. Wir hatten das Glück, bei vier Spielerinnen das Niveau in diese Höhe zu schrauben. Das ist nicht immer gegeben, und wir haben nicht dieses große Umfeld wie die hannoverschen Vereine. Wir befinden uns in einer Randlage. Außerdem war der Dampf ein wenig raus, es mussten neue Reize gesetzt werden. Das geschieht ab der kommenden Saison bei den Damen. Die Zeit möchten wir nicht missen.

Was können Vereine tun, um bei Kindern und Jugendlichen das Interesse am Tischtennissport zu wecken?
Da kann ich als Beispiel den TSV Hachmühlen mit dem Kindergarten nennen. Sobald die Kinder quasi laufen können, werden sie eineinhalb Stunden von Ina Mogalle, Annette Thaler und zahlreichen Helferinnen mit motorischen Übungen beschäftigt. Dieses Modell läuft parallel zum Anfänger-Training, sodass die Kids frühzeitig auch in diesen Bereich schnuppern können. Der Übergang gestaltet sich fließend. In erster Linie muss ein attraktives Trainingsprogramm angeboten werden. Aber auch gemeinsame Aktionen über den Tellerrand hinaus mit Freizeitaktivitäten wären sinnvoll.

Für Diskussionsstoff sorgt in der Tischtennis-Szene der Plastikball, der 2019 auch in den unteren Spielklassen eingeführt werden soll. Der Zelluloidball würde dann von der Bildfläche verschwinden. Wie stehen Sie dazu?
Es sollten den Vereinen auf jeden Fall keine höheren Kosten entstehen. 2014, als die ersten Plastikbälle bei internationalen Veranstaltungen getestet wurden, wären sie noch unbezahlbar gewesen. Der Vorlauf ist für den Schlussstrich in Ordnung, und die größere Nachfrage wird den Preis sicher auch noch drücken. Ein einheitliches Handling ist zu begrüßen.


Was haben Sie sich als Tischtennis-Chef im Hinblick auf den nächsten Kreistag 2019 vorgenommen?
In Zusammenarbeit mit den Vereinen möchte ich gern ein Konzept entwickeln, um die Teilnehmerzahlen bei den Kreisveranstaltungen wie Ranglisten, Meisterschaften und Pokal wieder zu steigern. Auch der Verband kann sich dann die Ideen wie Honig aus einem Topf ziehen. Und natürlich hoffe ich, dass beim nächsten Kreistag wieder alle Vorstandsämter besetzt werden können. Eventuell auch mit jüngeren Personen. Ein Beauftragter für die Minimeisterschaften wäre wunderbar.

Letzte Frage: Sie sind 59 und spielen selbst noch aktiv Tischtennis. Was ist Ihr persönliches Ziel für die neue Saison?

Ich spiele seit meinem 13. Lebensjahr Tischtennis. Aktuell beim TSV Hachmühlen in der Kreisliga-Gruppe 1. Das ist für meine Fitness gut und bildet den richtigen Ausgleich zum Alltag. Unser Ziel für 2017/18 ist, nicht abzusteigen.

Interview: Martina Emmert

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